Forschung noch möglich?

Folgen des Titan-Unglücks: Massive Auswirkungen auf künftige Titanic-Tauchgänge drohen

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Künftige Forschung am Titanic-Wrack ist unwahrscheinlich geworden, meint ein Experte. Die Suche nach dem vermissten U-Boot „Titan“ geht unterdessen weiter.

New York – „Ohne Zweifel“ wird die Tragödie um das verschollene tauchfähige Boot „Titan“ Auswirkungen darauf haben, ob auch in Zukunft noch die Möglichkeit besteht, das Wrack der Titanic zu besichtigen und zu untersuchen. Das sagt David Scott-Beddard gegenüber CNN. Er ist CEO des Titanic-Ausstellungsunternehmens White Star Memories Ltd.

„Die Chancen, dass künftige Forschungen zum Wrack der Titanic durchgeführt werden, sind äußerst gering. Wahrscheinlich nicht zu meinen Lebzeiten“, sagte Scott-Beddard demnach. Die Suche nach dem verschollenen U-Boot geht weiter, die Hoffnung schwindet aber zusehends.

U-Boot zur Titanik weiter verschollen: Experte prognostiziert Untersuchungen

„Ich kann mir vorstellen, dass es nach dieser Katastrophe zweifellos eine Untersuchung geben und viel strengere Regeln und Vorschriften eingeführt wird“, sagte er. Nach dem Verschwinden der Titan wurde bekannt, dass es schon seit Längerem Sicherheitsbedenken gab. Diese wurden jedoch offenbar nicht ausreichend ernst genommen.

Das Wrack der Titanic auf Aufnahmen einer alten Exkursion im Rahmen des Films „Ghosts of the Abyss“. (Archivbild)

Im Gegenteil: Die Faszination für die Gefahr der Tiefe schien ungebremst – die Historie der Suche nach immer größeren Herausforderungen ist lang. Der Physiker Michael Guillen kritisierte insbesondere die touristischen Reisen zur Titanic scharf.

U-Boot im Atlantik verschwunden: „Titanic ist für die meisten von uns eines dieser unerreichbaren Dinge“

Kommerzielle Reisen zur Titanic gibt es noch nicht lange. Die „Titanic ist für die meisten von uns eines dieser unerreichbaren, unerreichbaren Dinge, es sei denn, man hat in der Forschung gearbeitet und hatte in der Vergangenheit das Glück, zum Wrack zu tauchen“, sagte Scott-Beddard über die anhaltende Anziehungskraft des Schiffes. „Sie sitzt majestätisch auf dem Meeresboden.“ Es sei unglaublich selten, dass ein gesunkenes Schiff aufrecht steht. Seit Mai stehen Wissenschaftlern 700.000 Bilder zur Erforschung der Titanic zur Verfügung.

Die Suche nach dem verschwundenen Boot wird weltweit verfolgt und wird womöglich schon bald Konsequenzen haben. Eine Expertin erklärt, viele Menschen beim Geschehen um das U-Boot so viel Mitgefühl zeigen. (dpa/kat)

Rubriklistenbild: © Walt Disney Co./Courtesy Everett Collection via Imago

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