Seoul ist die Hauptstadt von Südkorea. 10 Millionen Menschen bilden die Bevölkerung der ostasiatischen Metropole am Hangang Fluss.
Seoul – Die größte Metropole der koreanischen Halbinsel ist Heimat für 10 Millionen Menschen. Die Hauptstadt Südkoreas ist das Zentrum für Kultur, Geschichte und Politik des ostasiatischen Landes.
Seoul: Geographie und wichtige Daten
Die Politik der Stadt hat der Hauptstadt den amtlichen Namen ‚besondere Stadt Seoul‘ gegeben. In vielerlei Hinsicht stimmt das tatsächlich. Seoul ist das Zentrum der Wirtschaft, Geschichte und Kultur der koreanischen Halbinsel. Rund um die Stadt befindet sich mit der Metropolregion Sudogwon der größte Ballungsraum Koreas. Mit einer Bevölkerung von rund 25 Millionen Menschen, leben ein Drittel der gesamten Einwohner Koreas (Nord und Südkorea) in Seoul. Weltweit gehört der Ballungsraum Sudogwon mit seiner Bevölkerung zu den fünf größten und gilt als der viertgrößte Wirtschaftsraum der Welt.
Die Hauptstadt liegt nur etwa 60 Kilometer von der innerkoreanischen Grenze am 38. Breitengrad entfernt. Die Stadt wird vom Fluss Hangang getrennt, welcher ihr eine attraktive infrastrukturelle Lage beschert. Die Fläche Seouls beträgt gute 600km² und ist damit genauso groß wie die Hauptstadt Spaniens – Madrid. Der Unterschied ist, dass in Seoul 3-mal mehr Menschen auf gleicher Fläche leben. Das Stadtgebiet ist in 25 verschiedene Bezirke eingeteilt.
Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 12,5 Grad Celsius, wobei die Winter sehr kalt sein können, da diese durch sibirische Winde beeinflusst sind. Die Luftqualität in der Stadt ist laut WHO sehr schlecht und wird zu einem immer größeren Problem und politischen Thema.
Seoul: Frühe Geschichte
Bereits aus dem Jahre 4000 vor Christus stammen die ersten archäologischen Funde über Leben am Hangang Fluss auf dem Gebiet des heutigen Seouls. Für Jahrhunderte hatten verschiedene Dynastien und Königreiche überdauert und sich in verschiedenen Perioden in Seoul etabliert. Dabei war Seoul nicht immer Hauptstadt gewesen. Großen Einfluss auf die Entwicklung Seouls und der ganzen koreanischen Halbinsel hatte die Öffnung des Landes im späten 19. Jahrhundert. Fortan durften christliche Missionare im Land ihrer Tätigkeit nachgehen. Noch im Jahr 1784 als die erste christliche Kirche in Seoul erbaut wurde, wurde die Gründung einer Glaubensgemeinschaft von den Herrschenden verhindert und ihre Mitglieder verfolgt.
Man befürchtete den Einfall der europäischen Kolonialmächte unter dem Deckmantel des Katholizismus. Ab 1882 war Korea auf Druck der Politik der USA gezwungen, die Missionare zu dulden. Diese nutzten die fast vergessene Schrift Hangeul zur Verbreitung ihrer Schriften, um diese besser erkenntlich zu machen. Diese Schrift setzte sich wieder mehr und mehr auch im Bildungswesen durch und so gewann das Christentum enorm an Popularität, da alle christlichen Schriften bereits in Hangeul veröffentlicht waren.
Als Japan 1910 nach der Etablierung der Vormachtstellung gegenüber China und Russland Korea annektierte und ins Kaiserreich aufnahm, wurde Seoul zur Kolonialhauptstadt und alle offiziellen Funktionäre lebten hier. Die Japaner investierten viel in das neue Kolonialgebiet und so wurde aus Korea eine florierende Wirtschaftszone. Die Bevölkerung war über zwei Jahrhunderte nicht über 200.000 Einwohner hinausgekommen und wuchs innerhalb der japanischen Kolonialzeit auf knapp 1,4 Millionen Einwohner.
Seoul: Das Ende der Kolonialzeit
Als die Kolonialzeit 1945 mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges, und der Niederlage der Japaner in diesem, ebenfalls endete, wurde das Land in die beiden heute existierenden Länder Nord – und Südkorea getrennt. Südkorea wurde den USA zugesprochen, welche daraufhin in Seoul den Sitz der Militärregierung etablierte. Nordkorea ging an die damalige Sowjetunion. In den 5 Jahren bis zum Koreakrieg in 1950 wurde ein unvorstellbar großer politischer Graben zwischen beide Länder gezogen, sodass eine Wiedervereinigung nach dem Abzug der Besatzungsmächte unmöglich erschien. Beide Länder beanspruchten für sich, das ursprüngliche Gebiet zurückzuerhalten. So kam es zum Koreakrieg, in dem nach der Involvierung der Vereinten Nationen unter der Führung der USA aufseiten Südkoreas und Chinas aufseiten Nordkoreas vier Millionen Menschen ihr Leben ließen. Die Grenze verläuft heute dennoch am gleichen Breitengrad wie vor Kriegsbeginn und die Regime schlossen einen Waffenstillstand, der bis heute anhält.
