Vorsicht vor Starkregen und Stürmen

Neue Unwetter rollen über Italien: Zivilschutz warnt Urlaubsregionen – Hagelstürme und Starkregen drohen

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Die Frühlingsstimmung in Italien wird jäh unterbrochen. Ein Atlantiktief rollt über das Land und bringt wieder Unwetter mit sich. Welche Regionen betroffen sind.

Update vom 20. Mai, 14.30 Uhr: Nicht nur Italien, auch Österreich wird von einer Unwetterfront im Laufe des Dienstags getroffen. „Im Vorfeld eines Tiefs über dem Golf von Genua steigt heute Nachmittag die Schauer- und Gewittergefahr in den Alpen deutlich an“, schreiben die Wetter-Experten der Österreichischen Unwetterzentrale auf der Plattform X.

Vor allem sind auch bei Urlaubern beliebte Alpenregionen betroffen. Die Warnung gilt vom Bregenzerwald bis zur Steiermark. Hier sind Gewitter mit besonders starken Regenfällen möglich.

Erstmeldung vom 20. Mai: Turin – Ein atlantisches Tiefdruckgebiet zieht am Dienstag (20. Mai) in Richtung Italien und bringt instabiles Wetter mit sich. Besonders betroffen sind die nordwestlichen Regionen Italiens, wo mit starken Regenfällen und intensiven Gewittern zu rechnen ist, wie der italienische Zivilschutz in einer aktuellen Mitteilung warnt.

Frühlings- oder gar Sommerwetter macht sich in Italien noch nicht so richtig breit: Es drohen weitere Unwetter. (Archivbild)

Mehreren Regionen in Italien drohen heftige Unwetter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen

Der italienische Zivilschutz hat in Abstimmung mit den betroffenen Regionen eine Unwetterwarnung herausgegeben. Für den heutigen Dienstag gilt die Warnstufe Gelb für Teile des Piemonts, der Lombardei und der Emilia-Romagna sowie für das gesamte Gebiet Liguriens, große Teile der Toskana und Umbrien. Diese Regionen zählen zu den beliebtesten Urlaubszielen in Italien, was die Warnung besonders relevant für Reisende macht.

Schon ab den Morgenstunden wurden verbreitet Niederschläge und Gewitter gemeldet, vor allem im Piemont. Wie Rai News berichtet, kam es in Turin bereits zu einem, heftigen Wolkenbruch. Die Unwetter dürften sich im Tagesverlauf in den mittleren und südlichen Gebieten, sowie in Ligurien und dann auch auf die Lombardei, die Emilia-Romagna und die Toskana ausbreiten. Die Unwetter werden „von starken Regengüssen, regelmäßiger Blitzaktivität, lokale Hagelstürme und kräftigen Windböen begleitet“, warnt der Zivilschutz.

Gleichlautend warnt auch der Wetterdienst MeteoLive.it: „Vorsicht vor Windböen bei Gewittern, die örtlich auch von Hagel begleitet werden.“

Bisher wettertechnisch durchwachsenes Jahr 2025 für Italien

Erst vor wenigen Tagen trieb der Zyklon „Ines“ über Italien sein Unwesen. Die Folge waren starke Regenfälle und teils heftige Gewitter und Stürme. Betroffen waren vor allem der Süden Italiens, insbesondere die Urlaubsinsel Sizilien.

Sturzfluten, Erdrutsche und jetzt noch Schnee – Bilder zeigen heftiges Ausmaß des Italien-Unwetters

