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Sandra Sporerschließen
Eine neue Mpox-Variante breitet sich immer weiter im Kongo und den Nachbarländern aus. Könnte „Klade I“ auch in Deutschland zu einer Bedrohung werden?
Update, 15. August, 20.17 Uhr: Nun ist es auch außerhalb des afrikanischen Kontinents zu einem ersten Mpox-Fall der neuen Variante Klade I gekommen. Das bestätigte der schwedische Sozialminister Jakob Forssmed am Donnerstag in einer Pressekonferenz. Der Fall wurde in der Region Stockholm gemeldet. Zuvor habe sich die infizierte Person in Afrika aufgehalten.
Ursprungsartikel, 15. August, 18.29 Uhr: Frankfurt – Eine neue Variante des Mpox-Virus macht in der Demokratischen Republik Kongo die Runde. Die Krankheit wurde mittlerweile auch in anderen afrikanischen Staaten wie Uganda, Ruanda, Burundi und Kenia festgestellt. Im Jahr 2024 wurden bereits über 14.000 Verdachtsfälle und etwa 500 Todesfälle registriert - eine höhere Zahl als im gesamten Vorjahr. Laut einer Mitteilung der Regierung der Demokratischen Republik Kongo aus dem Juli wächst die Anzahl der Fälle „exponentiell“. Die Ausbreitung hätte womöglich verhindert werden können – die Mpox-Krise zeigt Parallelen zu Corona.
Mpox-Variante „Klade I“ breitet sich „exponentiell“ aus – WHO ruft höchste Alarmstufe aus
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat aufgrund der möglichen globalen Bedrohung durch die Verbreitung von Mpox eine „Gesundheitliche Notlage internationaler Reichweite“ ausgerufen, die höchste Alarmstufe. Die Europäische Gesundheitsbehörde ECDC hat das Risiko einer Ausbreitung der Variante in Europa zuletzt als „sehr gering“ bewertet. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind in Deutschland bisher keine Fälle der „Klade I“ bekannt.
Die Virenforscherin Marion Koopmans von der Erasmus-Universität Rotterdam erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass „Mpox nicht so leicht übertragbar“ ist. Die Verbreitung erfolgt durch direkten Kontakt und kann daher relativ einfach eingedämmt werden. Das Bundesgesundheitsministerium informiert, dass eine Übertragung von Mensch zu Mensch selten ist und nur bei engem Kontakt mit Körperflüssigkeiten oder Hautveränderungen möglich ist.
Warum wurde Mpox als Affenpocken bezeichnet?
Mpox wurde ursprünglich als Affenpocken bezeichnet, weil das Virus erstmals 1958 in Laboraffen entdeckt wurde. Diese Bezeichnung ist jedoch veraltet, da das Virus nicht speziell von Affen stammt, sondern auch andere Tiere wie Nagetiere als Wirt haben kann. Zudem wollte man mit der Umbenennung den irreführenden und potenziell stigmatisierenden Eindruck vermeiden, dass die Krankheit direkt von Affen auf Menschen übertragen wird.
„Jede Person, die engen körperlichen Kontakt mit einer ansteckenden Person hat, insbesondere mit Ausschlag, Wunden oder Schorf der erkrankten Person, kann sich infizieren“, wird weiter ausgeführt. In Gebieten, in denen Mpox verbreitet ist, kann es allerdings auch zu einer Übertragung von Tier auf Mensch und durch kontaminierte Gegenstände kommen, wie Infektionsschutz.de berichtet. Das Virus kann über kleinste Hautverletzungen oder Schleimhäute in den Körper gelangen.
Affenpocken werden nur bei engem Kontakt übertragen: Das sind die Symptome einer Infektion
Die Übertragung von Mpox kann ab dem Auftreten der ersten Symptome erfolgen. Zu diesen zählen laut RKI Fieber, Schüttelfrost, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie geschwollene Lymphknoten. Einige Tage nach dem Fieberbeginn treten erste Hautveränderungen auf. Im Verlauf der Krankheit entwickeln sich diese Flecken zu Pusteln, die schließlich verkrusten und abfallen. Der Ausschlag tritt in der Regel im Gesicht, auf den Handflächen sowie den Fußsohlen auf.
Dem RKI zufolge kommt es in seltenen Fällen zudem zu …
- … komplizierten Verläufen mit Bildung von schmerzhaften Ulzerationen.
- … Nekrosen sowie Abszessbildung durch bakterielle Superinfektionen.
- … bleibenden Hornhautschäden bis hin zum Sehverlust.
- … tödlichen Verläufen mit Dissemination und Organbeteiligung.
Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Infektion und ersten Symptomen, beträgt laut Bundesgesundheitsministerium etwa vier bis 21 Tage. Die Heilung der Haut- und Schleimhautveränderungen dauert in der Regel zwei bis vier Wochen. Während dieser Zeit sind die Betroffenen ansteckend. Daher sollten die Hautveränderungen stets sorgfältig mit Kleidung und Verbänden abgedeckt werden.
„Falls dies nicht möglich ist (zum Beispiel bei Hautveränderungen im Gesicht oder an den Händen) und solange allgemeine Krankheitssymptome bestehen, kann das örtliche Gesundheitsamt eine häusliche Isolierung anordnen“, so Infektionsschutz.de. Wer mit anderen Personen zusammenlebt, sollte sich möglichst in einem separaten Zimmer aufhalten. Eine Impfung kann ebenfalls zum Schutz beitragen, wird jedoch derzeit nur für bestimmte Personengruppen empfohlen. (cln/sp/dpa)
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