VonMartina Lipplschließen
In Mailand und Turin sind bereits strikte Rauchverbote in Kraft. Jetzt bereitet sich Rom auf ein neues Rauchverbot vor.
Rom – In Parks und Gärten ist das Rauchen in der „Ewigen Stadt“ Rom bereits untersagt. Ein neuer Vorschlag sorgt jetzt für Aufsehen in den italienischen Medien: Zigaretten sollen in „allen öffentlichen Außenbereichen“ verboten werden. Städte wie Mailand und Turin gelten als Vorbild beim Rauchverbot.
Rauchverbot im Freien: Touri-Hotspot Rom bereitet sich vor
Rom meldet jährlich neue Tourismus-Rekorde. Die „Ewige Stadt“ kämpft seit Jahren mit den Auswirkungen des Massentourismus. Lärm, Müll, überfüllte Plätze und hohe Preise zermürben die Bewohner. Um die „städtische Luftqualität“ und damit die „Gesundheit“ zu verbessern, plant Rom rauchfreie Zonen in der Stadt. Auf Plätzen, Bushaltestellen und Fußgängerzonen im historischen Zentrum, wie die italienische Zeitung La Repubblica berichtet.
„Das Beispiel von Städten wie Mailand und Amsterdam zeigt, dass eine Regulierung des Rauchens im Freien möglich ist und dass die Bürger zu Änderungen bereit sind, die allen zugutekommen“, sagte Stadtrat Lorenzo Minio Paluello in einem Interview mit Repubblica. „Wir fordern daher, dass das historische Zentrum Roms, das bereits zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, zu einem Modell für öffentliche Gesundheit und Nachhaltigkeit wird, mit klaren und anwendbaren Regeln, um sauberere Luft und lebenswertere Gemeinschaftsräume zu gewährleisten.“
„Kein Kampf gegen Raucher“ – Zigaretten nur in Raucherzonen in Rom erlaubt
Es sei „kein Kampf gegen Raucher, sondern eine zivilisierte Entscheidung“, betont Paluello. Wer beim Spazierengehen eine Zigarette genießen möchte, könne dies dann auf speziell gekennzeichneten Bereichen, die mit einem Mülleimer und einer Infotafel versehen sind.
Für das „Pilotprojekt“ schlägt Paluello den ersten Bezirk der Hauptstadt Rom, das Municipio I – das historische Zentrum vor. In einem Zeitraum von zwölf Monaten sollten die Wirksamkeit der Maßnahmen überwacht und nützliche Daten gesammelt werden. Kolosseum, Trevi-Brunnen, Spanische Treppe, Piazza Navona und Patheon ziehen jährlich Millionen von Touristen an. Das Rauchverbot habe seiner Meinung nach Vorteile: Die „städtischen Luftqualität“ würde sich verbessern. Zum anderen zielt sie darauf ab, Zigarettenstummel in der Nähe von Denkmälern und historischen Stätten zu reduzieren.
Der Schutz der Gesundheit ist jedoch das Hauptziel der Resolution. „Rauchen ist eine der Hauptursachen für Atemwegs-, Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen, sowohl bei aktiven als auch bei passiven Rauchern, und hat erhebliche Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit“, heißt es in dem Dokument, das der italienischen Zeitung vorliegt. Der Stadtrat will am Donnerstag (27. März) über den Vorschlag entscheiden.
In Mailand ist das Rauchen ab dem 1. Januar 2025 im öffentlichen Raum nur noch erlaubt, wenn ein Mindestabstand von zehn Metern eingehalten wird. Strafen bis 240 Euro drohen. In Turin gab es 2024 ein ähnliches Verbot. (ml)
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