Drakonische Geldstrafen drohen

Riesige Baustelle auf Tauernautobahn – Österreich „sperrt“ Urlauber im Stau ein

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Auf der Tauernautobahn kommt es wegen einer Tunnelbaustelle zu Staus, an Weihnachten werden extreme Kolonnen erwartet
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An einer Tunnelbaustelle auf der Tauernautobahn in Österreich droht in den Weihnachtsferien vor allem Stau. Auf Landstraßen ausweichen dürfen nur Anlieger. Ansonsten drohen drakonische Geldstrafen.

Hallein - Bald beginnen die Weihnachtsferien: Viele Wintersportler werden in die Skigebiete in Österreich aufbrechen, auch in Kärnten oder der westlichen Steiermark. Viele Urlauber fahren auch ans Meer in Slowenien oder Kroatien. Außerdem werden viele Menschen aus Mittel- oder Westeuropa ihre Familien auf der Balkanhalbinsel besuchen.

All diese Ziele erreicht man eigentlich am schnellsten über die Tauernautobahn A10 Salzburg-Villach. Doch dieses Jahr ist diese Alpenmagistrale eine Riesenbaustelle: Auf 14 Kilometern Länge werden seit September hinter Salzburg fünf aus den 1970er Jahren stammende Tunnels zwischen Werfen und Golling saniert, der Verkehr wird einspurig im Begegnungsverkehr durch die Tunnelstrecke geführt. Die Bauarbeiten dauern noch bis Sommer 2025.

„Die Tauernautobahn ist derzeit das schlimmste Nadelöhr Österreichs“

Schon seit Baubeginn gibt es immer wieder Staus auf der Strecke. Harald Lasser vom österreichischen Verkehrsclub ÖAMTC sagt: „Die Tauernautobahn ist derzeit das schlimmste Nadelöhr Österreichs.“

Seit September ist die Tauernautobahn Baustelle. An Weihnachten droht hier ein Mega-Stau.

Der österreichische Autobahnbetreiber ASFINAG erwartet „vor allem an Samstagen im Winterreiseverkehr starke Reisezeitverluste über den ganzen Tag auf der A 10 in beiden Richtungen.“ An Freitagen sei zudem ab Mittag Richtung Süden mit größeren Verzögerungen zu rechnen und an den Sonntagen vor allem Richtung Norden über den ganzen Tag. „Dies gilt auch an den übrigen Wochentagen für die Dauer der Weihnachtsferien bei gutem Wetter“, so ASFINAG-Sprecher Christoph Pollinger zu unserer Redaktion.

Eine Initiative aus Lokalpolitikern und Wirtschaftsverbänden forderte im Herbst, dass man in den Winterferien eine Pause bei den Bauarbeiten einlegt, damit die Tunnels vorübergehend wieder zweispurig befahrbar sind und es nicht zum Riesen-Chaos kommt. Das ist nämlich für die Sommerferien 2024 geplant. Doch laut Pollinger wird der Begegnungsverkehr nur im Sommer wegen des im Vergleich zum Winter hohen Verkehrsaufkommens unterbrochen. Pollinger: „Der Grund ist vereinfacht, dass aufgrund des viel stärkeren Verkehrsaufkommen im Sommer ein Gegenverkehr im Tunnel rechtlich bzw. aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht möglich ist.“

Eine Baustellenpause in den Ferien wurde abgelehnt

Aber auch technisch sei es nicht machbar, denn es würde eine Aufteilung der Sanierung in mehrere kurzen Bauetappen bedeuten und wegen der „jeweiligen mehrwöchigen Wieder-Inbetriebsetzungsphasen der Tunnel vor Verkehrsfreigaben die möglichen eigentlichen Bauphasen auf einen völlig unzureichenden Zeitraum reduzieren bzw. die Gesamtbauzeit auf viele Jahre ausdehnen“. Kurz: „Ein Baustellenstopp in den Wintermonaten ist somit technisch nicht machbar.“

Ein Screenshot von der ASFINAG-Homepage zeigt. Schon jetzt kommt es auf der Tauernautobahn zu Verzögerungen

Damit die Bewohner der Anrainergemeinden nicht von einer nach Schleichwegen suchenden Urlauberwelle überrollt werden, hat die ASFINAG am vergangenen Freitag Abfahrtssperren entlang der Tauernautobahn angeordnet, die bis Ostermontag (1. April 2024) gelten. Es darf zwischen den Anschlussstellen Hallein und Eben im Pongau auf 44 Kilometern Länge nur der Anliegerverkehr im Bundesland Salzburg und im oberösterreichischen Bezirk Gmunden die Autobahn verlassen oder auf sie auffahren.

Alle anderen Urlauber, die nicht in diesem Bereich fahren wollen, müssen also auf der Autobahn bleiben, etwa Schladming liegt schon in Steiermark. Das heißt: Der Großteil der Urlauber wird in der Staufalle sitzen. Die ASFINAG rät darum zur Anreise mit Bus oder Bahn. Pollinger: „Bis 13. April fährt die Buslinie 270 am Samstag sechsmal täglich vom Salzburger Hauptbahnhof über den Flughafen zur Park & Ride Anlage nach Eben direkt an der A 10.“ Dort könnten Hotelshuttles ihre Gäste abholen. Die aktuelle Verkehrssituation kann man unter asfinag.at/A10 einsehen

Abfahrtsperren für Auswärtige: 726 Euro Strafe drohen deutschen Urlaubern

Der Sprecher des ADAC Südbayern Alexander Kreipl rät, Ausweichrouten wie die Felbertauernstraße oder die Pyhrnautobahn zu nehmen und die Anreise rechtzeitig zu planen. Und er warnt davor, die Abfahrtsperren zu ignorieren. „Da werden auch Kontrollen stattfinden, man muss glaubhaft machen, ein genehmigtes Anliegen zu haben. Für die Anreise in die Salzburger Skigebiete bedeutet das, dass sie eventuell ihre Buchungsunterlagen vorzeigen müssen.“ Wird die Abfahrtsperre von Nicht-Anliegern ignoriert, kann dies laut salzburg24.at mit bis zu 726 Euro Verwaltungsstrafe geahndet werden.

Für Urlauber gibt es in den Alpen auch immer wieder nicht vom Menschen gemachte Hindernisse: Zuletzt waren viele Straßen wegen Erdrutschen blockiert. Auch Schleuser nutzen die Straßen durch die Alpen für teils lebensgefährliche Fahrmanöver.

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