VonMoritz Bletzingerschließen
Strenge Einschränkungen auf der Urlaubsinsel: Die Erdbeben-Kommission auf Santorini stellt neue Maßnahmen vor – nur Stunden später das nächste schwere Beben.
Santorini – Mehr als 1100 Erdbeben seit dem 1. Februar. Das ist die Bilanz der Erdbeben-Kommission, die am Dienstagabend (11. Februar) auf Santorini tagte. Und nur wenige Stunden später der nächste heftige Erdstoß: Um 3.14 Uhr in der Nacht auf Mittwoch bebte die Erde mit einer Stärke von 5,0.
Erdbeben-Serie auf Santorini lässt nicht nach – Gefahr von Erdrutschen steigt
Das bislang stärkste Erdbeben auf Santorini hatte sich rund 18 Stunden zuvor mit einer Stärke von 5,3 ereignet. Die anhaltende Serie zermürbt die Menschen und die Insel selbst. Vielerorts steigt die Gefahr von Erdrutschen.
Erdbeben-Maßnahmen auf Santorini: Schulen geschlossen, Versammlungen untersagt
Jetzt braucht Santorini neue Maßnahmen zur Sicherheit. Nach einer langen Sitzung stellt die Kommission fünf Vorgaben vor:
- Schulen in Amorgos, Anafi, Ios und Santorini werden bis Freitag (14. Februar) geschlossen.
- Keine Versammlungen großer Menschenmengen in geschlossenen Räumen.
- Keine Nutzung erdrutschgefährdeter Routen sowie der vier Häfen der Caldera.
- Sicherung gefährlicher Gegenstände in Häusern.
- Inspektionen gefährdeter Gebäude.
„Zusätzlich zu diesen Phänomenen möchten die Ausschüsse die Bewohner darauf hinweisen, dass sie die vom Ausschuss angekündigten Maßnahmen mit großer Sorgfalt einhalten sollten“, heißt es in einer Mitteilung. Am Samstag (15. Februar) wird das Komitee erneut tagen, mindestens bis dahin gilt Ausnahmezustand.
Erdbeben-Herd bei Santorini verlagert sich – Vulkanausbruch nicht ausgeschlossen
In den letzten Tagen sei eine leichte Verlagerung des Erdbeben-Herds registriert worden, teilt das Komitee weiter mit. Die Epizentren haben sich in Richtung Amorgos verschoben, das sei jedoch normal. Außerdem: „Es ist auch nicht besorgniserregend, dass die Bewohner verschiedener Inseln Erdbeben unterschiedlich spüren.“ Entfernung und Ausprägung beeinflussen, wie stark jede Person die Erschütterungen wahrnimmt.
Derweil herrscht Uneinigkeiten, ob die anhaltenden Erdbeben einen Vulkanausbruch provozieren können. Zahlreiche Forschende betonen, die seismische Aktivität rühre von tektonischen Bewegungen, nicht von Aktivitäten des Vulkans, deshalb könne man beruhigt sein. Andere fürchten das Worst-Case-Szenario. So warnt etwa der Seismologe Konstantinos Synolakis jetzt bei Kathmerini: „Wir können einen Vulkanausbruch in Nea Kameni oder Kolumbo nicht ausschließen.“ (moe)
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