Die Heimat der Inka

Peru: Geschichte, Politik, Bevölkerung und Geografie

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Die Ruinenstadt Machu Picchu ist eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten von Peru.

Peru ist das drittgrößte Land in Südamerika. Einst erblühte hier das Inka-Reich, das im Zuge der spanischen Kolonisierung unterging. Das Land ist nicht nur reich an alten Kulturen, sondern besitzt auch eine vielfältige Flora und Fauna.

  • Peru war einst spanische Kolonie.
  • Der Staat besitzt noch einen großen Anteil indigener Völker.
  • Die Ruinenstadt Machu Picchu ist eines der berühmtesten Weltkultureberstätten des Landes.

Lima – Mit einer Fläche von 1.285.216 Quadratkilometern gilt Peru flächenmäßig nach Brasilien und Argentinien als das drittgrößte Land in Südamerika. Die Kulturgeschichte des Landes ist mehrere tausend Jahre alt. Nicht nur die Nazca-Kultur, sondern auch das Inka-Reich haben hier ihre Spuren hinterlassen. Der Staat hattte nach der Eroberung durch Spanien bis ins 21. Jahrhundert hinein immer wieder mit politischen Herausforderungen zu kämpfen. Die Hauptstadt ist Lima.

Peru: Nazca-Kultur und Reich der Inka

Schon zwischen 20.000 und 10.000 vor Christus waren Menschen als Jäger und Sammler im Gebiet des heutigen Perus sesshaft. Die Norte-Chico-Kultur, die etwa von 3500 bis 1800 vor Christus existierte, ist eine der ältesten bekannten Steinzeitkulturen des Landes. Allerdings hat es erst die Nazca-Kultur, die etwa um 200 vor Christus entstand, zu großer Berühmtheit gebracht und in Peru im wahrsten Sinne des Wortes ihre Spuren hinterlassen: Gemeint sind die sogenannten Nazca-Linien. Dabei handelt es sich um riesige Tierdarstellungen, die in die Geröllwüsten geritzt wurden und manchen Wissenschaftlern immer noch Rätsel aufgeben.

Um 1200 erlebte eine neue Kultur ihre absolute Blütezeit: die Inka. Sie unterwarfen viele Stämme der Region und errichteten ein riesiges Reich, das sich im 14. und 15. Jahrhundert immer weiter ausdehnte. Im 16. Jahrhundert teilte der Inka-Herrscher Huayna Capac das Reich zwischen seinen beiden Söhnen auf. Als es allerdings beim Anspruch auf die Gebiete zu einem Bruderzwist kam, nutzte der spanische Konquistador Francisco Pizarro die Chance, das geschwächte Reich zu erobern. 1533 nahm er die damalige Hauptstadt Cusco ein.

Peru: Spanische Kolonie und Unabhängigkeit

1542 gründeten die Spanier schließlich das Vizekönigreich Peru, das den größten Teil Südamerikas umfasste. Die neue Hauptstadt wurde Lima. 1717 wurde aus verwaltungstechnischen Gründen der Norden in das neue Vizekönigreich Neugranada (Kolumbien, Panama, Ecuador und Venezuela) umgewandelt. Ein Aufstand der Indios gegen die spanische Vorherrschaft Ende des 18. Jahrhunderts blieb ohne Erfolg.

Dennoch regten sich um 1800 in ganz Südamerika Unabhängigkeitsbewegungen. Ab 1820 kämpften die Argentinier und Chilenen darum, Peru zu befreien. Nachdem der Norden und die zentrale Küste bereits eingenommen waren, mussten sich die Spanier 1824 schließlich auch im übrigen Land geschlagen geben. Allerdings kam es im 19. Jahrhundert noch zu weiteren Grenzkonflikten und Kriegen mit Bolivien, Chile und Ecuador.

Peru: Militärdiktatur und Weg in die Demokratie

Da Peru im 20. Jahrhundert zunehmend von den USA wirtschaftlich abhängig wurde, geriet die politische Stabilität des Landes ins Wanken. Nach einem Militärputsch im Jahr 1968 kam General Juan Valesco Alvarado an die Macht. Der starke Links-Kurs der Präsidenten brachte jedoch nicht den erhofften Erfolg. Die Militärdiktatur hielt in Peru bis 1980 an. Doch auch in der Ära unter dem neuen Präsidenten Fernando Belaúnde Terry konnte sich die Wirtschaft nicht entwickeln. Zusätzlich hatte das Land noch mit einem Guerillakrieg der Gruppe „Leuchtender Pfad“ zu kämpfen, bei der auch viele Menschen aus der indigenen Bevölkerung ums Leben kamen.

Erst unter Präsident Alberto Fujimori kam es zur Kehrtwende. Nachdem ausländische Unternehmen wieder in Peru investierten und auch eine Währungsreform auf den Weg gebracht wurde, ging es mit der Wirtschaft wieder bergauf. Auch die Guerillas konnten erfolgreich bekämpft werden. Dennoch blieb das Land auch im 21. Jahrhundert politisch instabil. Dabei häuften sich vor allem die Korruptionsvorwürfe gegen führende Politiker.

Peru: Das politische System

Peru ist eine demokratische Republik, die nach dem Prinzip der Gewaltenteilung aufgebaut ist. In der Verfassung von 1993 ist festgelegt, dass Peru eine soziale Marktwirtschaft ist. Außerdem wurden darin noch die Rolle von Staat und Eigentum sowie die Rechte der indigenen Gemeinschaften beschrieben. Der Staatspräsident ist Staatsoberhaupt, Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte in einem. Er ernennt und entlässt das Kabinett und wird auf fünf Jahre gewählt.

