Boden wird abgetragen

Kritik an Japan nach Leck in Fukushima: „Ungeordnetes Management“

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Das Atomkraftwerk in Fukushima produziert weiter Schlagzeilen. Aus einem Leck treten 5.500 Liter radioaktives Wasser aus.

Tokio – 13 Jahre sind seit der Atomkatastrophe von Fukushima vergangen, doch die radioaktive Gefahr besteht noch immer. Erst kürzlich leitete Japan verseuchtes Wasser ins Meer und handelte sich Kritik aus China ein. Nun gibt es Aufregung um ein Leck, aus dem rund 5500 Liter radioaktives Wasser ausgelaufen sein sollen.

Wie der öffentlich-rechtliche Sender NHK berichtet, traten diese aus einem „Abgasrohr eines Gebäudes“ aus, in dem Geräte zur Reinigung von kontaminiertem Wasser untergebracht seien. Das Wasser sammelte sich in einer großen Pfütze, doch außerhalb der Anlage sei nichts kontaminiert worden. In Deutschland gibt es seit Monaten Streit um das Atomkraft-Aus.

Panne in Fukushima: „Wasserleck am Auspuffrohr eines Gebäudes“

NHK berichtete, dass Arbeiter des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi „Wasserlecks draußen am Auspuffrohr eines Gebäudes entdeckt haben, in dem sich ein Reinigungssystem befindet, das radioaktive Stoffe aus kontaminiertem Wasser entfernt.“ Bei dem ausgetretenen Wasser handelte es sich um Wasser, das radioaktive Stoffe enthielt.

Die Tanks mit dem Kühlwasser auf dem Gelände der japanischen Atomruine Fukushima.

Das ausgetretene Wasser enthielt schätzungsweise etwa 22 Milliarden Becquerel radioaktiver Substanzen, die Gammastrahlen aussenden, wie etwa Cäsium-137, was weit über dem nationalen Standard von 100 Millionen Becquerel liegt.

China kritisiert Japan wegen Fukushima: „Ungeordnetes Management“

Am japanischen Management der Anlage wurde erneut Kritik laut. Die chinesische Botschaft in Japan erklärte am Donnerstag (8. Februar), dass die wiederholten Unfälle bei der Aufbereitung von nuklear verseuchtem Wasser in Fukushima das „ungeordnete Management“ der Tepco und der Regierung in Tokio offengelegt haben. Peking hatte Tokio zuletzt wegen des Vorhabens, kontaminiertes Wasser ins Meer leiten zu wollen, scharf kritisiert.

Im März 2011 war die japanische Ostküste von einem schweren Erdbeben und einem Tsunami getroffen worden. Infolge der Naturkatastrophe kamen 18.000 Menschen ums Leben. Sie hatte zudem den Ausfall des Kühlsystems im AKW Fukushima Daiichi zur Folge, in drei der sechs Reaktoren kam es zur Kernschmelze.

Leck in Fukushima: Boden nahe des Lecks in Fukushima wird abgetragen

Das in den Rohren verbliebene kontaminierte Wasser wurde bei einer Geräteinspektion entsorgt. Dabei wurde ein Ventil, das hätte geschlossen werden sollen, geöffnet wurde, wobei das Wasser austrat. Das Leck schloss sich erst, als der Wasserfluss im Inneren des Geräts gestoppt wurde. Auf einer Eisenplatte außerhalb des Gebäudes hatte sich eine etwa vier Quadratmeter große und einen Millimeter tiefe Wasserpfütze gebildet. Tepco will zur Sicherheit die Erde aus der Umgebung entfernen.

Entwarnung gab es auch von der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEA, die bestätigte, dass keine signifikanten Schwankungen der am Standort aufgezeichneten Strahlungsmessungen aufgetreten seien. In der Erklärung heißt es außerdem, dass das ausgetretene Wasser aus dem Wasserfiltersystem „im Rahmen der laufenden Stilllegungsarbeiten am Standort“ stammte. „Das Ereignis steht nicht im Zusammenhang mit der Einleitung von aufbereitetem Wasser aus dem ALPS (Advanced Liquid Processing System)“, so die IAEO.  Das Ereignis stellt keine Gefahr für die Öffentlichkeit dar und es gibt keine Auswirkungen auf die Umwelt außerhalb des Standorts. (cgsc/afp)

Rubriklistenbild: © Uncredited/Kyodo News/AP/dpa

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