VonJohannes Welteschließen
Kilian Bäumlschließen
Eine Lawine löst einen Großeinsatz in Tirol aus. Vier Personen wurden von der Lawine erfasst, drei Personen kamen bei dem Vorfall ums Leben. Es handelte sich um Mitglieder eines Hockeyclubs.
Update vom 13. April 2024, 11.45 Uhr: Der Überlebende des Lawinenunglücks wurde am Freitagmorgen aus dem Krankenhaus ins Zams entlassen, berichtet die niederländische Zeitung De Telegraaf. Es handel sich um einen 32-Jährigen aus der Stadt Apeldoorn in der Provinz Gelderland. Die verstorbenen Tourengeher waren 33, 35 und 60 Jahre alt. Sie waren Mitglieder Apeldoorner Hockeyclubs AMHC und spielten im gleichen Team. „Unser grün-weißes Herz wird heute schwarz“, schreibt der AMHC auf Facebook. „Wir haben tiefes Mitgefühl mit den Familien und wünschen Familie, Teammitgliedern, Freunden und allen anderen, die die Männer kannten, viel Kraft bei diesem schrecklichen Verlust.“ Im Vereinsheim wird ein Kondolenzbuch ausgehängt. Alle Trainingseinheiten am Donnerstag und Freitag wurden abgesagt, ebenso die Spiele am Wochenende.
Update vom 12. April 2024, 8.00 Uhr: Den Bergrettern zufolge hat sich die Lawine, die die Tourengeher erfasste, von selbst gelöst. Das berichtet das Nachrichtenportal tirol.orf.at. Josef Fiegl, Ortsstellenleiter der Bergrettung Sölden, sah die Verantwortung für den tragischen Unfall nicht bei den vier erfahrenen Bergführern, die die Gruppe geleitet hatten.
„Ich würde das als Restrisiko einschätzen. Das sind extrem routinierte Bergführer, die tagtäglich unterwegs sind. Ich kenne diese vier auch persönlich. Und wenn Sie mich fragen, ich wäre da heute auch hineingegangen ohne irgendein Kopfweh. Leider ist es anders verlaufen.“, so Fiegl. Der Fall wird entsprechend untersucht. Laut tirol.orf.at befragt die Alpinpolizei alle Mitglieder der Gruppe sowie die Bergführer, um den Unfallhergang zu ermitteln und zu erörtern, ob es Fehlverhalten gab oder nicht.
Drei Personen sterben durch Lawine in Sölden
Update vom 11. April 2024, 16.33 Uhr: Inzwischen wurde von der Bergrettung bekannt gegeben, dass eine dritte Person durch die Lawine in Tirol getötet wurde. Eine weitere Person befindet sich schwer verletzt im Krankenhaus, nachdem sie geborgen werden konnte. Die Opfer gehörten zu einer Gruppe Skifahrer aus den Niederlanden. Die unverletzten Teilnehmer der Gruppe wurden zurück ins Tal gebracht.
Update vom 11. April 2024, 15.32 Uhr: Nach der Lawine in Südtirol konnte eine weitere Person geborgen werden. „Gerade eben haben wir einen weiteren Verschütteten geborgen. Über seinen Zustand kann ich nichts sagen, er muss erst von den Ärzten untersucht werden“, sagte Josef Fiegl, Ortsstellenleiter der Bergrettung Sölden zu IPPEN.MEDIA. „Die Lage war mittags sehr unübersichtlich, als von 18 Verschütteten die Rede war. Gott sei Dank hatte es dann doch nicht so viele erwischt.“
Update vom 11. April 2024, 14.54 Uhr: Inzwischen ist von Seiten der Polizei bestätigt, dass durch die Lawine in Tirol zwei Menschen ums Leben gekommen sein. Bei den beiden Personen handelt es sich um Wintersportler aus den Niederlanden. Die beiden Personen waren Teil einer Gruppe von Skifahrern, die aus 17 Teilnehmern bestand. Zum Zeitpunkt der Lawine war die Gruppe auf dem Weg zur Martin-Busch-Hütte.
Lawine ein Tirol war 180 Meter lang und 80 Meter breit: Keine weiteren Vermissten vermutet
Vier Personen der Gruppe wurden von der Lawine erfasst, die laut Behörden insgesamt 180 Meter lang und 80 Meter breit war. Zwei davon konnten lebend geborgen werden. Eine der beiden Personen wurde laut der Polizei in ein Krankenhaus geflogen, über den Zustand der anderen Person ist derzeit noch nichts bekannt. Weitere Personen werden nicht unter den Schneemassen vermutet. Derzeit geht man davon aus, dass sich die Schneemassen von selbst gelöst haben.
