Pjöngjang ist die Hauptstadt von Nordkorea. 3 Millionen Menschen bilden die Bevölkerung der ostasiatischen Stadt am Taedong Fluss.
Pjöngjang – Die Hauptstadt von Nordkorea liegt in der nordwestlichen Niederung der koreanischen Halbinsel. Die Stadt beheimatet 3 Millionen Einwohner und ist das Zentrum für Kultur, Geschichte und Politik des ostasiatischen Landes.
Pjöngjang: Geographie und wichtige Daten
Die Hauptstadt von Nordkorea liegt auf der koreanischen Halbinsel, die in Süd- und Nordkorea unterteilt ist. In der Stadt leben rund 3 Millionen Menschen. Der Name Pjöngjang lässt sich mit ‚flaches Land‘ übersetzen. Die Stadt selbst gilt als älteste Stadt auf der Halbinsel.
Die Fläche der Hauptstadt, die Vororte mit eingeschlossen beträgt rund 2600km². Damit ergibt sich eine ähnliche Ausdehnung, wie die des Saarlandes in Deutschland. Pjöngjang ist in 18 Stadtbezirke gegliedert und gilt als der Verkehrsknotenpunkt zur Fortbewegung der Bevölkerung, sowie als Zentrum der Politik.
In den vielen Museen kann man die Geschichte Nordkoreas, aus Sicht Nordkoreas, bestaunen. Unter anderem liegt das gekaperte US-amerikanische Schiff USS-Pueblo hier vor Anker und wird der Bevölkerung und Touristen zur Schau gestellt. Es gilt als eine der größten Attraktionen und Propagandawerkzeuge Nordkoreas.
Das Klima in Pjöngjang ist gemäßigt und mit etwa 11 Grad Celsius eher kühl. Die Winter sind von sibirischen Winden beeinflusst und im Januar wird es durchschnittlich -8 Grad kalt. Religionsfreiheit gibt es in Nordkorea nicht, man nimmt aber an, dass Buddhismus und Konfuzianismus von Tradition her offen ausgelebt werden dürfen und das Christentum überwiegend im Untergrund existiert.
Pjöngjang: Geschichte
Pjöngjang gilt als die älteste Stadt auf der koreanischen Halbinsel. Der Legende nach wurde sie im Jahr 2333 vor Christus vom mystischen Staatsgründer und Halbgott Dangun Wanggeom gegründet. Die früheste geschichtliche Aufzeichnung mit Erwähnung Pjöngjangs stammt aus dem Jahr 108 vor Christus. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Gebiet zu einer chinesischen Handelskolonie.
Bis ins 19. Jahrhundert war Korea immer wieder unter japanischem oder chinesischem Einfluss. Korea öffnete sich schließlich dem Ausland und so kam es dazu, dass in Pjöngjang zeitweise mehr christliche Missionare vertreten waren als in jeder anderen asiatischen Stadt. Zwischenzeitlich soll nach Angaben des US-amerikanischen Pfarrers George Trumbull Ladd Anfang des 20. Jahrhunderts, bis zu einem Drittel der Bevölkerung christlichen Glaubens gewesen sein. Durch viele Kriege, vor allem zwischen Japan und China und Japan und Russland, war die Stadt um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert sehr zerstört und fast vollständig entvölkert.
Nachdem sich Japan durch verschiedene Siege die endgültige Dominanz in der Region sichern konnte, fiel das Gebiet zunächst unter japanisches Protektorat und wurde letztendlich japanische Kolonie. Im Zeitraum von 1910 bis 1945 wurde im damals noch vereinten Korea die Infrastruktur und Wirtschaft massiv ausgebaut und zu einem starken Handelszentrum etabliert. Die Kehrseite der Ereignisse ist jedoch, dass die Koreaner Ihre eigene Kultur, Sprache und Traditionen nach und nach ablegen mussten und unterdrückt wurden.
Es ist kein Zufall, dass das Ende der japanischen Kolonialzeit mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges zusammenfällt. Durch den Zusammenschluss mit Deutschland hatte auch Japan den Zweiten Weltkrieg verloren und die Siegermächte machten fortan Politik auf japanischem Gebiet. So ging die Geschichte der japanischen Provinz Chosen (so der Name des japanischen Kolonialgebietes in Korea) zu Ende. Nach deutschem Vorbild wurde Korea in zwei Besatzungszonen aufgeteilt. Der Süden ging mit Seoul an die USA und der Norden, in dem auch Pjöngjang liegt, ging an die Sowjetunion. Diese Entscheidung sollte den Weg für die Zukunft der zwei Zonen massiv prägen. In den nächsten 5 Jahren begann der politische und wirtschaftliche Umbau Nordkoreas zu einem kommunistischen Arbeiter – und Bauernstaat unter der Leitung des politischen Führers Kim Il-sung.
Pjöngjang: Koreakrieg und Folgejahre
Der Koreakrieg reiht sich nach Afghanistankrieg und Vietnamkrieg nahtlos ein in die großen Stellvertreterkriege des 20. Jahrhunderts. Im Jahr 1950 waren in Korea die Truppen der Besatzungsmächte abgezogen und die Staaten waren unabhängige, souveräne Staaten geworden. Nach verschiedenen Grenzverletzungen der am 38. Breitengrad verlaufenden Trennlinie der beiden Staaten war es Nordkorea, die einen ernstzunehmenden Angriff auf die südkoreanischen Nachbarn startete.
