Wettlauf gegen die Zeit

Bauarbeiter verschwindet spurlos in Vulkanspalte – dramatische Rettungsaktion in Island

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Ein Bauarbeiter begutachtet einen der zahlreichen Risse in Grindavik.
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In der durch die Vulkanaktivitäten schwer in Mitleidenschaft gezogenen isländischen Stadt Grindavík ist ein Bauarbeiter in eine tiefe Erdspalte gefallen. Es wird verzweifelt nach ihm gesucht.

Update vom 11. Januar, 12.40 Uhr: Seit mehr als 24 Stunden läuft eine extrem schwierige Suchaktion nach dem vermissten Bauarbeiter in Grindavík Island. Der Mann ist bei Erdarbeiten vermutlich in eine Vulkanspalte gefallen. Mehr als 200 Menschen sind inzwischen an der Operation beteiligt, berichtet ruv.is. Darunter erfahrene Berg- und Geröllretter.

Ob der Riss tatsächlich 20 bis 30 Meter tief ist, scheint noch unklar. Es gäbe keine bestätigten Informationen über die Tiefe des Risses, schreibt das isländische Nachrichtenportal mbl.is und beruft sich dabei auf den Polizeisprecher. Doch das Wasser am Grund sei seiner Aussage nach tief. Ob neben ferngesteuerten Unterwasserkameras auch Taucher bei der Suche eingesetzt werden, sei laut Visir noch offen.

Update vom 11. Januar, 7.45 Uhr: In der isländischen Hafenstadt Grindavík ist am Mittwoch ein Bauarbeiter in eine Vulkanspalte gefallen. Die Sucharbeiten laufen. Mithilfe einer Plattform werden Rettungsteams von jeweils zwei Personen in den Spalt hinabgelassen, wie das Magazin Visir unter Berufung auf eine Nachrichtenagentur berichtete. „Die Plattform wurde so gesichert, dass es absolut sicher ist, Menschen nach unten zu schicken“, sagte ein Sprecher demzufolge.

„Die Situation in der Region ist sehr schwierig“, fügte er an. Das liege insbesondere an der Art des Risses. Obwohl der Riss an der Erdoberfläche nicht groß aussieht, wird er beim Abstieg immer größer.

Drama in Island: Bauarbeiter verschwindet spurlos in Vulkanspalte

Unsere Erstmeldung vom 10. Januar 2024: Grindavík – In der Hafenstadt Grindavík im Süden der isländischen Halbsinsel ist es zu einem Unglücksfall gekommen. Ein Bauarbeiter, der an einem Einfamilienhaus einen Riss im Boden verfüllen wollte, wurde nach Polizeiberichten buchstäblich vom Erdboden verschluckt, als sich unter ihm plötzlich die Erde öffnete.

Seit den durch neue Vulkanaktivität im November vergangenen Jahres verursachten Erdbeben ist die Stadt von tiefen Rissen im Boden durchzogen. Grindavík war evakuiert worden, da man einen Vulkanausbruch in der Stadt befürchtete.

Nachdem der befürchtete Vulkanausbruch im Dezember sich dann weiter im Norden ereignet hatte und sich die Aktivität noch weiter nach Norden zu verlagern scheint, durften die Einwohner der Stadt wieder zurückkehren. Jetzt werden die Schäden, die durch tiefe Risse entstanden waren, repariert. Dabei passierte auch das Unglück am Mittwoch (10. Januar).

Unfall in Island: Während der Arbeit rutschte der Boden plötzlich in die Tiefe

Die Polizei wurde dem Magazin Visir zufolge um elf Uhr darüber informiert, dass ein Mann in einen Spalt gefallen war, der entstanden war, als sich der Boden unter den Arbeitsgeräten senkte. Er sollte einen Riss neben einem Haus verfüllen, damit die Standfestigkeit des Gebäudes nicht bedroht ist. Nach Angaben der Nachrichtenagentur war der Riss bereits verfüllt gewesen und ein Bodenverdichter war an der Oberfläche im Einsatz, als sich der Unfall ereignete. Es gab keine weiteren Zeugen für den Unfall, der Arbeiter war demnach alleine. Sein Arbeitsgerät wurde in dem Spalt gefunden.

Der Riss soll sehr tief sein, heißt es. Die nach den Erdbeben in Grindavík im November entstandenen Risse und Löcher reichen laut Visir 25 bis 30 Meter tief bis zum Grundwasser. Ein Reporter bezeichnet die Bedingungen für die Suchaktion als schwierig, neben der Dunkelheit würden sie durch Wind und Regen behindert.

Rettungsaktion in Island soll notfalls die ganze Nacht durchlaufen

„Wir haben beschlossen, die Suche so lange fortzusetzen, bis wir den Mann gefunden haben“, sagte Úlfar Lúdvíksson, Polizeichef der Region Sudurnes, in den Abendnachrichten von Station 2. Das Arbeitsumfeld für das Rettungsteam sei gesichert, danach werde mit den Rettungsarbeiten begonnen. Die Rettungsmannschaften werden, wenn nötig, die ganze Nacht suchen. Der aufgefüllte Riss wird jetzt wieder aufgegraben.

Während es in Grindavík so scheint, dass die Vulkangefahr vorerst gebannt ist, werden weiter im Norden und Osten neue Ausbrüche erwartet.

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