Super-Taifun wütet im Urlaubsparadies – Tausende werden evakuiert
Ein riesiger Taifun treibt auf den Philippinen sein Unwesen. Auch in Taiwan wurden erste Regionen geräumt. Südchina rüstet sich ebenfalls für den Wirbelsturm.
Philippinen/Taiwan – Der Super-Taifun Ragasa, lokal „Nando“ genannt, erreichte am Montag um 15:00 Uhr Ortszeit (08:00 GMT) die Insel Panuitan im Norden der Philippinen. Dabei wurden Windböen von bis zu 230 Kilometern pro Stunde gemessen, so BBC News. Laut der philippinischen Wetterbehörde drohen lebensbedrohliche Sturmfluten mit Wellen von über drei Metern. Das Auswärtige Amt hat eine Teilreisewarnung herausgegeben.
Mehr als 8.200 Menschen wurden laut Associated Press in der Provinz Cagayan in Sicherheit gebracht. Cagayan liegt im Nordosten der Hauptinsel Luzon. In der angrenzenden Bergregion Apayao, die für Erdrutsche anfällig ist, flohen 1.220 Personen in Notunterkünfte. Bereits vor dem Eintreffen des Sturms kam es in einigen Gebieten zu Stromausfällen. Philippinische Behörden warnten vor Küstenüberflutungen in tiefgelegenen oder exponierten Gegenden im Norden der Insel Luzon.
Super-taifun sorgt für Flugausfälle und Schließungen auf den Phillipinen
Die Regierung setzte den Betrieb von Schulen und Ämtern in der Hauptstadt Manila sowie in 29 Provinzen auf der Insel Luzon aus, wie AP berichtet. Auch den Inlandsflugverkehr in den betroffenen nördlichen Provinzen stellte sie ein. Fischereiboote und Fähren durften die Häfen wegen der rauen See nicht verlassen. „Unser Ziel ist es, die Zahl der Opfer auf Null zu reduzieren“, sagte Manuel Mamba, Gouverneur der Provinz Cagayan auf Luzon.
In der Provinz Cagayan öffneten städtische Einrichtungen Turnhallen und Klassenzimmer. Freiwillige der Kirche brachten Lebensmittel auf kleine Inseln. Diese werden voraussichtlich von der Außenwelt abgeschnitten sein, sobald der Seegang gefährlich wird.
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Taiwan und China bereiten sich auf das Unwetter vor
In Taiwan wurden laut BBC News knapp 300 Menschen aus östlichen Regionen wie Hualien evakuiert. Obwohl Ragasa die Insel nicht direkt trifft, werden im Osten starke Regenfälle erwartet. Waldgebiete und Wanderwege im Süden und Osten sperrten die Behörden bereits am Montagmorgen. Außerdem stellten sie einige Fährverbindungen ein. Auch in Taitung und Pingtung, zwei Landkreisen im Süden Taiwans, schlossen die Behörden laut AP Küsten- und Bergregionen sowie vorgelagerte Inseln für den Verkehr.
Die Behörden in der südchinesischen Provinz Guangdong warnten vor einer katastrophalen Wetterlage. In der Stadt Shenzhen sollen 400.000 Menschen evakuiert werden. Auch in anderen Städten kündigten sie Schulschließungen, Produktionsstopps und Verkehrseinschränkungen an, so The Independent. Das chinesische Wetteramt schließt nicht aus, dass der Taifun mehrfach aufs Festland treffen könnte.
Taifun Ragasa verschärft bereits bestehende Krisenlage
Ragasa ist der vierzehnte tropische Wirbelsturm, der die Philippinen in diesem Jahr trifft. Der Taifun kommt zu einer Zeit, in der das Land bereits seit Wochen unter starken Überschwemmungen leidet. Diese entstanden wegen außergewöhnlich heftiger Monsunregenfälle. Am Sonntag protestierten Zehntausende im Land gegen Korruption, die für Mängel bei der Hochwasserschutz-Infrastruktur verantwortlich gemacht wird. Auch in Südeuropa wüten derzeit heftige Unwetter. (Redaktion)