Die Legislative wird durch den Kongress ausgeübt. Dabei handelt es sich um ein Einkammerparlament mit 130 Sitzen. Der Kongress hat auch die Befugnis, den Präsidenten des Amtes zu entheben, wenn schwerwiegende Verstöße vorliegen. Das Parlament wird ebenfalls auf fünf Jahre gewählt. Dabei genießen die Abgeordneten Immunität und können ohne Zustimmung des Kongresses weder angeklagt noch verhaftet werden.

Peru: Fakten im Überblick

  • Hauptstadt: Lima
  • Amtssprache: Spanisch, Quechua, Aymara
  • Fläche: 1.85.216 Quadratkilometer
  • Einwohnerzahl: 32,8 Millionen (Stand 2020)
  • Währung: Peruanischer Sol (PEN)
  • Verwaltungsgliederung: 25 Departamentos, 196 Provinzen
  • Religion: vorwiegend Christentum (76 % römisch-katholisch, 14,1 % evangelisch)

Peru: Sprachen und Bevölkerung

Peru besitzt einen großen Anteil indigener Bevölkerungsgruppen. Die Zuordnung der indigenen Gruppen ist jedoch nicht eindeutig zu ermitteln. Etwa 60,2 Prozent der Peruaner sehen sich laut einer Volkszählung aus dem Jahr 2017 als Mestizen – also als Einwohner mit indigen-europäischen Wurzeln. 25,8 Prozent gaben an, rein indigener Abstammung zu sein (mehrheitlich aus den Anden). Des Weiteren fielen 5,9 Prozent der Bevölkerung auf Weiße, 3,6 Prozent auf Afroperuaner und 1,2 Prozent auf asiatische Abstammung.

Gemessen an der Alltagssprache ist allerdings davon auszugehen, dass der Anteil der indigenen Bevölkerung weitaus höher ist. Rund 30 Prozent der Einwohner sprechen Quechua, Aymara oder eine der indigenen Sprachen des Tieflands. Spanisch wird von 82,9 Prozent der Bevölkerung als Muttersprache gesprochen und ist auch offizielle Amtssprache des Landes. Allerdings weist es regional einige Färbungen auf. Die in Südamerika weit verbreitete Variante des Spanischen wird auch als Seseo bezeichnet.

Peru: Geografie und Städte

Peru grenzt im Norden an Ecuador und Kolumbien, in Osten an Brasilien, im Südosten an Bolivien und im Süden an Chile. Im Westen liegt der Pazifik. Die nördlichste Spitze des Landes liegt gerade mal wenige Kilometer südlich des Äquators. Das Land gliedert sich in drei Landschaftszonen: die Costa (Küste) mit etwa 12 Prozent der Staatsfläche, die Sierra (Anden, Hochland) mit etwa 28 Prozent der Staatsfläche und der Selva (Regenwald), der etwa 60 Prozent des Landes ausmacht.

Daraus ergeben sich auch unterschiedliche klimatische Bedingungen im Land sowie eine vielfältige Flora und Fauna. So befindet sich ein Teil des Staatsgebiets im Amazonas-Regenwald. Die Pazifikküste weist dagegen sehr trockene Gebiete auf. Die Atacama-Wüste gilt sogar als die trockenste Region der Erde.

Die größten Städte Perus im Überblick

  • 1 Lima (Callao): 8.486.886 Einwohner, Region Lima
  • 2 Arequipa: 1.002.846 Einwohner, Region Arequipa
  • 3 Trujillo: 857.063 Einwohner, Region La Libertad
  • 4 Chicalayo: 606.907 Einwohner, Region Lambayeque
  • 5 Piura: 460.876 Einwohner, Region Piura
  • 6 Cusco: 428.450 Einwohner, Region Cusco
  • 7 Huancayo: 411.267 Einwohner, Region Junín
  • 8 Iquitos: 369.477 Einwohner, Region Loreto
  • 9 Chimbote: 354.273 Einwohner, Region Ancash
  • 10 Pucallpa: 326.462 Einwohner, Region Ucayali

Peru: Wissenswertes zum Land

Eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten des Landes ist die Ruinenstadt Machu Picchu. Sie wurde im 15. Jahrhundert von den Inka in den Anden erbaut und liegt auf einem Bergrücken zwischen zwei Gipfeln auf einer Höhe von 2.430 Metern. Die Stadt umfasste 216 auf Terrassen angelegte steinerne Bauten. Es wird davon ausgegangen, dass hier in der Blütezeit um die 1.000 Menschen lebten.

Über den Zweck der Anlage wird bis heute in der Forschung allerdings spekuliert. Die Theorien reich von einer königlichen Zufluchts- bis hin zu religiösen Kult-Stätte. Obwohl sich Theorien zufolge die Stadt zu Zeiten der spanischen Eroberung noch im Bau befunden haben soll, gibt es Belege für eine bereits voll funktionsfähige Stadt. So sollen sogar die Wasserversorgung und die aufwendige Regenwasserableitungsstruktur noch heute voll einsatzfähig sein. Machu Picchu wurde 1983 in die UNESCO-Weltkulturerbeliste aufgenommen. Die Stadt ist gleichzeitig auch eine der größten Touristenattraktionen Südamerikas. Allein im Jahr 2017 besuchten über 1,4 Millionen Menschen die Sehenswürdigkeit in den Anden.

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