VonMoritz Bletzingerschließen
Der Norden von Italien steht unter Wasser, in den Alpen herrscht hohe Lawinengefahr. Vorfälle gibt es beinahe im Stundentakt. Der Nachrichten-Ticker.
Update vom 2. April, 19.07 Uhr: Ein 14-jähriges Mädchen wurde von einer Lawine, die am Dienstag nahe des Misurinasees in den Belluneser Alpen in Italien abging, verletzt. Das berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Eine Gruppe von zwei Erwachsenen und fünf Kinder soll sich auf dem Weg zum Gipfel befunden haben. Als sie ihr Ziel erreichten, löste sich die Lawine – das Mädchen soll etwa 60 Meter mitgerissen worden sein.
Die 14-Jährige lag wenige Minuten unter dem Schnee begraben, ehe Rettungskräfte sie befreien konnten. Sie hatten zuvor in der Nähe trainiert. Das Mädchen wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Weiter unten am Berg soll ein weiterer Mann von der Lawine erwischt und gerettet worden sein. Er blieb unverletzt.
Unwetter in den Alpen: Nächster Felssturz in Italien
Update vom 2. April, 14.10 Uhr: Unweit von Meran – in einer beliebten Urlaubsregion Südtirols – kam es in Italien zum nächsten Felssturz auf eine stark frequentierte Straße. „Alarmstufe 4, Erdrutsch, Steinschlag zwischen St. Martin und Brücke Handwerkerzone, zum Glück kein Personen-Sachschaden“, teilten die Einsatzkräfte der Feuerwehr mit.
Update vom 2. April, 10.17 Uhr: Der Osterausflug einer Gruppe von zehn Menschen endete bei Suardi in der Lombardei in einem Großeinsatz. Die Gruppe hatte sich zum Grillen am Fluss Po getroffen und wurde vom heftigen Anstieg des Wasserpegels überrascht, schreibt Ansa. Der einzige Ausweg für die Ausflügler: Eine kleine Insel im Fluss. Dort saßen sie dann fest.
Zwei Feuerwehrteams rückten aus, um die zehn Personen wieder an Land zu bekommen. Letztendlich musste aber ein Hubschrauber nachrücken, um sie von der Insel zu bergen. Auch die Polizei war vor Ort.
Unwetter und Lawinen-Chaos in den Alpen: Ehepaar in Österreich erschlagen – Erdrutsch trifft Trentino-Dorf
Erstmeldung vom 2. April, 9.57 Uhr: München – Unwetter toben im Alpenraum. Vor allem Norditalien erlebte unruhige Ostertage mit heftigem Starkregen im Flachland und über 60 Zentimetern Neuschnee in den Bergen. Auch Österreich und die Schweiz wurden hart getroffen und die Unwetter lassen nur langsam nach.
Unwetter in den Alpen: Erdrutsch trifft Trentino-Dorf, betroffene Bewohner evakuiert
Nach teils heftigen Steinschlägen in Südtirol ging am Dienstag (2. April) der nächste große Erdrutsch auf ein Dorf in Trentino ab. In Villa Rendena wurden zwei Häuser von der tonnenschweren Mure aus Ton und Schlamm getroffen. Erste Untersuchungen zeigen laut der Nachrichtenagentur Ansa: Der Hang oberhalb der Gemeinde ist instabil, die Bewohner der betroffenen Häuser müssen evakuiert werden. Ein großer Granitblock bedroht mehrere Gebäude, er soll in den kommenden Tagen abgerissen und anschließend eine provisorische Barriere errichtet werden.
Ähnliches Bild in Valstrona: oberhalb der italienischen Gemeinde war ein massiver Erdrutsch abgegangen, der eine breite Schneise in den Berg getrieben hat. Drohnen-Bilder zeigen das Ausmaß der Gerölllawine, rund 400 Menschen sind seitdem teilweise isoliert. Und auch Edolo im Val Camonica (Lombardei) ist gefährdet, hier löste sich ein großer Teil Erde von einem anliegenden Hang, die starken Regenfälle haben Bäche überschwemmt und zahlreiche Erdrutsche ausgelöst.
Alpen-Unwetter fordern drei Todesopfer in Österreich: Ehepaar in Auto von Baum erschlagen
In Österreich haben die Unwetter drei Todesopfer gefordert. In der Steiermark wurde ein Ehepaar am Ostermontag von einem Baum erschlagen, berichtet heute.at. Sie waren auf der L404 in Richtung Ilz unterwegs, als die Esche ihr Auto traf und unmittelbar auf der Windschutzscheibe aufschlug. Nur kurz darauf und nicht weit entfernt kam ein Mann mit seinem Pkw aus bislang ungeklärter Ursache von der Straße ab, prallte gegen einen Baum und starb.
Lawinen-Alarm: Italienischer Ski-Ort zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten
Keine Todesopfer, aber eine „ziemlich kritische Situation“ muss der Ski-Ort Livogno in Italien überstehen. Am Ostermontag schnitten eine Lawine und Unwetter das Touristen-Dorf von der Außenwelt ab. Die Alpenpässe in der Region waren nicht befahrbar. Bürgermeister Remo Galli schlug Alarm. Urlauber sollten in Hotels bleiben, sie saßen fest. Die Wetterschutzbehörde mahnte, keine Ausflüge im Freien zu unternehmen. (moe)
Rubriklistenbild: © Soccorso Alpino/dpa



