„Verdammt! Was für eine Katastrophe!“

Sturm in Griechenland zerstört weltberühmtes Schiffswrack – ganzer Strand droht zu verschwinden

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Vergangene Idylle: Der Strand in der Schmugglerbucht vor den Winterstürmen.
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Heftige Winterstürme haben das berühmte Schiffswrack in der Schmugglerbucht auf der griechischen Insel Zakynthos zerstört. Ein Experte sagt das Ende gesamten Traumstrands voraus.

Zakynthos – Es ist ein malerischer Anblick: Von steilen Felsklippen umgeben liegt an einem weißen Strand am azurblauen Meer in Griechenland ein geheimnisvolles Schiffswrack. Eineinhalb Millionen Urlauber besuchen jedes Jahr den Navagio-Strand in der Schmugglerbucht auf der griechischen Insel Zakynthos im Ionischen Meer westlich des Festlandes.

Meterhohe Wellen haben berühmtes Schiffswrack von Zakynthos in zwei Teile zerfetzt

Influencer und Touristen, die Fotos von dem Strand mit dem wohl beliebtesten Foto-Motiv Griechenlands gepostet haben, müssen stark sein: Das Wrack des Küstenmotorschiffs Panagiotis, das 1980 vor der Insel auf Grund lief und von seiner Besatzung aufgegeben wurde, ist bei einem heftigen Wintersturm im Januar zerbrochen. Meterhohe Wellen hatten den vom Salzwasser zerfressenen Rumpf getroffen und eine Bresche hineingeschlagen. Doch das ist nicht alles: Die Trümmer des Wracks sind ein gutes Stück tiefer um Sand versunken.

Einheimische Skipper entdeckten das zerbrochene Wrack, Bilder von den Trümmern verbreiteten sich in Windeseile in den sozialen Netzwerken: „Verdammt! Was für eine Katastrophe!!“, schreibt eine Italienerin unter ihrem Post und teilt Aufnahmen von ihrem Ausflug, als sie im Sommer noch das Wrack in einem Stück bewundern konnte. „Leider geschah das nicht aus heiterem Himmel, Mutter Natur wartet auf niemanden!“, kommentiert ein anderer User.

Auf griechischer Urlaubsinsel Zakynthos herrscht Katastrophenstimmung

Vor Ort herrscht Katastrophenstimmung, schließlich ist die Schmugglerbucht nach der Akropolis Griechenlands am zweitmeisten besuchte Sehenswürdigkeit und somit ein großer Touristenmagnet für die Insel. Vor einigen Tagen forderte der Bürgermeister von Zakynthos, Giorgos Stasinopoulos, die Verwaltung der Küste rund um die Navagio-Bucht vom Tourismusministerium an die Gemeinde Zakynthos zu übertragen.

„Wir alle sehen, wie das Boot verschwindet. Es ist eine Schande, dass ein so viel fotografierter Ort, den Menschen aus aller Welt besuchen und der zum zweithäufigsten besuchten Ort in Griechenland zählt, der Gnade Gottes ausgeliefert ist“, sagte Stasinopoulos im Gespräch mit dem griechischen TV-Sender ERT. Bisher gibt es laut seiner Aussage keine Behörde, die für das Schiffswrack verantwortlich ist, um es zu retten.

„Bedenken Sie, dass die Touristen möglicherweise nicht mehr kommen, wenn es kein Schiff geben wird, das sie sehen können“, so der Bürgermeister. Stasinopoulos fordert, die Reste des Schiffes zu erhalten. Wie das funktionieren soll, verrät er nicht.