Erklärtes Ziel der Politik war die Wiedervereinigung der beiden Staaten. Südkorea bat im Zuge der Aggression um Hilfe durch die Vereinten Nationen. Zunächst eilte die USA Südkorea zur Hilfe und später wurden auch Truppen der Vereinten Nationen amerikanischem Kommando unterstellt.
Nordkorea gelang in der Zwischenzeit fast die komplette Besatzung Südkoreas. Die internationalen Truppen schafften es jedoch, die nordkoreanischen Angreifer zurückzuschlagen und in der Folge Nordkorea fast komplett zu besetzen. Dann griffen ‚freiwillige‘ chinesische Hilfsverbände ins Geschehen ein. Die Front etablierte sich an der alten Demarkationslinie. Hier führte man unerbittliche Kämpfe um die Gebietshoheiten. Am 27. Juli 1953 konnte man erfolgreich einen Waffenstillstand beschließen, der in dieser Form bis heute andauert.
Die Folgen des Konflikts waren vor allem für Nordkorea verheerend. Insgesamt wurden eine Million Soldaten beider Seiten getötet und drei Millionen Zivilisten ließen ihr Leben. Die gesamte Industrie Nordkoreas lag brach und das Land verarmte zusehends. Von den in der japanischen Kolonialzeit aufgebauten Strukturen war kaum etwas übriggeblieben. Bis heute drohen die Machthaber Nordkoreas mit angriffen auf Südkorea und nutzen dabei vor allem die Drohung Atomwaffen einzusetzen.
Pjöngjang: Politik
Pjöngjang hat einen Bürgermeister, der jeweils vom momentanen obersten Führer eingesetzt wird. Das ist aktuell der Sohn des vorherigen Präsidenten Kim Jong-il. Seit dem Beginn der nordkoreanischen Geschichte mit der Staatsgründung im Jahr 1946 wird der Staatsvorsitz jeweils in der Herrscherfamilie weitergegeben. Kim Jong-un ist das dritte Oberhaupt des Staates. Offiziell wird der verstorbene erste Präsident Kim Il-sung als ewiger Präsident des Staates geführt.
Kim Jong-un hat das Amt ‚Vorsitzender des Komitees für Staatsangelegenheiten‘ inne. Außerdem ist der Generalsekretär der Partei der Arbeit Südkoreas und General der koreanischen Volksarmee. Es gibt auf dem Papier noch einige anderen Männer aus der Bevölkerung in Machtpositionen, aber de facto ist Kim Jung-un der diktatorische Alleinherrscher Nordkoreas.
Pjöngjang: Tourismus und Sehenswürdigkeiten
Ausländischer Tourismus im Land hält sich sehr in Grenzen. Das liegt zum einen am Fehlen touristischer Angebote, zum anderen aber auch an der Politik Nordkoreas in Bezug auf Besuche aus dem Ausland. Ein Visum kann nur in Verbindung mit einer geführten Tour erlangt werden. Touristen werden dauerhaft nordkoreanischen ‚Reisebegleitern‘ ausgestattet, die darauf achten, dass die geplanten Programmpunkte eingehalten werden. Spontane Änderungen sind fast unmöglich, der Kontakt zur Bevölkerung unerwünscht. Wenn man allerdings das Land besucht, gehören folgende Punkte auf jeden Fall zum Programm:
- Großmonument Mansudae: Dieses Monument zeigt die beiden ehemaligen Führer Kim Il-sung und Kim Jong-il. Das Monument wurde ursprünglich zur Ehrerbietung für Kim Il-Sung errichtet. Kim Jong-il kam später hinzu. Außerdem zeigt das Monument Szenen des koreanischen Freiheitskampfes.
- Kim Il-sung Platz: Dieser repräsentative Platz liegt im Stadtzentrum von Pjöngjang. Er ist 75.000m² groß und wird vorrangig für repräsentative Zwecke, wie Militärparaden und die Geburtstage der Führer genutzt. Nach dem Tod Kim Jong-Ils kamen hier 100.000 Menschen zusammen, um zu trauern.
- Historisches Museum Pjöngjang: In diesem Museum kann die Geschichte Nordkoreas verfolgt werden. Es gibt Exponate von der Steinzeit bis zur Kolonialzeit. Die Geschichte wird hier selbstverständlich aus der Sicht der nordkoreanischen Führer wiedergegeben.
- Stadion Erster Mai: Dieses Stadion ist nach Angaben Nordkoreas das größte Sportstadion der Welt. Angeblich waren zur Wrestling-Veranstaltung ‚Collision in Korea‘ im Jahr 1995, 190.000 Menschen im Stadion. Realistische Schätzungen gehen von etwa 115.000 Plätzen aus, was das Stadion hinter dem Narendra-Modi-Stadion in Indien zu Platz 2 ausreichen würde. Hier findet jährlich das Arirang-Festival statt. Hier werden mit 100.000 Mitwirkenden Geschichten aus der nordkoreanischen Geschichte vermittelt.