VonChristoph Gschoßmannschließen
Ein Mann in Neuseeland wollte sich dabei filmen lassen, wie er einen Orca anfasst. Die Behörden erwischen ihn – er muss seine Tierquälerei bezahlen.
Bremen – Ein Akt der Tierquälerei, der einen Sturm der Entrüstung hervorruft: Ein Neuseeländer ist dabei gefilmt worden, wie er einen Orca angreift. Er habe versucht, dem Tier „auf den Körper zu schlagen“, wie es das Naturschutzministerium des Landes beschrieb. Das Ministerium bezeichnete die Aktion als „schockierend“ und „idiotisch“.
Neuseeländer greift gefährdeten Orca an – seine Freunde filmen und lachen
In einem im Februar auf Instagram geteilten Video ist ein Mann zu sehen, wie er vor der Küste von Devonport in Auckland vom Rand eines Bootes ins Meer springt. Dabei will er offenbar den Orca zu berühren. Er springt ganz nah zu dem männlichen Orca ins Wasser. In der Nähe schwimmt ein Orca-Kalb. Der Filmende steht auf dem Boot, hinter der Kamera hört man andere lachen und fluchen.
A 50-year-old idiot was fined $600 for bodyslamming an orca off New Zealand. The orca was with its calf. The Department of Conservation warned that the man could have been killed.
— Stealthily (@TheKandyBar) May 21, 2024
pic.twitter.com/YV46ipXYZs
Als der Mann zurück zum Boot schwimmt, schreit er „Ich habe es berührt“ und fragt in Richtung der Kameraperson „Hast du das drauf?“ Dann versucht er erneut, den Orca zu berühren. Hayden Loper, ein leitender Ermittler im Ministerium, sagte, der 50-jährige Mann habe seine eigene Sicherheit und die des Orcas rücksichtslos missachtet. „Das Video spricht für sich, es ist schockierend und absolut idiotisch“, sagte er. Deutsche Segler machten jüngst eine ungewöhnliche, aber friedliche Orca-Begegnung.
„National kritisch“ gefährdet: Nur 150 bis 200 neuseeländische Orcas am Leben
Neuseeländische Orcas sind vom Aussterben gefährdet, sie gelten als „national kritisch“. Sie kommen zwar an der gesamten Küste des Landes vor, aber mit einer Population von nur 150 bis 200. Der Orca in diesem Fall schien unverletzt zu bleiben, aber Hannah Hendriks, die technische Meeresberaterin des Ministeriums, sagte, dass ein Sprung ins Wasser auf einen Delfin oder Kleinwal leicht zu einer Beschädigung der empfindlichen Flossen führen könne. Ein Mensch, der ins Wasser springe, könne das Tier erschrecken und dazu führen, dass es mit einem Propeller oder Kiel kollidiert, sagte sie.
„Die Interaktion kann ihre natürlichen Verhaltensweisen wie Ruhen, Fressen und Geselligkeit stören, was langfristige Auswirkungen auf das Überleben und den Bruterfolg haben kann, während wiederholte Störungen dazu führen können, dass Tiere ein Gebiet meiden“, sagte sie. Und weiter: „Insbesondere wenn eine Herde mit einem Kalb gestört wird, besteht die Gefahr, dass sich das Kalb vom Rest der Herde trennt – wenn das Kalb immer noch auf die Milch seiner Mutter angewiesen ist, kann dies dazu führen, dass das Kalb verhungert, strandet und letztendlich stirbt.“
Polizei findet den Täter dank des Videos in den sozialen Medien
Die Abteilung erhielt einen Hinweis auf das Video von Beobachtern, die es in den sozialen Medien gesehen hatten. Der Mann wurde bereits zur Rechenschaft gezogen: In Zusammenarbeit mit der Polizei identifizierte die Abteilung den Mann und verhängte gegen ihn eine Geldstrafe von 600 US-Dollar.
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„Es ist ein ganz klarer Verstoß gegen das Gesetz zum Schutz von Meeressäugetieren. Orcas werden gemäß den Naturschutzgesetzen als Wale eingestuft und es ist illegal, mit Meeressäugetieren zu schwimmen oder sie zu stören oder zu belästigen“, sagte er.
Ermittler enttäuscht von Mitseglern: „Es ist fast eine Art Rudelmentalität“
Loper sagte, dass Menschen oft aus Versehen gegen das Gesetz verstoßen, indem sie beispielsweise einen Jetski zu nahe an ein Meeressäugetier heranfahren, aber in diesem Fall „war es ein wirklich eklatantes Beispiel für Dummheit“. Weiter heißt es: „Dass er absichtlich ins Wasser gesprungen ist und auf den Orca zugeschwommen ist [und] dafür gesorgt hat, dass es gefilmt wurde … das ist unglaublich.“
„Es war ein bewusster Versuch, Likes und Views in den sozialen Medien zu bekommen. Was wirklich enttäuschend ist, sind nicht nur die Handlungen des Einzelnen, sondern auch die Handlungen derer im Boot – es ist fast eine Art Rudelmentalität und sie fördern dieses Verhalten.“
Mindestens zehn Schwertwale mussten jüngst vor Japan um ihr Leben kämpfen. Die Orcas waren in dichtem Eis gefangen. Ein Video zeigt die traurigen Szenen. Ein anderes Video zeigt einen Orca, wie er einen Weißen Hai tötet. (cgsc)
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