„Riss im Steinbruch“

Erdbeben erschüttert Kroatiens Küstenregion: „Wie eine Explosion“

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Ein Erdbeben hat die Adriaküste von Kroatien erschüttert. (Collage)
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Erneut hat ein Erdbeben die Küstenregion von Kroatien getroffen. Anwohner berichten von schweren Erschütterungen.

Split – Erneut ist Kroatien von einem stärkeren Erdbeben erschüttert worden. Am Samstagabend gegen 19 Uhr bebte die Erde knapp 1,5 Stunden Autofahrt südlich von Split in der Region um die Städte Opuzen und Metkovic. Auch in Bosnien und Herzegowina, besonders in der nahegelegenen Stadt Neum, war das Beben den Angaben zufolge spürbar.

Nach Angaben des US Geological Survey erreichte das Beben eine Stärke von 4.0 auf der Richterskala. Das European-Mediterranean Seismologigal Centre nennt eine Stärke von 4,5.

Erdbeben in Kroatien: Anwohner berichten von Schreck-Moment

Damit handelt es sich um ein Beben, das laut der Skala in die Kategorie „leicht“ einzuordnen ist. Es seien „sichtbare Bewegungen von Zimmergegenständen, Erschütterungsgeräusche“, aber „meist keine Schäden“ zu erwarten, ordnet der Bundesverband Geothermie Beben diese Stärke ein. Ab einer Stärke von 5,0 erwartet man demnach Schäden an Gebäuden. Das Epizentrum lag den Angaben zufolge in 15 Kilometern Tiefe.

Dennoch war das Beben für die Bewohner der Region offenbar deutlich spürbar. „Das Erdbeben glich einer Explosion“, berichtet ein Anwohner von Opuzen dem kroatischen News-Portal dnevnik. Ein anderer Bewohner verglich die Erschütterungen mit einem „Riss im Steinbruch“. Den Angaben der Anwohner zufolge dauerte das Beben knapp zehn Sekunden. Erst habe es ein leiseres Geräusch gegeben, „dann einen Schlag“. Menschen seien dennoch blitzartig in Richtung Tür gerannt.

Erdbeben rund um die Adria: Darum kommt es regelmäßig zu Erschütterungen

Die adriatische Küste wird relativ regelmäßig von Erdbeben erschüttert. „Die ganze Region ist wie eine Knautschzone zwischen den Kontinentalplatten, mit einer Reihe von kleineren tektonischen Platten und Bruchzonen“, erklärte das Deutsche Geo-Forschungszentrum Potsdam die Ausgangslage bereits im Jahr 2020. Italien werde nicht nur nach Norden in Richtung Alpen, sondern auch nach Osten in Richtung Balkan geschoben. Die Küsten Italiens und Kroatiens nähern sich demnach jedes Jahr um mehrere Millimeter an „und schließen so Stück für Stück das adriatische Meer“, heißt es weiter. Dieser Druck erzeugt über Jahrzehnte und Jahrhunderte große Spannungen im Boden. Dadurch entstehen immer wieder sogenannte „Entlastungsbeben“. (rjs)

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