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Bußgeldkatalog mit neuen Strafen am Steuer: Zahlreiche Vergehen in Österreich werden härter geahndet 

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Der neue Bußgeldkatalog in Österreich sieht einige Änderungen vor. Insbesondere die Strafen bei Handynutzung am Steuer werden deutlich teurer.

München/Wien – Wer sein Handy am Steuer benutzt oder sich nicht an die Sicherheitsvorkehrungen hält, muss mit hohen Geldstrafen rechnen. In Deutschland zahlen Autofahrer bei Handynutzung etwa mindestens 128,50 Euro Bußgeld und kassieren einen Punkt in Flensburg. In Österreich lag die Strafe bislang deutlich unter dem deutschen Strafmaß: Nur 50 Euro waren für Autofahrer fällig, die beim Tippen oder Telefonieren während der Fahrt erwischt wurden. Das ändert sich jedoch ab sofort.

Tippen auf dem Handy während des Fahrens wird in Österreich zukünftig teuer.

Bußgeldkatalog in Österreich mit neuen Strafen: 140 Euro kostet es, mit Handy geblitzt zu werden

Nach Behördenangaben wurden im vergangenen Jahr in Österreich mehr als 130.000 Fahrer mit dem Handy in der Hand erwischt. Diese Zahl gelte es zu verringern. Denn das Unfallrisiko steigt durch die Bedienung eines Smartphones oder anderer technischer Geräte enorm – laut dem Allianz-Zentrum für Technik sogar um rund 50 Prozent.

Neue Handy-Bußgelder in Österreich:

Handynutzung am Steuer100 Euro
Mit Handy in der Hand geblitzt140 Euro
Ohne Anschnallgurt oder Schutzhelm gefahren35-100 Euro

In Österreich müssen Autofahrer daher laut neuem Bußgeldkatalog in Zukunft 100 Euro bezahlen, wenn sie mit einem Handy in der Hand während der Autofahrt erwischt werden – auch, wenn sie mit laufendem Motor an der Ampel stehen. Mit einem Smartphone in eine Radarfalle zu geraten, ist sogar noch teurer: 140 Euro statt bislang 72 Euro kann es Autofahrer nun kosten, wenn sie während dem Telefonieren ohne Freisprechanlage geblitzt werden.

Österreich passt Strafen im Bußgeldkatalog an: Der Blick aufs Handy kann gefährlich werden

Wie gefährlich die Handynutzung während der Fahrt sein kann, zeigt auch eine Studie von ADAC und ÖAMTC (Automobilclub in Österreich). Diese stellten bei diversen Tests einen deutlich unruhigeren Fahrstil bei Handynutzung fest – das Tempolimit variierte stark und der Blick ging natürlich häufig weg von der Straße. Zudem überfuhren die Studienteilnehmer mehrfach die Mittellinie und gerieten auf die falsche Straßenseite.

Welche Arten von Blitzern gibt es? So unterschiedlich sehen die Kontrollgeräte aus