Italien Wetterkarte hat es in sich. Besonders Piemonte, im Norden, dürfte von starken Regenfällen am 17. April getroffen werden. Schon der Mittwoch (16. April) stellte Feuerwehren und Rettungsdienste vor große Herausforderungen.
Italien Wetterkarte hat es in sich. Besonders Piemonte, im Norden, dürfte von starken Regenfällen am 17. April getroffen werden. Schon der Mittwoch (16. April) stellte Feuerwehren und Rettungsdienste vor große Herausforderungen. © Protezione Civile
Erdrutsch bei Unwetter in Italien: Das Dorf Boccassuolo wurde in zwei geteilt.
Erdrutsch bei Unwetter in Italien: Das Dorf Boccassuolo wurde in zwei geteilt. © Screenshot/Provincia Modena
Feuerwehr teilt Bilder von Unwetter in Italien.
Unwetter in Italien: Die Feuerwehr teilt Bilder aus den betroffenen Regionen. Der Meteorologe Dominik Jung rät sogar: „Im Zweifel lieber frühzeitig abreisen“ – besonders für Campingurlauber in Flussnähe oder in Hanglagen könnte es gefährlich werden. ©  Vigili del Fuoco / X
Italiens Feuerwehren sind im Dauereinsatz, sprechen am 16. April (Mittwoch) von Einsätzen wegen Überschwemmungen, Wasserschäden und Erdrutschen. Aufgrund zweier Erdrutsche in Villadossola und Beura Cardezza mussten 30 Personen vorsorglich aus den umliegenden Häusern evakuiert werden.
Italiens Feuerwehren sind im Dauereinsatz, sprechen am 16. April (Mittwoch) von Einsätzen wegen Überschwemmungen, Wasserschäden und Erdrutschen. Aufgrund zweier Erdrutsche in Villadossola und Beura Cardezza mussten 30 Personen vorsorglich aus den umliegenden Häusern evakuiert werden.  © Vigili del Fuoco / X
Italien erwartet heftigen Regen – besonderd Norden betroffen.
In Italien herrscht derzeit eine ernste Unwetterlage, besonders in den nördlichen Regionen des Landes. Mehrere Tiefdruckgebiete sorgen für massive Niederschläge, die zu Überschwemmungen, Erdrutschen und gefährlichen Wetterlagen führen können. © Marco Ottico / pictures alliance
Unwetter in Italien – es droht großflächiges Hochwasser.
Für viele Regionen gilt aktuell die Warnstufe Orange oder Gelb der italienischen Zivilschutzbehörde. Besonders kritisch ist die Lage in der Region zwischen Turin und Mailand sowie in der Po-Ebene, wo großflächiges Hochwasser droht. © IMAGO/Alessandro Di Marco
Bis zu 500 Liter Regen pro Quadratmeter in Italien.
Wetterexperten rechnen mit extremen Regenmengen: In nur 48 Stunden könnten über 20 Zentimeter Niederschlag fallen In Spitzen werden 400 bis 500 Liter pro Quadratmeter erwartet. Meteorologen warnen sogar vor lebensbedrohlichen Unwettern. © IMAGO/Alessandro Di Marco
Italien von schweren Unwettern heimgesucht – noch keine Entwarnung.
Die intensive Niederschlagsphase soll noch bis mindestens Donnerstag (17. April) anhalten. Für Freitag (18. April) wird eine leichte Wetterberuhigung erwartet, doch auch am Wochenende bleibt die Lage unbeständig. © IMAGO/Alessandro Di Marco
Unwetter treffen Italien: Im Piemont traf ein Erdrutsch eine Straße in Donato. Feuerwehrleute greifen vor Ort ein.
Unwetter treffen Italien: Im Piemont traf ein Erdrutsch eine Straße in Donato. Feuerwehrleute greifen vor Ort ein.  © Screenshot
Dieses Video aus Valsesien im Piemont zeigt eine Lawine, die in Richtung Tal rauscht. Ein Gemisch aus Schnee, Wasser und Schlamm.
Ein Video aus Valsesien im Piemont zeigt eine Lawine, die in Richtung Tal rauscht. Ein Gemisch aus Schnee, Wasser und Schlamm. © Andrea Vuolo - Meteo in Piemonte
In der Region Piemont wurden die Einsatzkräfte am Donnerstag auf über 400 Personen aufgestockt.
In der Region Piemont wurden die Einsatzkräfte am Donnerstag auf über 400 Personen aufgestockt.  © Vigili del Fuoco
Zahlreiche Straßen in der Region wurden von Erdrutschen verlegt, einige Gemeinden sind isoliert oder bereits evakuiert.
Zahlreiche Straßen in der Region wurden von Erdrutschen verlegt, einige Gemeinden sind isoliert oder bereits evakuiert. © Vigili del Fuoco
Verstärkung wurde außerdem in die Toskana geschickt. Zwischen Biella, Verbiana und Turin dürfte die Lage kritisch bleiben.
Verstärkung wurde außerdem in die Toskana geschickt. Zwischen Biella, Verbiana und Turin dürfte die Lage kritisch bleiben. © Vigili del Fuoco
Bilder der Feuerwehr zeigen hier einen Einsatz bei Villar Dora. Bäume halten den starken Winden nicht Stand.
Bilder der Feuerwehr zeigen hier einen Einsatz bei Villar Dora. Bäume halten den starken Winden nicht Stand. © Vigili del Fuoco
Auch in der Lombardei führen die Unwetter zu großen Verkehrsbehinderungen.
Auch in der Lombardei führen die Unwetter zu großen Verkehrsbehinderungen.  © Vigili del Fuoco
Über 500 Einsätze wegen Überschwemmungen, Wasserschäden oder umgestürzten Bäumen zählte die Feuerwehr in der Lombardei in nur 24 Stunden.
Über 500 Einsätze wegen Überschwemmungen, Wasserschäden oder umgestürzten Bäumen zählte die Feuerwehr in der Lombardei in nur 24 Stunden. © Vigili del Fuoco
Auch die Schweizer Alpen wurden von Unwettern heimgesucht. Feuerwehrleute entfernen einen Baum, der unter der Schneelast in der Stadt Sierre zusammengebrochen ist. Die Situation ist so gefährlich, dass selbst Schulen und Supermärkte regional geschlossen bleiben.
Auch die Schweizer Alpen wurden von Unwettern heimgesucht. Feuerwehrleute entfernen einen Baum, der unter der Schneelast in der Stadt Sierre zusammengebrochen ist. Die Situation ist so gefährlich, dass selbst Schulen und Supermärkte regional geschlossen bleiben. © afp
Der komplett eingeschneite Piazza Chanoux in der Innenstadt von Aosta.
Der komplett eingeschneite Piazza Chanoux in der Innenstadt von Aosta. © Screenshot
80 Zentimeter Neuschnee wurden in höheren Lagen des Piemont verzeichnet.
80 Zentimeter Neuschnee wurden in höheren Lagen des Piemont verzeichnet. © Screenshot
Bereits Mitte März 2025 waren Teile Italiens von schweren Unwettern getroffen worden. Unter anderem Florenz.
Bereits Mitte März 2025 waren Teile Italiens von schweren Unwettern getroffen worden. Unter anderem Florenz. © IMAGO/IPA/ABACA

Im April war Italien über mehrere Tage und sogar Wochen im Griff von heftigen Unwettern. Besonders an Gebieten entlang des Flusses Po war die Lage aufgrund der starken Regenfälle kritisch. Selbst Meteorologen haben vor einem Frühjahrsurlaub in der Mittelmeerregion aufgrund der Wetterverhältnisse abgeraten. (jm)

Rubriklistenbild: © IMAGO/B&S/Bernd März/Screenshit IlMeteo.it

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