Gastro-Umsätze brechen ein

Skifahren wird wieder teurer – Umfragen zeigen: Viele können es sich in diesem Winter nicht mehr leisten

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Wer Skifahren will, braucht einen dicken Geldbeutel. Ob der Preisanstiege entscheiden sich aber wohl viele dazu, gar nicht mehr zu fahren.

München – Schlecht für die Umwelt, schwierige Anreise, zu wenig Schnee: All das sind gute Gründe gegen das Skifahren. Doch einer überschattet diese alle und ist laut einer neuen Umfrage der Hauptgrund dafür, wieso viele Menschen die Skier in diesem Winter nicht aus dem Speicher holen: Es ist schlicht und einfach zu teuer geworden. Um sieben bis zehn Prozent stiegen nun auch zu diesem Winter die Preise.

Schneemangel und Umweltaspekte weniger schlimm für deutsche Skifahrer als die hohen Kosten

Die „Österreich Werbung“ veranstaltete die Umfrage – und wollte es genau wissen. Die Tourismusagentur fragte unter deutschen Bürgern nach, wieso sie nicht mehr dem Pistensport nachgingen. Der Hauptgrund sind mit 28 Prozent Zustimmung demnach die zu hohen Kosten. Bei ehemaligen Skifahrern spielt auch fortgeschrittenes Alter eine Rolle. Weniger tragisch finden die Deutschen Schneemangel und Umweltaspekte, diese Gründe werden nur bei 11 beziehungsweise 10 Prozent der Teilnehmer genannt. Die Umfrage wurde im Frühjahr durchgeführt, also lange bevor klar war, der Winter wohl schneereich wird. 1500 Menschen in Deutschland nahmen daran teil.

Auch eine andere Umfrage war zum Schluss gekommen, dass die hohen Kosten der Grund für das Fernbleiben der Menschen von den Pisten ist. Dazu wurde vom Marktforschungsinstitut Manova in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Demnach brachen die Umsätze der Gastro-Unternehmen an den Pisten ein, weil die Buchungen zurückgingen, und weil die Gäste weniger Geld ausgaben. Im September 2023 wurden dazu in Deutschland 844 Personen, in Österreich 911 und in der Schweiz 1005 Personen befragt.

Preis-Anstieg in Österreich. Das Skifahren wird im Nachbarland in der Saison 2023/2024 deutlich teurer.

Preise fürs Skifahren ziehen erneut an: Familienkarte in Davos kostet 735 Euro

Für manche sind neue Preismodelle eine mögliche Lösung: Österreichische Skigebiete führen zunehmend Rabatte für Frühbucher oder für Tickets abseits der Hauptferienzeit ein. In der Schweiz sind solche dynamischen Preise schon weit verbreitet. In der Woche oder bei schlechtem Wetter kostet es dort oft weniger als zu Spitzenzeiten. Die Chefin der schweizerischen Stiftung für Konsumentenschutz, Sara Stalder, warnt: „Am Ende sind die Skifahrerinnen und Skifahrer die Verlierer, sie bezahlen bei dynamischen Preissystemen fast immer mehr“, sagte sie der Zeitung 20 Minuten.

Der ADAC verglich zuletzt die Skilift-Preise in 25 Wintersportrevieren vom Sauerland bis Südtirol und kam zu dem Ergebnis, dass auf den deutschen Pisten Familien noch relativ günstig fahren. Für die Stichprobe wählte der Autoclub acht Skigebiete in Deutschland, elf in Österreich und je drei in Italien und der Schweiz aus.

Demnach zahlt eine Familie mit zwei Kindern für einen Drei-Tage-Pass am Arber im Bayerischen Wald 320 Euro, in Balderschwang im Allgäu 330, in Winterberg im Sauerland 390, am Feldberg im Schwarzwald 410 und auf der Zugspitze 479 Euro. Am Arlberg in Österreich kostet er schon 694 Euro, an der Seiser Alm in den Dolomiten 724 Euro und in Davos Klosters 735 Euro. Auch die Skiklubs in Bayern stehen ob der hohen Preise und der kürzeren Saisons vor Herausforderungen. Ein Skigebiet halbierte den Betrieb bereits. (cgsc mit dpa)

Rubriklistenbild: © Annette Reuther / dpa

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