VonMoritz Bletzingerschließen
Santorini erlebt das intensivste Beben der Serie. Die Insel hat mit wachsenden Erdrutschen zu kämpfen. Reisende sollten auf Einschränkungen vorbereitet sein.
Update vom 11. Februar, 11.54 Uhr: Die Beben gehen weiter. Mit einer Stärke von 4,8 ereignete sich am Dienstagmorgen um 9.17 Uhr das nächste erhebliche Erdbeben im Seegebiet zwischen Santorini und Amorgos, es war laut Geodynamischem Institut bis Athen zu spüren. Bis kurz vor 11 Uhr folgten acht kleinere Beben.
Derweil bleibt unklar, ob das Erdbeben mit Stärke 5,3 das Hauptbeben war. „Normalerweise muss es die vorherigen um mindestens einen halben Punkt übertreffen, um als solches ausgezeichnet zu werden“, erklärt OASP-Präsident Efthimios Lekkas bei ERT-News. Er fügt hinzu: „Aufgrund der Gesamtsituation und des Extremszenarios haben wir die operativen Maßnahmen von Santorini auf die bestmögliche Weise angeordnet, sodass wir, wenn wir das ungünstige Szenario von ungefähr 6 auf der Richterskala haben, sofort und effektiv reagieren können.“
Santorini meldet bislang stärkstes Erdbeben – Risiko-Zone weitet sich aus
Erstmeldung vom 11. Februar, 7.18 Uhr: Santorini – Die Erdbebenserie auf der beliebten griechische Urlaubsinsel Santorini hört nicht auf. Am Montagabend (11. Februar) meldete das Geodynamische Institut das bisher stärkste Beben der aktuellen Serie mit einer Magnitude von 5,3.
Santorini-Erdbeben gehen weiter – „Wir werden weitere Schwankungen sehen“
Trotz der zunehmenden Intensität der Erschütterungen versucht die Behörde, die Bevölkerung zu beruhigen. Institutsdirektor Vasilis Karastathis erklärte der Zeitung Kathimerini: „Es mag zwar eine Stärke von 5,3 haben, aber es unterscheidet sich nicht von früheren starken Erdbeben.“ Forschungsleiter Thanasis Ganas betont: „Das Phänomen ist dynamisch und wir werden weitere Schwankungen sehen.“ Die Beben könnten zwei mögliche Szenarien nach sich ziehen, von denen eines verheerend wäre.
Am Sonntag (10. Februar) wurden insgesamt 109 Erdbeben auf Santorini registriert, von denen 14 eine Stärke von 4 oder mehr erreichten. Diese Serie hinterlässt deutliche Spuren auf der Insel.
Erdbeben erhöhen Erdrutsch-Gefahr auf Santorini: Jetzt auch Hänge außerhalb der Caldera betroffen
Die Gefahr von Erdrutschen auf Santorini nimmt nun auch außerhalb der Hänge an der Caldera zu. Ein Team der Universität von Athen beobachtet Erdrutsche an der südlichen Küste, im nördlichen Teil der Insel und am östlichen Rand der Caldera. Die Risiko-Gebiete:
- Der Hang oberhalb des Red Beach.
- Die Hänge oberhalb des Strandes von Vlychada.
- Die Hänge oberhalb des Hafens von Athinios.
- Die Hänge nördliche des Hafens von Athnios (die Straße zum Hafen gilt schon länger als gefährdet).
- Die Hänge oberhalb des alten Hafens von Fira.
- Die Hänge unterhalb von Imervigli.
- Die Hänge im Skaros-Gebiet bei Imerovigli.
- Die Provinzstraße Fira-Oia.
Besonders betroffen ist der Strand von Vlychada, wo die Auswirkungen laut Kathimerini erheblich sind. Das Geröll sammelt sich unterhalb der steilen Hänge und der Strand hat erheblich an Breite eingebüßt. Die Wellenbewegungen könnten jedoch allmählich zur Wiederherstellung des Strandes beitragen.
Risiko-Gebiete auf Santorini gesperrt – erstes Kreuzfahrtschiff umgeleitet
Einige Bereiche von Santorini sind aufgrund der Erdrutschgefahr nun für Einheimische und Touristen gesperrt und auf bestimmten Straßen gilt ein Fahrverbot. Auch die Kreuzfahrtindustrie spürt die Auswirkungen: Die „Viking Star“ wurde umgeleitet. (moe)
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