Claudia Pirke, Polizeioberkommissarin und Peter Gnida, Polizeioberkommissar, stehen mit einer Laserpistole vor einer Schule und messen die Geschwindigkeit der Fahrzeuge in einer 30iger Zone.
Bei der Geschwindigkeitsmessung mit Laser-Geräten kommen infrarote Lichtimpulse zum Einsatz. Es gibt diese Geräte für die Hand (siehe Foto), bei denen der Bediener ein Fahrzeug anvisieren muss, und stationär, dann sucht sich das Gerät selbstständig Fahrzeuge zum Messen. Auch Abstandsmessungen können mit Laserpistolen durchgeführt werden. © Patrick Pleul/dpa
Ein Pkw fährt an der Kamera eines Blitzers auf der Autobahn A9 vorbei. Die Anlage mit dem Namen „Einseitensensor ES 8.0“ kann auch bei sehr hohem Verkehrsaufkommen dicht hintereinanderfahrende Autos auch auf mehreren Spuren messen.
Am häufigsten werden Autofahrern die klassischen „Radarkontrollen“ begegnen. Die mobilen Messgeräte senden Radarstrahlen aus, die vom gemessenen Fahrzeug reflektiert werden. Gemessen wird die Geschwindigkeit vom Fahrbahnrand oder eine Brücke aus. © Jan Woitas/dpa
Fahrzeuge passieren am 17.10.2017 an der Autobahn A1 bei Kamen (Nordrhein-Westfalen) einen sogenannten "Enforcement Trailer", eine mobile Anlage zur Geschwindigkeitsmessung. Die Anlage besitzt eine eigene Stromversorgung und kann über mehrere Tage selbstständig die Geschwindigkeiten messen. Der Standort des Trailers ist dabei jederzeit veränderbar. Es ist die erste Anlage dieser Art der Dortmunder Polizei.
Relativ neu sind die sogenannten „Enforcement Trailer“. Sie funktionieren mit Laserstrahl und sind als Fahrzeugheck getarnt - mit Kennzeichen und Rücklichtern sind die Blitzer am Fahrbahnrand schwer zu erkennen. © Bernd Thissen/dpa
Ein Videowagen der Verkehrspolizei überprüft die Geschwindigkeit eines Verkehrteilnehmers auf der A10.
Mit einem System namens „ProViDa“ können die Beamten aus zivilen Polizeifahrzeugen im fließenden Verkehr Geschwindigkeiten und Sicherheitsabstand der Verkehrsteilnehmer messen. Dazu sind vorne und hinten am Fahrzeug Kameras angebracht. Die Messung wird per Knopfdruck auf Video aufgezeichnet. © Bernd Settnik/dpa
MONOcam gegen Handysünder im Testeinsatz
Mit der MONOcam, einer Spezialkamera, geht die Polizei auf Jagd nach Handysündern am Steuer. Die Kamera steht etwa auf einer Autobahnbrücke und löst automatisch aus, sobald ein Telefon und die typische „ans Ohr halten“-Haltung erkannt wird. Es handelt sich noch um ein Pilotprojekt in Deutschland.  © Harald Tittel/dpa
Polizist Michael Strohschein kontrolliert den Abstand zwischen Fahrzeugen auf der Autobahn A2 in der Region Hannover. Die Polizei Hannover hat am Morgen bei einer Schwerpunktkontrolle Sicherheitsabstände von Fahrzeugen überprüft und zahlreiche Verstöße festgestellt.
Häufig auf Brücken an Autobahnen wird der Sicherheitsabstand gemessen. Dabei können Bild- oder Videoaufnahmen zum Einsatz kommen. Daher gilt: Achtung, es „blitzt“ nicht! © Demy Becker/dpa
Eine stationäre Blitzanlage steht in der Eugen-Richter-Straße
Stationäre Blitzanlagen sehen ganz unterschiedlich aus. Sie sind überall in Deutschland verteilt - inner- und außerorts. Hier ist ein etwas neueres Modell zu sehen, eine Blitzersäule. Hier kommt ein Laser-Messsystem zum Einsatz. © Martin Schutt/dpa
Eine Blitzeranlage steht in der Innenstadt von Trier.
Auch diese Blitzersäule ist häufig am Straßenrand zu sehen. Bis zu vier Spuren lassen sich durch die Laser abdecken. Und: Die Blitzersäulen können in beide Richtungen messen. Bei vier dunklen Ringen werden beide Fahrtrichtungen abgedeckt, bei drei Ringen nur eine.  © Harald Tittel/dpa
Blitzer zur Geschwindigkeitsmessung stehen auf der Rader Hochbrücke an der Autobahn A7.
Solche stationären Blitzer zur Geschwindigkeitsmessung sieht man häufig an Autobahnen. © Carsten Rehder/dpa
Eine bereits abgeschaltete Radarmessanlage des Typs „Traffipax“ steht an einer Kreuzung.
Ein alter „Starenkasten“. Das Messgerät arbeitet mit Piezokristallen, die in Messingsträngen quer unter der Fahrbahn liegen. Fährt ein Fahrzeug darüber, verformen sich die Kristalle, wodurch Elektrizität entsteht. . Die Geschwindigkeit des Fahrzeugs lässt sich mithilfe der Abstände der Messingstränge errechnen. Allmälich werden die stationären Kästen gegen Blitzersäulen ausgetauscht. © David Young/dpa
Eine Kontrollstelle zur Erfassung der Maut für LKW steht an der Bundesstraße 87 zwischen Frankfurt (Oder) und Müllrose.
Achtung, Verwechslungsgefahr! Bei den blauen Säulen handelt es sich nicht um einen Blitzer, sondern um eine Kontrollstelle zur Erfassung der Maut für LKW. © Patrick Pleul/dpa

Strafen für Fahren ohne Helm im Bußgeldkatalog in Österreich: Im Fall einer Anzeige noch teurer

Aber nicht nur die Bedienung eines Smartphones am Steuer birgt Risiken: Auch nicht eingehaltene Sicherheitsmaßnahmen können bei einem Unfall über Leben und Tod entscheiden. Neben höheren Strafen für die Handynutzung am Steuer sieht der neue Bußgeldkatalog in Österreich daher zudem ein höheres Bußgeld für Fahren ohne Anschnallgurt im Auto oder ohne Schutzhelm auf dem Motorrad oder Moped vor. Beim Vergehen sind ab sofort statt bisher 35 Euro 50 Euro fällig. Kommt es zu einer Anzeige, müssen Fahrer mit einer Strafe von bis zu 100 Euro rechnen.

In Rheinland-Pfalz kam testweise ein spezieller Blitzer zum Einsatz, um gegen die Nutzung von Smartphones während des Autofahrens vorzugehen. Strafen gibt es allerdings nicht nur für die Fahrer von Autos oder Motorrädern – auch Passanten können den Verkehr beeinflussen, sodass auch sie mit Strafen bei Ordnungswidrigkeiten rechnen müssen. (tt/dpa)

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

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