„Einnahmen gehen ans Land“

Südtiroler Touristen-Aktion sorgt für Wirbel: Einheimische wollen Urlauber zur Kasse bitten

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Wird eine Bewegung der Einheimischen in Südtirol den Urlaub teurer machen? Große Demonstrationen fanden in Bozen statt.

Bozen – Südtirols Urlauber-Perle Bozen wurde im Februar von protestierenden Einheimischen eine kurze Zeit eingenommen. Eine Initiative beschwert sich nämlich über die Ungleichbehandlung Einheimischer im Vergleich zu Touristen und Italien-Urlaubern. Seit Jahren kämpfen einige Menschen in Norditalien um die Regulierung von Touristenströmen, in dem Fall von „Make Tourists Pay“ den der öffentlichen Verkehrsmittel.

„Vom Tourismus in Südtirol soll die ganze Bevölkerung profitieren“: Protestaktion in Bozen

Mit roten Plakaten und dem Schriftzug „Make Tourists pay for free Öffis“ marschierten die Anhänger der Aktion durch Bozen, das auch die wohl älteste Seilbahn der Welt besitzt. Hinter dem Protest steckt eine simple Rechnung: „Durch die Guest-Card bezahlen Touris 60 Cent pro Tag für gratis Öffis. Einheimische zahlen durchschnittlich 1 Euro Steuergeld pro Tag UND müssen dann noch die Fahrtkosten bezahlen. Vom Tourismus in Südtirol soll die ganze Bevölkerung profitieren und nicht nur ein paar wenige.“

Der Waltherplatz mitten in Bozen ist auch gut mit den Öffis zu erreichen, vielleicht bald kostenlos?

Deswegen fordert die Gruppe „eine faire Mobilitätsabgabe von 2 Euro pro Übernachtung. Bei 36 Millionen Übernachtungen kommen jährlich 72 Millionen Euro zusammen. Damit können gratis Öffis locker finanziert werden, denn Südtirol nimmt mit den Tickets aktuell 45 Mio. Euro jährlich ein. 27 Millionen Euro sind dann auch noch übrig, um Busfahrerinnen und Zugschaffner besser zu bezahlen und das Öffi-Angebot auszubauen. Die 2-Euro-Abgabe wäre unabhängig von der Guestcard und der Ortstaxe, die Einnahmen gehen ans Land.“

„Gratis Öffis für alle“: Proteste machen Schlagzeilen

Die politisch- und parteiunabhängige Organisation fordert dazu „Gratis Öffis für alle“. Außerdem sollen Verbindungen kostenlos werden: „Von Bozen nach Brixen und zurück fahren, ohne 12 Euro zu bezahlen. Sowohl Ansässige als auch Gäste, die nicht nur gratis fahren können, sondern gleichzeitig etwas an die einheimische Bevölkerung zurückgeben.“ Dabei betont die Gruppe aber auch, dass sie nicht gegen Tourismus sei.

Kürzlich gab es erst eine andere Protestaktion in den Bergen, bei der Einheimische blutrote Botschaften im Schnee hinterließen und in einem anderen Touristen-Hotspot in Südtirol warnten Politiker vor einen „radikalen Veränderung“. (ank)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Val Thoermer

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