In beliebtem Skigebiet

Felssturz im Tiroler Zillertal: Auto stürzt in Schlucht – Smartwatch rettet Fahrer das Leben

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Ein 60-jähriger deutscher Urlauber hatte sich im Zillertal in Tirol verfahren. Als er einem Felssturz ausweichen wollte, stürzte er 30 Meter tief.

Mayrhofen – Spektakulärer Unfall im hinteren Zillertal (Tirol) in Österreich: Ein 60-jähriger deutscher Urlauber aus dem Landkreis Bautzen (Sachsen) hatte sich am Samstag (6. April) auf einen Feldweg verfahren und konnte wegen eines Felssturzes nicht weiter. Sein Ausweichmanöver endet mit dem 30 Meter tiefen Absturz seines Autos in eine Schulcht.

Die Straße war plötzlich durch einen Felssturz blockiert

Gegen 17.10 Uhr steuerte der 60-jährige sein Auto in Ginzling bei Mayrhofen auf die „alten Landstraße“ zwischen den Orten Roßhag und Breitlahner. Das ist eigentlich ein für nicht Befugte gesperrter Forstweg, der nur geschottert ist und durch die Schlucht der Zemm führt. Die ist wegen der Schneeschmelze derzeit ein reißender Gebirgsbach.

Der Sachse war zum Skifahren ins Zillertal gefahren und hatte mit seinem Caddy auf einem Stellplatz im hinteren Zemmtal übernachtet. Vor Ort wird berichtet, dass der Urlauber möglicherweise von seinem Navi auf den falschen Weg gelotst wurde.

Das Auto landete nach einem 30-Meter-Sturz neben der reißenden Zemm.

In den vergangenen Tagen hatte sich im Verlauf des Schotterwegs ein Felssturz ereignet: Riesige Brocken lagen mitten auf dem Weg, weshalb der 60-Jährge nicht mehr weiterfahren konnte. Der Mann versuchte umzudrehen. „Im Zuge seines Wendemanövers geriet er über den Schotterweg hinaus und stürzte mit seinem PKW etwa 30 Meter in die Zemmschlucht“, heißt es im Polizeibericht. Weiter: „Durch den Aufprall wurde der Fahrer aus dem Fahrzeug geschleudert und blieb etwa zehn Meter oberhalb des im Bachbett liegenden PKW liegen.“ Bei dem Sturz wurde der 60-Jährige schwer verletzt.

Autofahrer setzte Notruf mit Smartwatch ab - doch die Retter finden ihn erst nicht

Der Autofahrer konnte noch den Notruf mit seiner Smartwatch absetzen. Allerdings benötigten die Retter mehr als eine halbe Stunde, um ihn zu finden, da er in der Schlucht außerhalb des Autos lag. Nachdem ihn die Polizei entdeckt hatte, leisteten die Beamten erste Hilfe, bis der Rettungsdienst eintraf. Schließlich wurde der Caddy-Fahrer mittels Tau vom Notarzthubschrauber geborgen und ins Landeskrankenhaus Innsbruck gebracht. Das abgestürzte Fahrzeug wurde von der Freiwilligen Feuerwehr Mayrhofen aus dem Bachbett geborgen.

Felsstürze hatten in den vergangenen Wochen immer wieder Alpenstraßen blockiert. Zuletzt wurden sogar drei Autos von großen Brocken durch einen Felssturz Adria-Autobahn getroffen. Heftige Unwetter und Lawinenchaos toben in den Alpen. Bei Meran stürzten an zwei Stellen Felsen auf wichtige Durchgangsstraßen. Darüber hinaus ist die Adriaroute über den Plöckenpass wegen eines mächtigen Felssturzes gesperrt.

Rubriklistenbild: © ZOOM.TIROL

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