80 Zentimeter Neuschnee

Österreich-Urlauber graben Autos aus Schnee aus – es herrscht hohe Lawinengefahr

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In Östereichs Alpen herrschen derzeit traumhafte Pistenverhältnisse. In Kärnten mussten heimkehrende Urlauber jedoch ihre Autos aus hüfthohem Schnee ausgraben.

Nassfeld – Der Wintereinbruch in den Alpen hat am 23. und 24. Februar für ein ordentliches Chaos in den Alpen gesorgt. Am Brenner ging zehn Stunden lang gar nichts mehr, weil 150 Lastwagen auf der Österreich-Seite der Autobahn kreuz und quer standen. Viele Urlauber, die heimfahren wollten, kamen vor allem in Kärnten nicht einmal an ihre Autos ran.

Urlauber greifen in Österreich zur Schneeschaufel

Im Nassfeld, wo die Hotels auf etwa 1500 Meter Höhe liegen, waren satte 80 Zentimeter Schnee vom Himmel gefallen. Die Heimkehrer mussten sich bei den Hotels Schneeschaufel borgen, um ihre Autos freizuschaufeln. Der Pulverschnee kam für Urlauber zu spät. Darüber dürfen sich jetzt die Neuankömmlinge freuen.

Die Schneewalze hatte dafür gesorgt, dass in den Kärntner Bezirken Spittal an der Drau, Villach, hunderte Bäume unter den Schneemassen zusammenbrachen. 6000 Haushalte hatten laut ORF am Morgen danach (24. Februar) keinen Strom, am Nachmittag waren noch 500 Haushalte betroffen. Bis zum Abend waren die Probleme größtenteils gelöst. In Paternion bei Villach stürzte ein etwa 20 Meter hoher Baum auf das Auto einer 25-Jährigen. Sie blieb unverletzt, am Auto entstand jedoch ein Totalschaden. Noch während die Feuerwehr die Unfallstelle räumte, brachen weitere Bäume auf die Fahrbahn.

In Nassfeld mussten einige Menschen ihre Autos von den Schneemassen befreien.

Abseits der Piste ist das Skifahren gerade lebensgefährlich

Für die Pisten ist der Neuschnee ein Segen, sie waren wegen des milden Wetters und des Kunstschnees sehr hart geworden. Abseits der offiziellen Skigebiete ist nun für Tourengeher jedoch große Vorsicht geboten: In den Zentralalpen und den Hohen Tauern ist die Lawinengefahr groß – in den Nördlichen Kalkalpen erheblich. Die Lawinenwarndienste raten dringend ab von Abfahrten und Touren im Steilgelände abseits der gesicherten Pisten.

Oberhalb einer Höhe von 1700 Metern herrscht große Lawinengefahr (Stufe 4). Darunter ist sie noch erheblich (3). In den Nördlichen Kalkalpen verläuft die Grenze zur mäßigen Lawinengefahr (Warnstufe 2) auf etwa 1900 Metern, darüber ist sie ebenfalls erheblich. Auf der Italien-Seite waren in Südtirol am Samstag zwei Lawinen abgegangen. Ein Freerider wurde im Fleimstal von einer Lawine verschüttet, er konnte laut stol.it aber unverletzt geborgen werden. Im Fassatal konnten sich drei Personen, die verschüttet waren, selbstständig und unverletzt befreien. Am Freitag hatte eine Lawine in Hintertux (Tirol) ein Kind auf einer gesicherten Piste getroffen. Der Skilehrer grub es aus.

Zoff um Schneechaos auf der Brennerautobahn

Was das Winterchaos am Brenner betrifft, gibt es noch Nachwehen: Das Transitforum Austria kritisierte laut ORF, dass trotz der genauen Wettervorhersagen nicht rechtzeitig mit Dosierungsmaßnahmen und Anhaltung des Schwerverkehrs begonnen wurde. Der stellvertretende Leiter der Landesverkehrspolizei, Enrico Leitgeb, sagte dazu im ORF: „Wir haben bereits eine halbe Stunde nach den ersten Problemen auf der Brennerautobahn mit den Anhaltungen begonnen, bis wir dann bei Kufstein die Dosierung auf null gestellt und alle Lkws gestoppt haben.“

Das Problem sei gewesen, dass die Schneefälle trotz der Wettervorhersage so unerwartet stark aufgetreten seien, exakt an den Steigungen der Brennerautobahn. Auf der Inntal habe es noch geregnet, viele Lkw-Fahrer habe der Schnee überrascht, sie hätten nicht mehr rechtzeitig Ketten anlegen können. Am Samstag, den 24. Februar, kam dann auch noch eine Autobahn-Blockade der Letzten Generation hinzu.

Rubriklistenbild: © Screenshot Facebook/WetterOnline Austria

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