Lawinen-Unglück in Tirol: Urlaubshotspot bei Sölden war ausgebucht – Suche nach Verschütteten
Update vom 11. April 2024, 13.44 Uhr: „Die Lawine ging auf etwa 2200 Meter Höhe nieder. Da oben liegt noch sehr viel Schnee. Bis zu drei Meter“, sagt Gregor Franke, Sprecher der Bergrettung Tirol bei IPPEN.MEDIA: „Es wurden fünf Helikopter auf den Berg geschickt. Das Problem war, dass wir erst die Hänge evakuieren mussten, da weiter erhebliche Lawinengefahr bestand. Erst, als die Lawinen von den Hubschraubern gesprengt worden waren, konnten wir mit unseren Mannschaften zur Bergung ausrücken. Fünf Ortsstellen sind im Einsatz. Der Lawinenkegel wird jetzt mit Sondierungsstangen und LVS-Geräten nach Verschütteten abgesucht.“ Das sind die Lawinenpiepser, die Skitourengeher bei sich haben sollten.
Aufpassen müssen jetzt auch die Besucher der Martin-Busch-Hütte, in dessen Richtung die Lawine abgegangen ist. Die Hütte soll derzeit ausgebucht sein. Laut Franke ist sie um diese Jahreszeit ein beliebter Startpunkt für Touren im Similaungebirge. Dass es gefährlich werden kann, ist bekannt. „Die Besucher sollen zu dieser Jahreszeit bis Mittags wieder im Tag sein, weil die Gefahr von sogenannten Nassschnee-Lawinen groß ist.“ Das bedeutet jedoch auch, dass die Lawine zu einer Zeit herunterkam, die eigentlich als sicher gilt. Mit zwei Grad Celsius ist es für April ungewöhnlich warm, auch in Deutschland wurden in diesem Jahr Wetter-Rekorde gebrochen.
Lawine in Tirol überrollt Hang und löst Großalarm aus – 18 Personen verschüttet
Erstmeldung vom 11. April 2024, 13.15 Uhr: Niedertal – Verheerender Lawinen-Abgang im Öztal. Ein Schneebrett hat das Gemeindegebiet von Vent getroffen, es soll gegen 11 Uhr in über 2000 Metern losgelöst worden sein. 18 Personen verschüttet haben, berichten österreichische Medien. Laut der Krone-Zeitung gab es zwei Tote. Heute.at spricht von einem Todesopfer. Vier Personen wurden demnach mittlerweile lebend geborgen.
Im Gebiet der Lawine befindet sich ein Fahrradweg, den sie überrollt haben soll. Die Bergungsarbeiten laufen – und es droht weitere Gefahr.
Lawine verschüttet Menschen in Tirol: Mehrere Gemeinden schicken Rettungskräfte
Am Großeinsatz beteiligt sind die Rettungstrupps mehrerer Gemeinden. Sowohl die Bergrettung Obergurgl, als auch Sölden und Längenfeld sind haben Teams geschickt. Hundeführer sind im Einsatz, um verschüttete Menschen zu finden. Zudem unternehmen Helikopter der Bergrettung einen Sichtflug über die Unfallstelle, um die Situation besser einzuschätzen. „Sammelpunkt der Bergretter ist derzeit Vent“, heißt es von der Bergrettung Sölden. Auch eine Lawinensprengung könnte vorgenommen werden.
Die Situation ist für die Einsatzkräfte äußerst gefährlich, denn in dem Gebiet drohen weitere Lawinen abzugehen, erklärten Gregor Franke von der Zentrale der Tiroler Bergrettung und Franz Josef Fiegl, Obermann der Bergrettung Sölden der Tiroler Tageszeitung. Beim Vorfall handelt es sich offenbar um eine sogenannte Selbstauslösung.
Der Gesundheitszustand der geborgenen Personen ist noch nicht öffentlich bekannt. In den vergangenen Wochen kam es in Tirol mehrfach zu Lawinen, die teilweise große Suchaktionen zur Folge hatten. Vor kurzem starb dabei unter anderem ein Deutscher bei einem Lawinen-Unfall. Auch jenseits der Pisten drohen Gefahren.
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