Positiver Corona-Test

Omikron BA.5: Das bedeutet der CT-Wert bei einer Infektion mit der Corona-Variante

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Auch bei einem positiven Corona-Test gibt es Unterschiede. In diesem Fall ist der CT-Wert entscheidend. Auch in Bezug auf Omikron BA.5. Bedeutet konkret was?

Berlin – Corona-Infektion ist nicht gleich Corona-Infektion. Denn nicht alle Menschen, die sich beispielsweise mit der Omikron-Subvariante BA.5 infiziert haben, sind auch gleich ansteckend. Es ist möglich, dass man bereits engen Kontakt zu Menschen hatte, die das Coronavirus in sich trugen, es dennoch aber nicht zur Ansteckung kam. Umgekehrt kann man sich bei Menschen anstecken, die man nur kurz und mit reichlich Abstand gesehen hat. Dieses Ansteckungspotential wird im Rahmen des PCR-Tests ermittelt. Und zwar durch den sogenannten CT-Wert (Cycle-threshold-Wert).

Omikron BA.5: Was der CT-Wert nach einer Infektion mit der Corona-Variante aussagt

Wer sich mit Omikron BA.5 und dessen Symptomen infiziert hat und eine entsprechende Probe ins Labor zur mehrmaligen Untersuchung weitergegeben wird, sollte Folgendes wissen: Durch den CT-Wert wird angegeben, wie vieler dieser Messzyklen letztendlich notwendig waren, um die Coronaviren nachzuweisen. Es gilt: Je mehr Messzyklen hierfür nötig sind, desto geringer fällt auch die Viruslast aus. Im Umkehrschluss weist ein niedriger CT-Wert also darauf hin, dass eine hohe Viruslast festgestellt wurde.

Auch für eine Infektion mit Omikron BA.5 gut zu wissen: Testproben werden mit einem PCR-Testautomaten ausgewertet. Hier liest eine Mitarbeiterin der virologischen Abteilung der Universitätsklinik Essen am Monitor die Ergebnisse der Proben ab. Anhand einer Verlaufskurve kann der CT-Wert einer Probe abgelesen werden.

Die Person, von der die Probe beispielsweise nach einer Infektion mit der sehr ansteckenden Omikron-Subvariante BA.5 stammt, gilt als ansteckender. Die hohe Viruslast, die diese Person mit sich trägt, wurde schon bei den ersten Messzyklen im Labor erkannt. Fällt der CT-Wert größer als 30 aus, wird die Viruslast als sehr gering eingestuft. Sollte der CT-Wert jedoch sehr hoch ausfallen, wird das Ergebnis weiter uneindeutig. Das gilt beispielsweise bei Messwerten wie 50 oder 60. Mehr Messzyklen werden in Laboren auch nicht durchgeführt.

Infektion mit Omikron BA.5: Wie der CT-Wert Isolation und Quarantäne beeinflussen kann

Angenommen, eine Person infiziert sich mit Omikron BA.5 und durch die Untersuchung einer entsprechenden Probe liegt der CT-Wert vor: Ist diese Zahl dann ausschlaggebend für eine Isolation respektive eine Quarantäne? In diesem Fall muss zwischen den beiden Begrifflichkeiten unterschieden werden.

Beim bloßen Verdacht auf eine Corona-Infektion kommt eine Quarantäne infrage. Das gilt für Menschen, die Kontakt zu einer infizierten Person hatten – selbst aber noch nicht wissen, ob sie sich auch angesteckt haben. Die Quarantäne kann sowohl freiwillig als auch durch eine behördliche Anordnung erfolgen. Wer sich definitiv mit dem Coronavirus oder einer Variante wie Omikron BA.5 infiziert hat, muss in Isolation und sich krankschreiben lassen. Diese darf auch nicht freiwillig abgebrochen werden.

CT-Wert kann Isolation nach Infektion mit Omikron BA.5 beenden – nicht aber die Quarantäne

Wer sich nachweislich beispielsweise als Genesener mit Omikron BA.5 infiziert hat und sich in Isolation befindet, kann nach sieben Tagen einen PCR-Test machen. Fällt dieser negativ aus, darf die Isolation beendet werden. Doch selbst wenn der PCR-Test positiv ausfällt, ist das Ende der Isolation möglich. Dieser Fall greift, wenn ein CT-Wert von über 30 vorliegt. Dann ist die Viruslast so gering, dass man nicht mehr als ansteckend gilt. Dementsprechend nimmt der CT-Wert doch einen Einfluss auf die Isolation.

Anders verhält es sich wiederum bei der Quarantäne. Hier dürfen Kontaktpersonen ihre Quarantänezeit aufgrund eines hohen CT-Wertes nicht verkürzen. Der Grund hierfür: Die Viruslast erhöht sich in den ersten Tagen nach dem Kontakt mit einer infizierten Person permanent. Die Viruslast hätte sich noch nicht vollständig entwickelt, wenn schon zu früh getestet wird. Und somit wäre die Ansteckungsgefahr weiter hoch.

Omikron BA.5: Wie schnell der CT-Wert nach einer Infektion sinken und steigen kann

Direkt nach einer Infektion, wie sie mit Omikron BA.5 und der entsprechenden Inkubationszeit vorliegen kann, ist der CT-Wert meist für ein paar Tage sehr niedrig und steigt dann sehr schnell an. Infektionen werden deshalb in den ersten Tagen kaum erkannt. Doch wer sich bereits am Folgetag wieder testet, kann schon zu einem ganz anderen Ergebnis kommen. In nur ein paar Stunden könne die Viruslast von einem geringen Wert bis zum Maximum ansteigen. Darauf verweist SWR-Wissenschaftsredakteur David Beck.

Der CT-Wert des PCR-Tests ist kein statischer Wert, sondern etwas, was sich über die Zeit während der Infektion verändert und man bei einem niedrigen Wert infektiös, bei einem hohen Wert wahrscheinlich gar nicht oder wenig infektiös ist.

Virologe Hendrik Streeck gegenüber „rtl.de“

Danach würde die Viruslast nur wieder langsam sinken. Dementsprechend kann es dauern, bis ein PCR-Test wieder negativ ausfällt. Wie schnell sich die CT-Werte verändern, fällt von Person zu Person unterschiedlich aus. Und grundsätzlich gilt: Wer Viren in sich trägt, kann diese natürlich auch weitergeben. Vorsicht ist also auf jeden Fall geboten, das Tragen von Masken in Innenräumen kann durchaus nicht schaden.

Omikron BA.5: Führt eine Infektion mit der Corona-Variante zu einem niedrigen CT-Wert?

Die Omikron-Variante ist ansteckender, als es noch Alpha oder Delta waren. Das gilt insbesondere für die Omikron-Subvarianten BA.4 und BA.5, die relativ schnell eine Infektion verursachen. Sie setzen vor allem an den oberen Atemwegen an und müssen nicht erst tief in die Lunge eingeatmet werden. In den oberen Atemwegen wird aber die entsprechende Probe bei einem PCR-Test entnommen.

Da sich hier mehr Viren befinden, kann das durchaus in einem niedrigeren CT-Wert resultieren. Und die neue Omikron-Variante BA.2.75, über die noch kaum valide Informationen vorliegen, wurde noch nicht einmal berücksichtigt.

Infektion mit Omikron BA.5: Fallen Symptome bei einem niedrigen CT-Wert stärker aus?

Wie bereits skizziert, sitzt Omikron eher in den oberen Atemwegen. Das trifft auch auf die Omikron-Subvarianten BA.4 und BA.5, vor denen man trotz einer Infektion mit BA.1 oder BA.2 nicht geschützt ist, zu. Da im Rachen und in der Nase mehr Viren vorliegen, aber kaum welche in der Lunge, kann dies zu einem niedrigen CT-Wert führen. Das ist vergleichsweise ungefährlich. Erkältungssymptome können zwar stark ausgeprägt sein, die Lunge selbst wird jedoch weniger in Mitleidenschaft gezogen.

Rubriklistenbild: © Ralph Lueger/imago

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