VonTeresa Tothschließen
Die extreme Hitze führt in Italien zu einer angespannten Lage: Wegen der hohen Energiebelastung kommt es zu Stromausfällen. Die Betreiber arbeiten an Notfalllösungen.
Florenz – Extreme Temperaturen haben in Italien zu weitreichenden Stromausfällen geführt, die mehrere Städte lahmlegen. Vor allem die beliebten Urlaubsziele Florenz und Caserta leiden unter den Blackouts, nachdem das Thermometer auf bis zu 40,5 Grad Celsius geklettert ist. Diese Stromunterbrechungen sorgen sowohl bei der lokalen Bevölkerung als auch bei Urlaubern für Chaos und zwingen bedeutende Kulturstätten zur Schließung.
Hitzewelle in Italien: Panik und Geschäftsschließungen in Florenz
Am Dienstagnachmittag (1. Juli) erlebte das Zentrum von Florenz einen großflächigen Stromausfall. In einem großen Einkaufszentrum brach Chaos aus, nachdem die Rolltreppen unvermittelt zum Stillstand gekommen waren, wie die Nachrichtenagentur Ansa meldet. „Einige Kunden sind möglicherweise ohne zu bezahlen hinausgelaufen“, berichtete ein Zeuge der Ereignisse. Zahlreiche Läden sahen sich gezwungen, ihre Türen zu schließen oder ausschließlich Barzahlungen zu akzeptieren, nachdem die digitalen Kassensysteme versagt hatten.
Egli Hysenllari, Betreiber des Festival del Gelato, äußert seine Frustration: „Wir sind seit 15.30 Uhr ohne Strom. Zu heiß? Aber wir sind im Juli. Im Sommer, Juli, August ist es heiß“, erklärte er der Agentur. Die Befürchtungen bezüglich der Haltbarkeit verderblicher Produkte nehmen zu. Maria Grazia, Inhaberin der Gelateria Barroccino, bangt um ihre Ware: „Hoffentlich kommt der Strom schnell wieder, sonst schmilzt hier alles.“
Stromausfälle in Italien: UNESCO-Weltkulturerbe betroffen – Touristenattraktion geschlossen
Caserta, das etwa 200 Kilometer südöstlich von Florenz liegt, erlebte ebenfalls einen umfassenden Blackout. Der weltberühmte Königspalast Reggia di Caserta, der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, blieb wegen der Stromunterbrechung für Urlauber unzugänglich, wie Rainews berichtet. Gleichzeitig waren auch das städtische Rathaus und viele Verwaltungsgebäude im Stadtkern ohne Elektrizität.
Verantwortlich für die Stromunterbrechungen sind die außergewöhnlichen Temperaturen, die einen dramatischen Anstieg im Stromverbrauch zur Folge haben. Kühlsysteme arbeiten an ihrer Leistungsgrenze, während die unterirdisch verlegten Stromleitungen unter der extremen Wärme leiden und überlastet werden, berichten italienische Nachrichtenquellen einhellig. Der verantwortliche Netzbetreiber E-Distribuzione bemüht sich nach Angaben von Rainews.it intensiv um Sofortmaßnahmen.
Brandrisiko steigt durch extreme Hitze in Italien erheblich
Laura Sparavigna, die in Florenz für den Katastrophenschutz zuständige Stadträtin, schlägt Alarm: „Im Stadtgebiet besteht ein extremes Brandrisiko, da die meteorologischen und klimatischen Bedingungen sowie die Feuchtigkeit der Vegetation so beschaffen sind, dass ein Brand mit sehr hoher Feuerintensität und extrem schneller Ausbreitung entstehen kann“, wie Ansa.it berichtet. In manchen Regionen in Italien herrscht wegen der Hitze ein Arbeitsverbot.
Die Stromausfälle haben schwerwiegende Konsequenzen für die Tourismusbranche und die örtliche Wirtschaft. In Florenz, das zu den beliebtesten Reisezielen Italiens gehört, sind zahlreiche Einzelhändler und Gastronomiebetriebe nur begrenzt oder überhaupt nicht funktionsfähig. Die Sperrung des Königspalastes in Caserta führt sowohl zu finanziellen Einbußen als auch zu Frustration bei unzähligen Besuchern. Die ungewöhnlich hohen Temperaturen bergen außerdem Gesundheitsrisiken für Millionen von Menschen.
Bürger sollen Stromverbrauch reduzieren, um weitere Blackouts in Italien zu vermeiden
Sowohl in Florenz als auch in Caserta suchen Verwaltung und Stromversorger nach Abhilfe. In Caserta wird laut Rainews.it eine oberirdische Notleitung installiert, um die defekten Erdkabel zu überbrücken. Die Florentiner Bevölkerung wird dazu angehalten, ihren Stromverbrauch zu reduzieren, um zusätzliche Blackouts zu verhindern.
Urlauber, die einen Italienaufenthalt planen, sollten sich kontinuierlich über die neuesten Entwicklungen informieren und mit eventuellen Beeinträchtigungen rechnen. Für manche Regionen hat das Auswärtige Amt Warnungen herausgegeben. Die italienischen Institutionen setzen alles daran, die Lage rasch zu stabilisieren und die Belastungen für Einwohner und Gäste zu begrenzen. (tt)
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