„Das darf nicht passieren“

Sorge vor Silvester: Gewerkschaft befürchtet Böller-Angriffe auf Polizisten

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Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) befürchtet in der Silvesternacht 2022 Angriffe auf Einsatzkräfte der Polizei mit Feuerwerk. (Archivbild)
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Silvester ohne Feuerwerk ist für viele wie Weihnachten ohne Geschenke. Der Gewerkschaft der Polizei und Notaufnahmen in Niedersachsen bereitet das Sorgen.

Bremen – Silvester ist für viele Menschen ein festlicher und freudiger Anlass. Man lässt das alte Jahr hinter sich und blickt positiv in die Zukunft. Doch gibt es – besonders in diesem Jahr – auch Gruppen, denen der Jahreswechsel Sorgen bereitet. Dazu zählt die Gewerkschaft der Polizei (GdP), die in der Silvesternacht Angriffe mit Böllern auf Einsatzkräfte der Polizei befürchtet. Auch Notaufnahmen steht die exzessive Nutzung von Feuerwerk zu Silvester 2022 bevor.

Silvester 2022/23: Gewerkschaft der Polizei befürchtet Angriffe auf Polizisten mit Feuerwerk

Denn dieses Silvester 2022/23 fallen zum ersten Mal seit Jahren pandemiebedingte Einschränkungen weg – Böllern ist also wieder möglich und auch größere Partys können endlich wieder stattfinden. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) erwartet infolgedessen in der Silvesternacht ein deutlich erhöhtes Einsatzgeschehen. Schon weit vor Mitternacht kam es in Deutschland bereits zu zahlreichen Silvester-Unfällen.

Demnach seien auch verbale und körperliche Angriffe auf Einsatzkräfte der Polizei und der Rettungsdienste zu befürchten. „Wir haben große Sorgen, dass Angriffe mit pyrotechnischen Gegenständen, Böllern und Signalraketen auf unsere Kolleginnen und Kollegen erfolgen“, erklärte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jochen Kopelke, im Gespräch mit der ARD-Tagesschau.

Während viele feiern, haben Zehntausende unserer Kolleginnen und Kollegen an Silvester alle Hände voll zu tun. Es will mir einfach nicht in den Kopf, warum einzelne Personen oder Gruppen die Polizei mutwillig behindern oder sogar attackieren. Alkohol lasse ich als Ausrede nicht zu.

Jochen Kopelke, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), im Gespräch mit der ARD.

GdP-Chef appelliert an Bürger: „Das darf nicht passieren, das steht unter Strafe“

An Bremerinnen und Bremer appelliert Kopelke deswegen: „Das darf nicht passieren, das steht unter Strafe und der Appell kann nur an jeden gerichtet sein, der so etwas vorhat: Lassen Sie das, greifen Sie keine Polizei- und Rettungskräfte an!“

Generell fallen dem GdP-Chef zufolge in der Silvesternacht deutlich mehr konfliktbeladene Einsätze und sogenannte Tumultlagen an – für die Einsatzkräfte seien schon diese Lagen sehr gefährlich. „Unter dem Beschuss von Feuerwerkskörpern einzuschreiten, hat dann noch einmal eine ganz andere Qualität. Insbesondere, wenn um einen herum und auf einem nicht zugelassene, illegale Pyrotechnik explodiert“, erklärt der Gewerkschafter.

Kopelke warnt zu Silvester 2022 vor leichtfertigem Umgang mit Feuerwerk

Deswegen warnt Kopelke vor „Leichtfertigkeit im Umgang mit potenziell hochgefährlichen, pyrotechnischen Gegenständen“, die die eigene, jedoch vor allem die körperliche Unversehrtheit Unbeteiligter bedrohe. „Weggesprengte Extremitäten, schwere Verbrennungen sowie ernste Augen- und Ohrenverletzungen werden seit Jahren von den Krankenhäusern in der Silvesternacht gelistet.“ Tatsächlich bestätigt auch ein Chefarzt im Ruhestand: „Einen abgesprengten Finger kann man in der Regel nicht annähen.“

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Notaufnahmen am Limit: Feuerwerk an Silvester sorgt für dreimal so viele Verletzte

Sorge vor Silvester treibt auch die Notaufnahme des städtischen Klinikums in Braunschweig um. Denn aufgrund der aufgehobenen Corona-Beschränkungen rechnet das Personal dieses Jahr wieder mit vielen Verletzungen durch Böller. Wie der NDR berichtet, kommen zum Jahreswechsel meist dreimal mehr Verletzte in die Notaufnahme als sonst. Auch Notaufnahmen in Bremen fürchten sich deswegen vor zunehmendem Silvester-Stress.

Erschwerend kommt aktuell hinzu, dass in der Notaufnahme in Braunschweig derzeit 15 bis 20 Prozent aller Pflegekräfte und Ärzte aufgrund von Krankheiten ausfallen. Für alle Kräfte im Einsatz bedeutet das: Arbeiten am Limit.

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