Von Karolin Schaefer
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Die Erdbeben-Serie rund um Santorini hält nach wie vor an. Jetzt werden auf der beliebten Urlaubsinsel gleich zwei neue Häfen für den Ernstfall gebaut.
Santorini – In den vergangenen drei Wochen wurden mehr als 20.000 Erdbeben auf Santorini registriert. Dabei hat die Stärke der Erschütterungen allmählich nachgelassen. Entwarnung gibt es für die griechische Urlaubsinsel aber noch nicht. Das Geodynamische Institut in Athen meldete am Montag (24. Februar) immer noch zahlreiche Beben – eins am Vormittag sogar mit einer Stärke von 4,4 auf der Richterskala.
Santorini bereitet sich wegen Erdbeben-Serie auf ein Worst-Case-Szenario vor Die anhaltende Erdbeben-Serie stellt Santorini vor mehrere Probleme . Das betrifft auch sichere Evakuierungen der noch verbliebenen Bevölkerung. Um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein, werden zwei neue Schutzhäfen errichtet, meldete die griechische Zeitung To Vima . Die Häfen sollen unter anderem eine schnelle Ankunft von Rettungskräften und die sichere Evakuierung ermöglichen, sollte es zu einem starken Erdbeben oder gar einem Vulkanausbruch kommen.
Die Erdbeben-Serie rund um Santorini hält an.
© Montage: Stringer/AFP; Geodynamisches Institut Athen
Ein Hafen wird mit Unterstützung der Armee in Vlychada im Süden der Insel errichtet. Der Bau dieses Projekt wird aber noch eine Weile dauern. Die Fertigstellung wird in etwa zehn Monaten erwartet. Der zweite Hafen soll im Nordosten der Insel in der Nähe des Unterwasservulkans Kolumbos entstehen.
Erdbeben-Serie hält an: Santorini beschließt neue Maßnahme Zusätzlich hat das griechische Umweltministerium eine weitere Schutzmaßnahme für die Bevölkerung beschlossen. Die lokale Zeitung Proto Thema berichtete, dass auf ganz Santorini die Erteilung von Baugenehmigungen vorübergehend ausgesetzt werden. Diese Entscheidung sei vom Zentralrat der Stadtplanung getroffen worden. Wie lange diese Sperre bestehen bleibt, ist derzeit noch unklar. Genauere Informationen dazu werden in der kommenden Woche erwartet.
Erdbeben, die die Welt erschütterten: Die tödlichsten Beben des 21. Jahrhunderts Indien 2001: Mehr als 20.000 Menschen sterben und 160.000 weitere werden verletzt, als ein Beben der Stärke 7,7 den westindischen Bundesstaat Gujarat erschüttert. Die Stadt Bhuj wird dem Erdboden gleichgemacht. © Nirmal Masurekar/imago Durch die lockeren Sedimentböden konnten die seismischen Schwingungen eine besonders destruktive Wirkung entfalten. Das Handeln der Regierung nach den Beben wurde stark kritisiert. Man verließ sich grundsätzlich auf die Hilfe des Militärs. © UPI Photo/IMAGO Iran 2003: In Bam sterben am 26. Dezember bei einem Beben der Stärke 6,6 mehr als 31.000 Menschen – fast ein Viertel der Einwohner der südostiranischen Stadt. © imago Die historische Altstadt der iranischen Stadt Bam wurde während der Beben völlig zerstört. © Taherkenareh Abedin/dpa Zerstörte Häuser überschwemmt nach Tsunami. Banda Aceh, Aceh, Indonesien. Aufnahmedatum: 17.01.05 Indischer Ozean 2004: Ein Seebeben der Stärke 9,1 vor der indonesischen Insel Sumatra löst am 26. Dezember einen gigantischen Tsunami aus. Den bis zu 30 Meter hohen Flutwellen fallen mehr als 230.000 Menschen in Ländern rund um den Indischen Ozean zum Opfer. Allein in Indonesien werden 170.000 Tote gezählt. © Pond 5 Images/IMAGO Bild zeigt zerstörte Häuser und Überschwemmungen, Ein Tsunami zerstört am 29.12.2004 am Strand gelegene Bungalows auf der Insel Phi Phi in Thailand, Aufnahmedatum: 28.03.2005 Der Tsunami erreichte