Panama ist das südlichste Land in Zentralamerika. Gleichzeitig besitzt es auch eine der schmalsten Stellen zwischen dem Atlantik und dem Pazifik. Die beiden Meere sind durch den Panamakanal verbunden – der wichtigsten Einnahmequelle des Staates.
- Panama liegt auf der schmalsten Stelle der Landbrücke zwischen Mittel- und Südamerika.
- Der Panamakanal gilt als ein Meisterwerk menschlicher Ingenieurskunst.
- Der Staat wurde 1903 von Kolumbien unabhängig.
Panama-Stadt – Das gut 75.000 Quadratkilometer große Panama nimmt den schmalsten Teil der mittelamerikanischen Landbrücke ein. Über den Panamakanal, der 1914 eröffnet wurde, können Schiffe nun vom Atlantik in den Pazifik fahren, ohne erst die südliche Spitze von Südamerika zu umrunden. Das Land besitzt das größte Wirtschaftswachstum in Lateinamerika. Ausschlaggebend ist auch das groß ausgebaute Bankwesen. Dennoch ist der Reichtum im Land ungleich verteilt. Die Hauptstadt heißt Panama-Stadt.
Panama: Frühe Kulturen und spanische Eroberung
Aus den ersten Siedlern, die etwa schon um 10.000 vor Christus in das Gebiet des heutigen Panama einwanderten, entstanden später verschiedene indigene Völker. Zu den indianischen Kulturen gehörten die Chiriquí, die Chibcha und die Chocó. Von den letzten beiden stammen heute die Volksgruppen der Guaymí, Kuna und Teriba ab.
Der Spanier Rodrigo de Bastidas war der erste Seefahrer aus Europa, der 1501 an der Küste Panamas entlangfuhr. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte nahmen die Spanier das Land immer mehr in Besitz und eroberten sogar das Inka-Reich. Panama erwies sich als guter Stützpunkt, Gold und Silber aus Peru zu importieren, um es von hier aus zu verschiffen. Das Land wurde so aber auch zum Hotspot für niederländische und britische Piraten, die es auf das Edelmetall abgesehen hatten. 1542 wurde das Gebiet schließlich in das von Spanien gegründete Vizekönigreich Peru integriert.
Panama: Wechselnde Zugehörigkeit und Unabhängigkeit
Im 18. Jahrhundert wurde das Vizekönigreich Peru erneut aufgeteilt und Panama dem Vizekönigreich Neugranada zugeordnet. Um 1800 begannen einige Staaten Südamerikas um ihre Unabhängigkeit zu kämpfen. 1821 erklärte sich Panama für unabhängig und schloss sich Kolumbien an, das damals noch als Großkolumbien die Staaten Ecuador, Venezuela, Teile von Peru und Guyana umfasste. Allerdings spalteten sich bald schon Venezuela und Ecuador ab. Panama verblieb bis 1903 ein Teilgebiet Kolumbiens.
Allerdings verliefen auch diese Jahre nicht ganz ohne Konflikte. Panama hatte selbst Bestrebungen, sich unabhängig zu machen. Ende des 19. Jahrhunderts zeigten die USA großes Interesse daran, die Pläne von Bau des Panama-Kanals zu realisieren. US-Truppen besetzten schließlich den Isthmus (die Engstelle, welche Panama bildet) und riefen Panamas Unabhängigkeit aus. Die USA, welche den Bau des Kanals finanzierten, wurden zur Schutzmacht des Landes. Der Bau wurde 1904 begonnen. 1914 wurde der Kanal eingeweiht.
Panama im 20. und 21. Jahrhundert
Schon nach der Unabhängigkeit setzte eine jahrzehntelange Herrschaft mehrerer Oligarchen ein. Ab den 1950er Jahren gab es mehrere Militärputsche, um der Vormachtstellung reicher Familien ein Ende zu bereiten. Von 1968 bis 1981 war General Omar Torrijos führend in der Politik. Obwohl er sich für sein Volk starkmachte, regierte er das Land weitgehend diktatorisch. Sein Hauptziel war die Rückgewinnung des Panamakanals von den USA.
Torrijos Nachfolger wurde Manuel Noriega. Dieser unterdrückte jegliche Opposition im Land und war auch in Drogengeschäfte und Geldwäsche verwickelt. Nach einer US-Intervention im Jahr 1989 wurde Noriega von Guillermo Endara abgelöst, der damit begann, ein liberales Wirtschaftssystem aufzubauen. Am 31. Dezember 1999 wurde der Kanal schließlich an Panama zurückgegeben. Mit diesem Akt hat das Land nach 80-jährige Besatzung durch die USA auch seine vollständige Souveränität erhalten. Der Kanal blieb auch im 21. Jahrhundert immer noch wichtigster Gegenstand der Politik. 2006 wurde eine Verbreiterung des Kanals in die Wege geleitet. Das Bauprojekt war 2016 abgeschlossen.
Panama: Das politische System
Das politische System Panamas ist eine Präsidialdemokratie nach dem Grundsatz der Gewaltenteilung von Exekutive, Legislative und Judikative. Die Verfassung wurde 1972 unter dem Militärmachthaber Omar Torrijo beschlossen. Allerdings fanden erst 1994 – knapp fünf Jahre nach der Invasion der USA – erste freie demokratische Wahlen statt.