Seoul: Das moderne Seoul
Heute ist Seoul eine wirtschaftliche Megacity. Nach der Trennung Koreas, verlief die Geschichte beider Staaten grundverschieden. Die Bevölkerung vergrößerte sich in Südkorea deutlich schneller und die Politik ist freiheitlich-demokratisch geprägt. So haben heute 15 Fortune-500 Unternehmen ihren Hauptsitz in Seoul, darunter auch Samsung, LG und Hyundai. Die größten Wirtschaftszweige der Stadt sind der Dienstleistungssektor (allen voran IT-Dienstleistungen), sowie die Produktion verschiedenster Elektroartikel. Die Hauptstadt ist ebenfalls offen für Touristen und ist regelmäßig unter den 10 meistbesuchten Städten der Welt. Die meisten Besucher kommen aus der Volksrepublik China. Mehr als 12 Milliarden USD konnten 2016 mit Tourismus verdient werden.
Durch die interessante geografische Lage zwischen Japan und China können große Handelsgewinne erzielt werden. Außerdem kann fast jeder interessante Markt im asiatischen Raum innerhalb von 5 Stunden oder weniger aus dem de-facto Stadtteil Incheon am Meer erreicht werden.
Zusätzlich zum Wirtschaftsstandort haben sich auch zahlreiche Bildungseinrichtungen in Seoul etabliert. Von den 1000 besten Universitäten der Welt sind 18 in Seoul angesiedelt. Auch durch die vielen Studenten hat sich ein reges, offenes Nachtleben mit vielen Events und einer vielfältigen kulinarischen Szene gebildet.
Seoul: Politik
Die Stadtverwaltung bilden ein Stadtrat und ein Oberbürgermeister mit drei Vizebürgermeistern. Der Stadtrat besteht aus 104 Mitgliedern, die direkt von der Bevölkerung gewählt werden. Die Amtszeiten von Bürgermeister und Stadtrat sind jeweils vier Jahre lang, genauso wie die Bürgermeister der einzelnen Stadtteile. Diese haben eine große autonome Befugnis in Ihrem jeweiligen Bereich.
Die aktuell größten Probleme bereiten momentan die anhaltende Luftverschmutzung und anderen Umweltthemen. Seoul hat die schlechteste Luftqualität aller Städte in der OECD. Die Politik versucht, mit Aufforstungs– und Renaturierungsmaßnahmen gegen die Umweltprobleme anzukommen. So wurde beispielsweise der 1961 zubetonierte Fluss Cheonggyecheon renaturiert und der Öffentlichkeit als Parkgebiet zugänglich gemacht.
Seoul: Tourismus und Sehenswürdigkeiten
Es ist kein Geheimnis, dass Seoul bei Touristen außerordentlich beliebt ist. Mehr als 10 Millionen Touristen besuchen Seoul in einem normalen Jahr. Die Attraktionen sind sehr gut erreichbar und zugänglich. Über den internationalen Flughafen Incheon wird in jedem Jahr ein Passagieraufkommen von mehr als 60 Millionen Menschen bewältigt – Tendenz steigend.
Die beliebtesten Sehenswürdigkeiten in der Stadt sind:
- National Museum of Korea: Im modernen Nationalmuseum werden Geschichte und Kultur Südkoreas gezeigt. Etwa 15.000 Exponate befinden sich in der ständigen Ausstellung, die man auf 3 Etagen bewundern kann.
- Olympic Park: Die olympischen Sommerspiele von 1988 statt. Im Olympischen Park finden noch heute regelmäßig Sportveranstaltungen statt. Der Park wurde außerdem für die Bevölkerung zur Naherholung angelegt und beherbergt einen Fluss und zahlreiche Seen und Grünflächen. Wer sich für Sportgeschichte begeistert, wird hier auf seine Kosten kommen.
- Changdeokgung Palace: Während der Joseon Dynastie erbaut, wurde der Palast von den Japanern zerstört und 1610 wiedererrichtet. Er diente 270 Jahre lang als Hauptpalast und Regierungssitz.
- Namdaemun Markt: Einer der riesigen Märkte in Seoul. Dieser überzeugt durch seine grandiose Auswahl und die vielen Street Food-Stände. Wer kulinarisch interessiert ist und sich etwas traut, wird hier viele neue Erfahrungen machen können.
- Lotte World Tower: Dieser Wolkenkratzer ist 555 Meter hoch und momentan das höchste Gebäude Südkoreas und eines der 10 höchsten Gebäude der Welt. Es wird hauptsächlich für Büros, Appartements und ein Luxushotel genutzt. Ganz oben befindet sich allerdings eine atemberaubende Aussichtsplattform.