unter anderem Inseln in Thailand. Die Flutwelle zerstörte auch diese am Strand gelegenen Bungalows auf der Insel PhiPhi. © Stringer/dpa Zerstörung in Kasmir. Pakistan 2005: Am 8. Oktober erschüttert ein Beben der Stärke 7,6 den pakistanischen Teil Kashmirs; über 73.000 Menschen kommen nach pakistanischen Behördenangaben ums Leben, 3,5 Millionen Menschen werden obdachlos. Die medizinische Infrastruktur ist fast vollständig zerstört. © Shahidul Alam/imago Bild zeigt Schulkinder nach Erdbeben im Kaschmir lernend unter freiem Himmel, Salamabad in Pakistan, Aufnahmedatum: 13.12.2005 Weil ihre Schule bei dem Beben zerstört wurde, mussten diese Jungen in Salamabad an der Grenze zu Indien draußen lernen. © Farooq Khan/dpa Bild zeigt einen betenden Mann zwischen den Trümmern nach dem Erdbeben auf Java 2006, Bantul district, südlich von Yogyakarta in Central Java, Aufnahmedatum: 31.05.2006 Indonesien 2006: Auf der indonesischen Insel Java kommen bei einem Beben der Stärke 6,3 am 26. Mai knapp 6000 Menschen ums Leben. Rund 38.000 weitere werden verletzt, mehr als 420.000 werden obdachlos. © epa Sabangan/dpa Nach Erdbeben auf Java (Indonesien) 2006, Zerstörte Häuser und Hütten des Bawuran village in Bantul (Yogyakarta) von oben. Zwei Mofas fahren auf der Straße, Aufnahmedatum: 28.05.2006 Schon kurze Zeit nach den ersten Erschütterungen hatte das „Pazifik Tsunami Warnzentrum“ eine Warnung für die Küstenstaaten und die Inseln des Indischen Ozeans, insbesondere Java und Sumatra, herausgegeben. Diese war jedoch von den indonesischen Behörden nicht weitergegeben worden. © Mast Iram/dpa Bild zeigt eine Frau mit Tüten und einen Mann mit Fahrrad vor einem Trümmerhaufen, nach Erdbeben in Dujiangyan, Sichuan Südwesten China, Aufnahmedatum: 13.05.2008. China 2008: Ein Beben der Stärke 7,9 verwüstet am 12. Mai weite Teile der südwestchinesischen Provinz Sichuan, über 87.000 Menschen kommen ums Leben, rund 4,45 Millionen werden verletzt. © epa/dpa Bild zeigt Armee bei Aufräumarbeiten, People Liberation Army (PLA) Soldaten kehren den Dreck von der Straße, nach Erdbeben in China 2008, Aufnahmedatum: 04.06.2008 Am Tag des Bebens erreichen 1300 Rettungshelfer und Soldaten das Zentrum des Bebens im Bezirk Wenchuan. 80 Prozent der Gebäude im Epizentrum wurden zerstört. © Michael Reynolds/dpa Bild zeigt verwüstetes Klassenzimmer in Chengjiaba, Sichuan Provinz, nach den Erdbeben in China 2008, Aufnahmedatum: 11.06.2008 Unter den Opfern befanden sich tausende Schüler, deren Schulen den Erschütterungen nicht standgehalten hatten. © Michael Reynolds/dpa Ein Schwein im Trümmerhaufen der Zerstörung. Haiti 2010: Bei einem Beben der Stärke 7 kommen am 12. Januar mehr als 200.000 Menschen in Haiti ums Leben. 1,5 Millionen Menschen verlieren ihr Dach über dem Kopf. © Reynold Mainse/imago Nach dem Erdbeben 2010 in Haiti: Trümmer liegen auf den Straßen von Port au Prince, ein Auto ist von Trümmern bedeckt. Aufnahmedatum: 13.01.2010. Die Hauptstadt Port-au-Prince, in deren Nähe das Epizentrum liegt, wird fast komplett zerstört. © Orlando Barria/dpa Sicht auf ein Zeltlager, in dem 2 Jahre nach dem Erdbeben 2010 immer noch Menschen leben. Petion Square, Port Au Prince, Haiti, Aufnahmedatum 13.04.2012. Auch zwei Jahre später leben noch 72.000 Menschen in Zeltlagern, wie hier im Lager am Petion Sqaure in Port-au-Prince. © Orlando Barria/dpa Trümmer und zerstörte Häuser an der Küste, Auswirkungen des Tsunamis im Shizugawa Distrikt in Minami Sanriku Miyagi Prefecture im Norden Japans, Aufnahmedatum: 27.02.2016 Japan 2011: Am 11. März erschüttert ein Beben