VonHelena Griesschließen
Alkohol All-inklusive ist in Hotels am Ballermann verboten. Das Verbraucherministerium verhängt hohe Strafen gegen den Sauftourismus auf Mallorca.
Palma – Der Party-Tourismus auf Mallorca ist ein bekanntes Problem. Nach Corona hat das exzessive Feiern am Ballermann noch einmal zugenommen. Der Touristen-Ansturm ist in diesem Jahr enorm. Die beliebte Urlaubsinsel im Mittelmeer will jedoch weg vom Billig-Image des Sauftourismus an der Playa de Palma und hat bereits zu Beginn der Saison neue Benimmregeln für die Party-Meile am Ballermann aufgestellt. Bei Verstoß drohen Strafen bis zu 3000 Euro für die Feiernden. Doch nicht nur Urlauber werden bei Missachtung der Regeln zur Kasse gebeten.
Das Ministerium für Gesundheit und Verbraucherschutz geht jetzt gegen den ausufernden Sauftourismus auf Mallorca vor. Gegen einige Hotels und Lokale wurden saftige Bußgelder für Verstöße im vergangenen Jahr verhängt. Medienberichten zufolge soll es bereits Strafen in Höhe von insgesamt mehr als 400.000 Euro für Hotels und Lokale auf der Urlaubsinsel geben.
Gegen den Sauftourismus auf Mallorca: Alkohol All-inklusive in Hotels am Ballermann verboten
In Ballermann-Hotels ist Alkohol All-inklusive seit 2020 eingeschränkt. In dieser Saison wurde der uneingeschränkte Alkoholkonsum in Hotels am Ballermann jedoch komplett verboten. Wer sich nicht an die neuen Benimmregeln hält, dem drohen Strafen.
In einem Hotel an der Playa de Palma wurde den Gästen ungehindert „Alkohol ohne Limit“ angeboten, darüber berichtet die Mallorca-Zeitung. In dem Hotel soll es demnach nicht nur freien Zugang zu Alkoholautomaten, sondern auch zu den Zapfhähnen in der Bar gegeben haben. Dieser Verstoß ist laut Verbraucherminister Félix Alonso als „sehr schwerwiegend“ einzustufen und wird mit der höchsten Einzelstrafe von 100.000 Euro geahndet. Das Hotel hat laut Angaben der Mallorca-Zeitung Einspruch gegen die Strafe eingelegt.
Strafen am Ballermann: Verbraucherschutzministerium geht gegen Sauftourismus auf Mallorca vor
Ein weiteres Hotel in der deutschen Urlauberhochburg Playa de Palma steht wegen eines ähnlich schwerwiegenden Verstoßes am Pranger. Die Strafe von 60.000 Euro soll das Hotel bereits gezahlt haben. Ins Visier des Verbraucherschutzministeriums gerieten außerdem zwei Geschäfte auf Mallorca, die Tabak und Alkohol im Paket verkauft haben sollen. Ebenfalls 60.000 Euro soll ein Café als Bußgeld zahlen, da die Preise nicht vorschriftsmäßig ausgeschrieben waren. Eine weitere Gaststätte am Ballermann muss mit einer Strafe von 66.000 Euro rechnen, weil sie auf der Straße für Alkohol geworben hat, heißt es in dem Bericht der Mallorca-Zeitung.
Interessenvertretungen der Partymeile im Süden der spanischen Mittelmeerinsel hatten erst kürzlich Alarm geschlagen und in einem Aufruf eine inzwischen „unhaltbare“ und „alarmierende“ Situation angeprangert. Gefordert wird unter anderem härtere Strafen, mehr Polizeipräsenz und mehr Kontrollen. (hg)
