Preisschock für Kroatien-Urlauber – vor allem ein Bereich sticht heraus
VonKarolin Schaefer
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Kroatien lockt das ganze Jahr über zahlreiche Urlauber an – vor allem aus Deutschland. Doch die Preise sind drastisch gestiegen.
Zagreb – Zahlreiche Sonnenstunden, idyllische Strände und mediterrane Gerichte: Kroatien lockt das ganze Jahr über zahlreiche Urlauber an. Dem kroatischen Amt für Statistik (DZS) zufolge wurden allein im Juni dieses Jahres mehr als elf Millionen Übernachtungen verzeichnet. Doch Urlauber müssen sich inzwischen auf höhere Preise einstellen.
„Unrealistische Preise“: Urlaub in Kroatien deutlich teurer geworden
Immer wieder zeigen sich Urlauber schockiert über die erhöhten Preise. Vor allem ist aber ein Bereich teuer geworden: Von 2015 bis Juni 2024 sind die Preise laut DZS für Restaurants und Hotels um 70 Prozent gestiegen. Die Kosten hätten sich in diesem Sektor 2015 noch 28 Prozent unter dem EU-Durchschnitt befunden, 2023 nur noch 9,4 Prozent.
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Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise im Juni 2024 im Restaurant- und Hotelsektor um 9,6 Prozent gestiegen, meldet das DZS in einer Mitteilung. Bei Freizeit und Kultur stiegen die Preise um 3,7 Prozent, beim Transport um drei Prozent. Damit ist Kroatien aber nicht allein. „Die Beherbergungskosten und die Preise in der Gastronomie sind im Vergleich der beliebtesten Urlaubsländer Europas – Spanien, Italien, Österreich, Kroatien, Deutschland – fast überall überdurchschnittlich gestiegen“, sagte bereits Anna Burton, Ökonomin beim Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo in Wien, gegenüber IPPEN.MEDIA.
Insgesamt ist Kroatien also mit anderen Ländern im Mittelmeerraum vergleichbar, sticht aber vor allem in Sachen Preiserhöhung bei Privatunterkünften heraus. „Wir haben einen Blick auf Mietplattformen geworfen. Es gibt wirklich unrealistische Preise. Studio-Apartments ab 380 Euro, Privatzimmer ab 220 Euro“, schilderte Majda Šale vom Tourismusverband der Insel Krk gegenüber HRT. Dort gebe es also noch Verbesserungspotenzial.
„In einigen Segmenten leicht höhere Preise“: Kosten für Kroatien-Urlaub gestiegen
„In einigen Segmenten des Angebots haben wir leicht höhere Preise, in einigen Segmenten niedrigere Preise“, erklärte Kristjan Staničić vom kroatischen Tourismusverband der Rundfunkanstalt. „Sicher gibt es Einzelfälle, die von einem gewissen Durchschnitt abweichen“, räumte er ein. Das zeigten etwa Urlauber, die für eine stattliche Summe vier Eiskugeln kauften. Allerdings würden Angebot und Nachfrage das Preisniveau regeln, so Staničić.
Durch Inflation und die Euro-Umstellung müssen Urlauber in Kroatien also etwas tiefer in die Tasche greifen – gerade in den Touristen-Hotspots kann es ganz schön ins Geld gehen. „Kroatien ist aufgrund der Inflation teurer, aber im europäischen Vergleich immer noch nicht teuer“, merkte Nikola Eterović vom Verband der Gastronomen in Istrien im Mai an.