der Stärke 9,1 die Küste Japans. Weniger als eine Stunde später folgt eine bis zu 20 Meter hohe Flutwelle und reißt alles entlang der Küste der nordöstlichen Region Tohoku mit sich. Die gesamte Küstenregion wird zerstört, wie hier in Minami Sanriku. © Kimimasa Mayama/dpa Das Atomkomplex Fukushima Daiichi von oben, Aufnahmedatum 22.08.24 Das Wasser des Tsunamis dringt auch in das Atomkraftwerk Fukushima ein, wo es in drei Reaktoren zu einer Kernschmelze kommt – es ist die schlimmste Nuklearkatastrophe seit Tschernobyl im Jahr 1986. Die Behörden melden nach der Dreifach-Katastrophe rund 18.500 Tote und Vermisste. © kyodo/dpa Japanische Soldaten mit Strahlenschutzkleidung bei Evakuierung im Dorf Otama, Regioin Fukushima, die Strahlungswerte liegen nach der Fukushima Katastrophe weit über dem gesetzlichen Grenzlimit, Aufnahmedatum: 13.03.2011 Nach der Katastrophe liegen die Strahlungswerte weit über dem gesetzlichen Grenzlimit. Mehr als 165.000 Menschen in der Präfektur Fukushima müssen wegen der radioaktiven Strahlung ihre Heimat verlassen. © Str/dpa Zerstörte Häuser und Rettungskräfte in Kathmandu (Nepal) nach den Erdbeben 2015, Aufnahmedatum: 27.04.2015 Nepal 2015: Einem Beben der Stärke 7,8 fallen am 25. April rund 9000 Menschen im Zentrum Nepals zum Opfer. Es richtet in der Hauptstadt Kathmandu und in den Gebieten rund um das Epizentrum schwere Zerstörungen an. © Abir Abdullah/dpa Nach Erdbeben in Kathmandu (Nepal) 2015, Menschen suchen in Trümmern nach Überlebenden, Aufnahmedatum: 25.04.15 600.000 Häuser lagen landesweit in Schutt und Asche. In Gorkha und Sindhupalchok, den Epizentren der Beben, wurden nahezu 90 Prozent der Infrastruktur und Wohnhäuser zerstört. © Narendra Shrestha/dpa Nach Erdbeben in Kathmandu (Nepal) 2015, Ein Mönch betrachtet die Zerstörung an der Syambhunaath Stupa, auch bekannt als Affentempel, Aufnahmedatum: 26.04.2015 Durch die Beben wurden viele Tempel zerstört, wie hier der Syambhunaath Stupa, auch bekannt als Affentempel. Bis heute konnten nicht alle zerstörten Tempel wieder vollständig aufgebaut werden. © Narendra Shrestha/dpa Bild zeigt zusammengefallenes hohes Haus zwischen anderen Trümmern, in Antakya Türkei nach Erdbeben 2023, Aufnahmedatum: 05.03.2023 Türkei und Syrien 2023: Ein Beben der Stärke 7,8 erschüttert am 6. Februar das türkisch-syrische Grenzgebiet, Stunden später folgt ein weiteres Beben der Stärke 7,5. © Diego Cupolo/IMAGO Nach Erdbeben in der Türkei 2023, Eine Frau und ein Mann laufen mit ihren Habseligkeiten auf der Straße, neben ihnen sind eingestürzte Häuser und Trümmer, Aufnahmedatum: 12.02.2023 Nach der Erdbebenkatastrophe wurden in beiden Ländern insgesamt 62.013 Tote geborgen und mehr als 125.000 Verletzte registriert. In der Türkei sind 230.000 Gebäude eingestürzt. © Murat Kocabas/dpa Eine Frau trauert am Grab ihrer Familie auf einem Friedhof in Antakya. Anlässlich des ersten Jahrestages des Erdbebens vom 6. Februar 2023 wird landesweit der zehntausenden Opfer gedacht., Aufnahmedatum: 06.02.2024 Die türkische Stadt Antakya wurde fast vollständig zerstört. Auf einem Friedhof in der Stadt gedenken Menschen ihren verstorbenen Familienmitgliedern. © Boris Roessler/dpa Trotz des Rückgangs der Erdbeben bleibt eine neue Bedrohung bestehen. Die Erschütterungen haben die Hänge der Urlaubsinsel instabil gemacht, wodurch Erdrutsche auf Santorini drohen . Auch der Tourismus leidet unter der aktuellen Lage. Sollte die Krise anhalten, könnten viele Reisende ihre geplanten Urlaube auf Santorini stornieren . (kas)
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