Erdbeben auf Santorini lassen Insel bröckeln: Serie hat neue Gefahr ausgelöst – die bleiben wird
VonKarolin Schaefer
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Die Erde bebt rund um Santorini. Noch gibt es keine Entwarnung für die griechische Urlaubsinsel. Experten warnen jedoch bereits vor einer neuen Gefahr.
Santorini – Mehr als 20.000 Erdbeben wurden in den vergangenen Wochen rund um Santorini gemeldet. Viele Einheimische haben die beliebte Urlaubsinsel bereits verlassen. Während sich Einwohner vor Plünderungen ihrer zurückgelassenen Häuser sorgen, rückt jetzt ein weiteres Szenario in den Fokus.
Erdbeben rund um Santorini gehen weiter: Experten warnen vor neuer Gefahr
Denn nach den Erdbeben drohen Erdrutsche zur neuen Gefahr auf der griechischen Insel zu werden. Ein Forschungsteam der Universität Athen hat rund um den Geologen und Chef der Erdbebenbehörde, Efthymios Lekkas, das Risiko untersucht, berichtet das griechische Nachrichtenportal Skai. Das Ergebnis ist beunruhigend, denn in mehreren Regionen hätten sich Hänge destabilisiert.
Es seien bereits konkrete Gebiete mit erhöhtem Erdrutsch-Risiko identifiziert worden. Welche das sind, ist noch unklar. Diese würden derzeit vom Forschungsteam erfasst und kartiert. Und auch nach einem Ende der Erdbeben-Serie sei die Gefahr noch nicht vorüber. Die Erde bleibt instabil und könne beispielsweise durch starke Regenfälle zusätzlich belastet werden. Auch das Auswärtige Amt hat bereits über Erdrutschgefahr an Küstenabschnitten informiert.
Keine Entwarnung für Santorini: Größerer Erdrutsch folgt unmittelbar nach Erdbeben
Nach Angaben des griechischen Rundfunks (ERT) hat es schon am Dienstag (18. Februar) einen größeren Erdrutsch gegeben. Dieser habe sich kurz nach einem Beben der Stärke 4,9 ereignet. Auf Videos war zu sehen gewesen, dass der Erdrutsch von einer Klippe abging und ins Meer stürzte. Infrastruktur beschädigte er damit nicht.
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Auch wenn die Erschütterungen in den vergangenen Tagen nachgelassen haben, ist die Gefahr eines größeren Bebens der Stärke 6 und höher nicht ausgeschlossen. Erst vor einigen Tagen wurde ein Magma-Stoß am Krater des Vulkans Kolumbo registriert. Dennoch hoffen Experten schrittweise auf eine Deeskalation der Beben-Serie. „Wir wissen natürlich nicht, wie lange es dauern wird, aber ich denke, wir sind auf einem relativ guten Weg“, sagte Lekkas im griechischen Rundfunk.
Die Lage bleibt aber angespannt – vor allem für die Tourismusbranche auf Santorini. Hoteliers zufolge stagnieren die Buchungen bereits. Die griechische Urlaubsinsel werde in diesem Sommer jedenfalls nicht den Tourismus-Boom der vergangenen Jahre erleben, sagte Tourismusministerin Olga Kefalogianni dem Sender ERTnews. (kas/dpa)