Lassen Sie sich entführen: Zehn Strände, die zu den schönsten der Welt gehören

Grace Bay, Providenciales auf den Turks- und Caicosinseln
Kristallklares Wasser, goldener Sand: Der Grace Bay Beach hat alles, was das Herz begehrt. Nicht umsonst wählten ihn Reisende bei den Travellers‘ Choice Awards 2022 von Tripadvisor auf den ersten Rang. Der Strand befindet sich auf Providenciales, das zu den Turks- und Caicosinseln gehört. © Imago
Camps Bay Beach, Südafrika
Camps Bay ist einer der malerischen Vororte von Kapstadt. Die gleichnamige Bucht befindet sich vor der Kulisse einer Bergkette, den sogenannten Zwölf Aposteln. Der Strand selbst wird als sauber und gepflegt geschrieben – obendrein gibt es zahlreiche Wassersportmöglichkeiten. © Imago
Eagle Beach, Aruba
Der Eagle Beach auf der Insel Aruba zählt zu den schönsten der Karibik. Er zeichnet sich durch seinen makellosen, weißen Sandstrand und klares Wasser aus. Ein beliebtes Fotomotiv sind die beiden Fofoti-Bäume, die mit ihren Kronen in Richtung Meer weisen. © Imago
Ses Illetes, Formentera
Einzigartige, einladende Strände gibt es nicht nur auf anderen Kontinenten: Der Strand Ses Illetes ist wohl der bekannteste der Baleareninsel Formentera – und auch einer der schönsten. Er erstreckt sich über eine Länge von 1450 Metern und verdankt seinen Namen diversen Felseninseln, die sich gegenüber der Küste befinden.  © Imago
Anse Source d‘Argent, La Digue, Seychellen
Mit ihren eindrucksvollen Granitfelsen ist die Anse Source d‘Argent einer der berühmtesten und meist fotografiertesten Strände überhaupt. Das Wasser ist türkisblau und lädt zum Schnorcheln ein. Wer ihn besuchen möchte, muss allerdings Eintritt zahlen. © Fokke Baarssen/Imago
Spiaggia dei Conigli (Kaninchenstrand) in Lampedusa auf den Sizilianischen Inseln.
Der Spiaggia dei Conigli, übersetzt Kaninchenstrand, ist einer der schönsten Strände Italiens – und belegte bei den Travellers‘ Choice Awards 2022 sogar den 1. Platz unter den europäischen Stränden. Auch hier winken türkisfarbenes Wasser und weißer Sand.  © Imago
Radhanagar Beach, Indien
Etwas Ruhe gefällig? Dann ab nach Indien: Am Radhanagar Beach bleiben Touristenmassen aus, stattdessen wartet ein sauberer Strand mit kristallklarem Wasser.  © R Modi/Dinodia Photo/Imago
Zakynthos, Navagio Beach
Zu den berühmtesten Stränden der Welt zählt der Navagio Beach auf der griechischen Insel Zakynthos. Was ihn besonders macht, ist das Schiffswrack, das sich wunderbar in die Bucht einbettet und wirkt, als wäre es mit Absicht dort.  © Janita Webeler/Imago
Turquoise Bay, Exmouth, Australien
Beste Möglichkeiten zum Schnorcheln bietet die Turquoise Bay im Westen Australiens: Fische, Korallen und andere Meereslebewesen finden sich schon in Küstennähe. Gleichzeitig lässt sich vor der Kulisse des türkisblauen Wassers wunderbar ein entspannter Tag verbringen.  © Imago
Elafonissi Beach auf Kreta
Der Elafonissi Beach wirkt, als müsste er sich in der Karibik befinden: Tatsächlich befindet er sich aber auf der griechischen Insel Kreta. Besonders eindrucksvoll ist der rosafarbene Strand – der Farbton rührt von tausenden zerbrochenen Muschelschalen her.  © Imago

Griechischer Professor gibt düstere Prognose für berühmten Strand von Navagio auf Urlaubsinsel ab

Glaubt man den Worten von Professor Efthymios Lekkas, Präsident für Geologie und Umwelt der Kapodistrias-Universität in Athen, wird mit dem Wrack der ganze Strand verschwinden. „Das Schiff hat einen künstlichen Damm geschaffen, der verhinderte, dass der angeschwemmte Sand wieder weggespült wurde“, erklärt er. So sei nach dem Schiffbruch 1980 innerhalb von vier bis fünf Jahren der Strand entstanden. Lekkas: „Wenn das Schiff jetzt verschwindet, wird das Gebiet den Zustand wie zuvor wiedererlangen und es wird keinen Strand mehr geben.“

Lekkas empfiehlt, den Strand aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichkeit zu sperren. Der Navagio-Strand und das Schiffswrack waren bereits 2018 vorübergehend für Besucher geschlossen, nachdem nach einem Erdbeben der Stärke 6,8 eine Klippe von einstürzte. Im September 2022 kam es nach einem Erdbeben der Stärke 5,4 zu einem Erdrutsch in der Bucht. Viele Ausflugsboote hatten dennoch die Bucht angesteuert. Tatsächlich zeigen aktuelle Videos, dass sich der Strandabschnitt schon jetzt deutlich verschmälert hat, das Wasser schwappt bis zum Wrack und hat den größten Teil des Schiffes bereits unter viel Sand begraben.

So wurde das Schiffswrack von Zakynthos zu einem weltberühmten Foto-Motiv am Navagio Beach

Um die Havarie der „Panagiotis“ ranken sich viele Geschichten. Sie soll mit einer Ladung geschmuggelter Zigaretten im Auftrag der Mafia auf dem Weg von der Türkei nach Italien gewesen sein, als vor Zakynthos die Maschine versagte und das steuerlose Schiff an den Strand getrieben wurde. In einer anderen Version heißt es, dass am 2. Oktober 1980 der Kapitän Charalambos Kompothekras-Kotsoros gezwungen war, wegen eines Maschinendefekts, die „Panagiotis“ in der Bucht auf den Strand zu setzen. Einheimische sollen einen Teil der Ladung und der Ausrüstung des Schiffs geplündert haben. Der Kapitän soll die Behörden alarmiert haben, 29 Einheimische seien später wegen Plünderung des Wracks verurteilt worden.

Griechenlands Strände sind mittlerweile ein umkämpftes Areal geworden: Im Sommer demonstrierten auf der Ägäis-Insel Paros Einheimische gegen die Sonnenschirmmafia, die öffentliche Strände besetzte. Auf der Insel Rhodos gab es einen verheerenden Waldbrand, die Hoteliers versuchen die Gäste mit Gratisurlaub zurückzugewinnen. Und vor der Insel Santorin entdeckten Forscher kürzlich Hinweise auf einen riesigen prähistorischen Vulkanausbruch.

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