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Omikron BA.5: Frühere Omikron-Infektion schützt wohl vor Corona-Variante

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Eine Ansteckung mit einem früheren Omikron-Subtypen kann vor einer Infektion mit der dominierenden Corona-Variante schützen. Einen Haken gibt es allerdings.

Katar – Die dominierende und hochansteckende Corona-Variante Omikron BA.5 in Deutschland ist ebenso wie Omikron BA.4 gewiefter darin, das Immunsystem der Menschen zu umgehen. Dennoch belegen jüngste Studien, dass eine frühere Corona-Infektion mit Corona-Varianten wie Alpha, Beta oder Delta dennoch einen gewissen Schutz bietet. Nun allerdings zeigen neue Forschungsergebnisse, dass eine Infektion mit einer früheren Omikron-Variante wie BA.2 vor einer Reinfektion mit Omikron BA.5 – eine Infektion kann zu heftigen Symptomen und Verläufen führen – und BA.4 einen verstärkten Schutz bietet.

Omikron BA.5: Frühere Omikron-Infektion schützt wohl vor Corona-Variante

Zu diesem Ergebnis, dass eine Infektion mit einer früheren Omikron-Variante besser vor Omikron BA.5 schützt, kommt jedenfalls eine Corona-Studie aus Katar, in der ein Forschungsteam alle Corona-Fälle untersuchte, die infolge der Infektionswelle mit BA.4 und Omikron BA.5 im Emirat registriert worden sind. Die Corona-Studie zu Infektion mit der Variante Omikron BA.5, bei der Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) über mehr Impfdurchbrüche alarmiert ist, und der Variante BA.4 wurde bereits im 12. Juli 2022 als Preprint bei medRxiv veröffentlicht.

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass eine Infektion mit einer früheren Omikron-Variante wie BA.2 vor einer Reinfektion mit Omikron BA.5 und BA.4 einen verstärkten Schutz bietet.

Ein unabhängiges Gremium hat sich die Ergebnisse der Studie allerdings noch nicht geprüft. Die Ergebnisse zum Schutz früherer Omikron-Varianten vor einer Corona-Infektion mit der Variante Omikron BA.5, bei der es Details zur Inkubationszeit gibt, ergaben sich aus der umfassenderen Studie, die sich damit beschäftige, „wie verschiedene Immunitäten miteinander kombiniert werden“, erklärte der Mitautor der Corona-Studie, Laith Abu-Raddad, Epidemiologe vom Weill Cornell Medical College in Katar.

Omikron BA.5: Infektion mit einem früheren Omikron-Subtypen schützt verstärkt vor der Corona-Variante

Um herauszufinden, inwiefern eine frühere Infektion vor den beiden Omikron-Subvarianten BA.5 und BA.4 schützt, analysierte das Forscherteam alle Corona-Infektionen in Katar zwischen dem 7. Mai 2022 – als BA.4 und BA.5 erstmals ins Emirat kamen, und dem 4. Juli 2022. Dabei entdeckte das Team, dass eine frühere Infektion mit einer Corona-Variante abseits von Omikron vor einer Reinfektion mit den Corona-Varianten Omikron BA.5 – das bedeutet der CT-Wert bei einer Infektion mit der Corona-Variante – und Omikron BA.4 weniger Schutz bietet.

Der Schutz vor einer symptomatischen Reinfektion mit einer der beiden Omikron-Subvarianten liegt laut den Daten bei einer Wirksamkeit von 28,3 Prozent, während eine Reinfektion mit Omikron BA.5 mit Symptomen nur in 15,1 Prozent der Fälle verhindert wurde. Bei einer vorherigen Infektion mit Omikron steige der Schutz hingegen deutlich: Die Infektion mit der Corona-Variante schützte 79,7 Prozent der Probanden vor einer Reinfektion mit BA.4 und BA.5. Zudem wiesen 76,1 Prozent der Teilnehmer bei einer Reinfektion mit der Variante Omikron BA.5, zu der es Antworten zu allen Fragen zur Variante gibt, weder Symptomen noch Verlauf auf.

Omikron BA.5: Abstand zwischen Erst- und Zweitinfektion wichtig für Reinfektion mit der Corona-Variante

„Die Studie ist gut“, der Virologe Kei Sato von der Universität Tokio. Er weist jedoch darauf hin, dass die Länge des Zeitraums zwischen der ersten und der zweiten Infektion die Ergebnisse beeinflusst haben könnte. Frühere Varianten sind schon länger bekannt als Omikron, das erst Ende 2021 auftauchte. Außerdem haben mehrere Studien gezeigt, darunter eine Studie desselben Teams in Katar, dass die natürliche Immunität gegen Sars-CoV-2, wo inzwischen auch die Omikron-Variante BA.2.75 entdeckt wurde, vor der Experten warnen, mit der Zeit nachlässt.

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Alex Sigal, seines Zeichens Virologe am Africa Health Research Institute im südafrikanischen Durban, stimmt dem zu: „Die Zeit, die seit der ursprünglichen Infektion vergangen ist, ist bei Omikron viel kürzer, sodass der Vergleich nicht wirklich fair ist“, so Sigal. Zudem ginge der Impfstatus der Teilnehmer nicht aus den Ergebnissen hervor, ebenso wenig wie Informationen darüber, ob die Primärinfektionen vor oder nach der Impfung stattfanden, was ein wichtiger Aspekt sein könnte.

Zweck der Studie zu Omikron BA.5: Forscher wollen herausfinden, wer am anfälligsten für Reinfektionen ist

Studienmitautor Laith Abu-Raddad erklärt, der Zweck der Studie sei es gewesen, zu untersuchen, wer derzeit am anfälligsten für Reinfektionen ist. Das Team führte eine Sensitivitätsanalyse durch, um den Impfstatus zu berücksichtigen. Die Ergebnisse dieser Analyse stimmten mit den allgemeinen Schlussfolgerungen überein. „Die Immunität, die man durch eine Omikron-Infektion erhält, schützt bis zu einem gewissen Grad auch vor anderen Omikron-Unterlinien“, sagt Virologe Alex Sigal. Covid sei jedoch überall, warnt Sato: „Es kann leicht wieder neue Varianten hervorbringen.“

Rubriklistenbild: © Bihlmeyerfotografie/imago

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