„Sie können alles fressen“

„Monster-Fisch“ wird zur Plage am Gardasee: Fischer sprechen von „epochalem Problem“

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Das ökologische Gleichgewicht am Gardasee droht zu kippen: Ein monsterhafter Räuber breitet sich rasant im Urlaubsparadies aus – Die Sorge ist groß.

Sirmione – Jedes Jahr zieht Italien zahlreiche deutsche Urlauber an, viele fahren sogar mit dem Auto. Besonders beliebt ist der Gardasee im Norden des Landes. Doch in den Tiefen des Wassers breitet sich derzeit rasant ein bis zu drei Meter großer Fisch aus. Italienische Medien titeln sogar vom „Monster des Gardasees“. Er frisst alles, was ihm in die Quere kommt – auch Enten und sogar Hunde sind nicht vor ihm sicher. Das Tier könnte das ökologische Gleichgewicht der ganzen Region stören.

Am Gardasee in Italien treiben riesige Welse ihr Unwesen. (Collage)

„Können alles fressen“: Fischer alarmiert wegen drei Meter großem Monster-Fisch im Gardasee

Bei dem Riesen-Fisch handelt es sich um einen Wels, sie werden in Italien auch Torpedo genannt. Die rasante Vermehrung des Riesen-Fischs am Gardasee hat schwerwiegende Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht. Marco Brognoli, ein leidenschaftlicher Fischer, der seit 40 Jahren auf dem Gardasee fischt, äußert sich besorgt: „Wenn Torpedos so groß werden, können sie alles fressen: Enten, Kormorane, sogar Kleintiere wie die Hündchen von Touristen könnten in Gefahr sein, wenn diese Fische weiter wachsen. Ich habe Seen wie den in Mantua gesehen, wo die Torpedos alles verwüstet haben … Dem Gardasee droht das gleiche Schicksal“, berichtet er dem italienischen Nachrichtenportal ildolomiti.

„Wir stehen vor einem epochalen Problem, ich bin in diesem See aufgewachsen und es bricht mir das Herz, wenn ich sehe, was hier passiert“, fügt Brognoli hinzu. Anfang Mai wurde ein besonders großes Exemplar entdeckt – es war ganze drei Meter lang, bestätigt durch Sonar und Sichtkontakt unter Wasser, auch das italienische Nachrichtenportal bresciaoggi berichtete über den Riesen-Fisch.

Für Brognoli ist dies keine Überraschung mehr: „Mittlerweile werden immer wieder riesige Exemplare gefunden, und ich meine mindestens zwei Meter lang – vor allem in dieser Zeit: bis vor ein paar Jahren wäre das noch undenkbar gewesen“. Der Gardasee bietet dem Wels ideale Bedingungen zur Vermehrung: warmes Wasser, reichlich Beute und kaum natürliche Feinde.

Fischer sind wegen Riesen-Fisch am Gardasee alarmiert – und fordern Hilfe der Regionen

Bei einem einzigen Ausflug fingen Brognoli und zwei Kollegen 14 dieser Welse auf einer Strecke von 200 Metern. Dass die Fischer die Ausbreitung der Welse im Gardasee allein eindämmen können, ist jedoch unwahrscheinlich. Der zuletzt gefangene Fisch zerstörte gleich drei Angelruten im Wert von insgesamt 180 Euro. Brognoli schlägt vor: „Die Regionen und Provinzen sollten, genau wie bei der Selektion von Wildschweinen, Sammel- und Entsorgungsstellen einrichten“.

Von süß bis gefährlich: Diese fremden Tierarten machen sich in Deutschland breit

Eine Biberratte sitzt an einem Fluss.
Die Zahl der ursprünglich aus Südamerika stammenden Nutrias, auch als Biberratte bekannt, soll sich in den letzten Jahren mehr als verdoppelt haben. Sie kommen vor allem in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen vor. Dort verursachen die Nager enorme Fraßschäden oder unterhöhlen Deichanlangen und Uferbereiche. © HMB-Media/Imago
Eine asiatische Hornisse greift eine Wespe an.
Die Asiatische Hornisse (Vespa Velutina), auch bekannt als gelbbeinige Hornisse, ist eine in Südostasien beheimatete Hornissenart. Die Zunahme in Europa bedroht vor allem Honigbienen. Doch wohl auch Wespen oder Hummeln scheinen auf dem Speiseplan zu stehen. © ABACAPRESS/Imago
Ein Waschbär blickt in die Kamera.
Ursprünglich stammt der Waschbär aus Amerika, er macht sich jedoch seit Jahren auch in Deutschland breit.  © Martin Wagner/Imago
Asiatische Tigermuecke sticht zu.
Die Asiatische Tigermücke ist eine relativ kleine Stechmücke, die ursprünglich in den süd- und südostasiatischen Tropen und Subtropen beheimatet ist. Sie können gefährliche Krankheiten wie Chikungunyafieber und Denguefieber übertragen. Vor allem in Baden-Württemberg, im Rhein-Main-Gebiet, in Bayern und in Thüringen haben sich inzwischen Populationen angesiedelt. © blickwinkel/Imago
Ein Japankäfer frisst sich durch einen Strauch.
Der Japankäfer stammt ursprünglich aus Asien und frisst sich heute durch unsere Obstgehölze, Zierpflanzen oder Ackerkulturen. © NurPhoto/Imago
Marderhund invasive Art in Deutschland.
Auch der aus Asien stammende Marderhund, der dem Waschbären sehr ähnlich sieht, gilt als invasive Art in Deutschland. Da sie hier keine natürlichen Feinde besitzen, das Ökosystem jedoch negativ beeinflussen können, wird seine Ausbreitung oft kritisch gesehen. Zudem gilt er möglicher Überträger von Sars-CoV-2.  © imagebroker/Imago
Nordamerikanischer Ochsenfrosch sitzt an einem Teich.
Der Nordamerikanische Ochsenfrosch, ist eine ursprünglich nordamerikanische Amphibienart aus der Familie der Echten Frösche. In Deutschland mangelt es ihn an natürlichen Feinden und so fressen sie alles, was sie erwischen können. Selbst für Vögel soll er eine Gefahr darstellen. © imagebroker/Imago
Seit einigen Jahren treibt auch die Ameise Tapinoma magnum ihr Unwesen in Deutschland.
Seit einigen Jahren treibt auch die Ameise Tapinoma magnum ihr Unwesen in Deutschland. Optisch fällt sie durch ihren schwarzen, glänzenden Körper auf. Es wird vermutet, dass sie aus Nordafrika stammt und mit Wurzelballen aus dem Mittelmeerraum eingeschleppt wurde. © Depositphotos/Imago

An Ostern ging Anglern in Deutschland erst ein Riesen-Wels ins Netz. Ende 2024 trieb auch in einem See in Hessen ein Exemplar sein Unwesen.

Rubriklistenbild: © Chromorange/Imago Screenshot Il Dolomiti

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