Die Legislative liegt bei der Nationalversammlung – sie umfasst eine Kammer. Staatsoberhaupt ist der Präsident, der auch die Regierungsgeschäfte übernimmt. Seit Juli 2019 ist Laurentio Cortizo von der Partido Revolucionario Democrático (PRD) der Präsident des Lande (2022). Er trat die Nachfolge von Juan Carlos Varela von der Partido Panameñista an, der von 2014 bis 2019 das Land regierte.
Panama: Fakten im Überblick
- Hauptstadt: Panama-Stadt
- Amtssprache: Spanisch
- Fläche: 75.517 Quadratkilometer
- Einwohnerzahl: 4,3 Millionen (Stand 2020)
- Währung: Balboa (PAB), US-Dollar (USD)
- Verwaltungsgliederung: 10 Provinzen, 6 Territorien
- Religion: Überwiegend christlich
Panama: Sprachen und Bevölkerung
Knapp zwei Drittel der heutigen Einwohner sind Nachkommen einer Mischung aus indigener Bevölkerung und europäischen Zuwanderern. Hinzu kommen die Afropanamaer, die meist von durch die Spanier verschleppten Sklaven oder auch von Einwanderern aus Karibikstaaten abstammen. Daneben gibt es noch einen gewissen Prozentsatz europäischer und asiatischer Siedler und Einwanderer.
Von der indigenen Bevölkerung bilden die Guaymí und Cuna den größten Anteil. Weitere Volksstämme sind die Embera, Wounaan, Bribri, und Naso. Von 93 Prozent der Bevölkerung wird Spanisch als Muttersprache gesprochen und ist daher auch Amtssprache. Allerdings handelt es sich hierbei auch um eine Varietät, die in der Aussprache vom originalen Spanisch abweicht. In der indigenen Bevölkerung sind vor allem die Kuna-Sprache und Ngäbere weit verbreitet.
Panama: Geografie und Städte
Panama grenzt im Westen an Costa Rica und im Osten an Kolumbien. Der zentralamerikanische Staat liegt außerdem sowohl in der Karibik – also mit Zugang zum Atlantischen Ozean – als auch am Pazifik. Die beiden Meere sind an der schmalsten Stelle des Landes über den Panamakanal miteinander verbunden sind. Im Westen des Landes befindet sich die Cordillera de Talamanca, eine Gebirgskette, in der auch der höchste Berg des Landes liegt – der 3.477 Meter hohe Volcán Barú. Auch im Osten des Landes gibt es Gebirgslandschaften, die aber gerade mal eine Höhe von 700 Metern erreichen.
Das Land besitzt fast 500 Flüsse, von denen der längste Fluss – der Río Chucanaque – durch das Gebiet Darién fließt. Dieser Landstrich im Südosten ist berühmt-berüchtigt, da sich hier auch viele kolumbianische Guerillas und Drogendealer aufhalten. Dabei handelt es sich um ein schwer zugängliches Regenwaldgebiet, das auch die Panamericana – die Straße, die durch ganz Nord- und Südamerika führt – an dieser Stelle unterbricht.
Zum Staatsgebiet gehören weiterhin noch einige Inseln im Golf von Panama sowie im Karibischen Meer. Die Besiedlung im Land ist vor allem an der Pazifik-Küste und um die Kanalzone recht hoch. Über zwei Drittel der Einwohner leben in Städten.
Die größten Städte Panamas im Überblick
- 1 Panama-Stadt: 430.299 Einwohner, Provinz Panamá
- 2 San Miguelito: 315.019 Einwohner, Provinz Panamá
- 3 Las Cumbres: 127.440 Einwohner, Provinz Panamá
- 4 La Chorrera: 118.521 Einwohner, Provinz Panamá Oeste
- 5 Tocumen: 113.174 Einwohner, Provinz Panamá
- 6 Pacora: 103.960 Einwohner, Provinz Panamá
- 7 Arraiján: 96.676 Einwohner, Provinz Panamá Oeste
- 8 David: 81.957 Einwohner, Provinz Chiriquí
- 9 Vista Alegre (Panama): 55.114 Einwohner, Provinz Panamá
- 10 Santiago de Veraguas: 51.236 Einwohner, Provinz Veraguas
Panama: Wissenswertes zum Land
Das wohl wichtigste Bauwerk des Landes ist der Panamakanal. Er ist eine rund 82 Kilometer lange und künstlich angelegte Wasserstraße, der den Atlantik mit dem Pazifik verbindet. Jährlich werden hier etwa 13.700 Schiffe durchgeschleust. Die transportierte Warenmenge entspricht ungefähr fünf Prozent des weltweiten Seefrachtverkehrs. Der Kanal ist gerade für Panamas Wirtschaft von großer Bedeutung. Er machte 2013 fast acht Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus.
Die Passagegebühren betragen etwa rund 67 Euro pro Standardcontainer und um die 125 Euro pro Passagierbett. Bei einem Containerschiff können daher schon mal um die 317.000 Euro allein an Grundgebühr anfallen. Für Kreuzfahrtschiffe können sogar schon mal um die 370.000 Euro an Grund- und Nebengebühren anfallen. Nicht ohne Grund gehört Panama zu den am stärksten wachsenden Wirtschaften in Lateinamerika. Allerdings beruht ein Großteil des Wachstums auch auf Dienstleistungen.
Neben dem Handel und dem anwachsenden Tourismus ist vor allem die Finanzwirtschaft von Bedeutung. Panama besitzt seit den 1980er Jahren eines der größten Bankwesen in Lateinamerika, das auch deutsche Vermögende anzog. Allerdings ist das Einkommen ungleich verteilt. Etwa drei Prozent der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze.