Papst-Audio widerlegt Falschberichte – löst aber neue Sorgen um Gesundheitszustand aus
VonJulian Mayr
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Mit einer kaum verständlichen Stimme gab sich Papst Franziskus per Audio zu erkennen. Dieses Lebenssignal verdeutlicht jedoch, wie krank er wirklich ist.
Vatikan – Seit nunmehr drei Wochen ist Papst Franziskus in einem römischen Krankenhaus in Behandlung. Vom Vatikan gibt es regelmäßig Updates zum Gesundheitszustand von Jorge Mario Bergoglio. Persönlich bekamen Gläubige den Kirchenvater seither nicht zu Gesicht. Nun wandte sich Franziskus mit einer Audiobotschaft an die Außenwelt. Für Beruhigung dürften die Worte jedoch nicht unbedingt sorgen.
Papst Franziskus wendet sich mit Botschaft an die Öffentlichkeit: „Danke Ihnen von ganzem Herzen“
Tagtäglich versammeln sich Gläubige am Petersplatz, um für den gesundheitlich angeschlagenen Papst zu beten. Am Donnerstagabend, kurz vor Beginn des abendlichen Rosenkranzgebets, ließ der Vatikan eine vorher aufgenommen Audiobotschaft des Kirchenoberhaupts abspielen.
„Ich danke Ihnen von ganzem Herzen für die Gebete, die Sie von der Piazza aus für meine Gesundheit verrichten“, sagt Franziskus darin mit schwacher Stimme. Aufgrund seiner Lungenentzündung und der nun dreiwöchigen Behandlung im Krankenhaus ist der Papst hörbar schweratmig. „Ich werde Sie von hier aus begleiten. Möge Gott Sie segnen und die Jungfrau Sie beschützen. Ich danke Ihnen!“, schließt er die nicht ganz 30-sekündige Tonaufnahme.
Papst mit Audiobotschaft an Gläubige – Mache deutlich, „wie krank er ist“
Für die Anwesenden am Hauptplatz des Vatikans dürfte die Botschaft des Papstes eine Überraschung gewesen sein. „Die Versammelten reagierten mit spürbarer Ergriffenheit“, schreibt Vatican News hierzu. Kardinal Angel Fernandes Artime sprach von einem „schönen Geschenk.“
Sorge um Papst nach Audiomeldung: Falschnachrichten über Gesundheitszustand machen die Runde
Und auch wenn das Audio Zweifel daran nähren könnte, ob Franziskus auf absehbare Zeit oder überhaupt noch in sein Amt zurückkehren würde: Immerhin dürfte er mit der Botschaft Falschmeldungen Wind aus den Segeln nehmen, die in den letzten Wochen über ihn und seinen Gesundheitszustand kursierte. Wie italienische Medien berichten, verbreiteten sich zuletzt Verschwörungserzählungen in den sozialen Medien, die bereits von einem Ableben des Oberhaupts der katholischen Kirche sprachen.
Unter anderem das Portal open berichtete über KI-generiertes Bild- und Videomaterial, das den sterbenden Papst zeigen soll. Die Postpolizei soll bereits Ermittlungen aufgenommen haben. Das letzte offizielle Bild entstand am 14. Februar, kurz bevor Franziskus in die Gemelli-Klinik zur Behandlung eingeliefert wurde. Auf den Bildern ist der Tageszeitung La Repubblica zufolge schon ein „müder und schwerfälliger“ Papst erkennbar.
Vatikan bezieht Stellung zu Falschnachrichten rund um Papst Franziskus: „Kommentieren sich von selbst“
Matteo Liut, Journalist der katholischen Tageszeitung Avvenire, beschreibt die Dynamik wie folgt: „Das Bedürfnis nach [...] visuellem Inhalt für unseren Verstand lässt den Zweifel aufkommen, dass alles eine große Verschwörung ist. Und so hören wir es vom Barkeeper, wir hören es auf dem Markt, bei der Arbeit, im Zug: Wenn wir den Papst nicht sehen, dann ist es, weil etwas Ernstes passiert ist und ‚sie es uns nicht sagen‘ “.
Regelmäßigen Anfragen von außen, nach aktuellen Bildern, erteilt der Vatikan eine Absage. Franziskus selbst wolle das nicht, heißt es: „Jeder kann frei entscheiden, wie und wann er gesehen werden will“. Und auch zu den Falschnachrichten äußert sich das Pressebüro des Heiligen Stuhls: „Fake News kommentieren sich von selbst, wir geben regelmäßig Informationen heraus.“
Am heutigen Freitag (7. März) soll es jedoch nicht wie üblich ein Update zum Gesundheitszustand geben, lässt der Vatikan verlauten: „Angesichts der stabilen gesundheitlichen Lage wird das nächste medizinische Bulletin am Samstag veröffentlicht“. Nach Atem-Anfällen am Wochenbeginn hat sich seine gesundheitliche Lage aber wieder stabilisiert. (jm)