„Da wurde mir klar, dass etwas nicht stimmt“

Tragödie in Washington: Mann bangt um seine Frau und spricht über ihre letzte SMS aus dem Flugzeug

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In Washington rüsten sich die Angehörigen der Passagiere für tragische Nachrichten. Das Verhalten eines Reporters erntet Kritik.

Washington - Bangen und Hoffen auf gute Nachrichten: Ein Ehemann einer Passagierin des Unglücksflugzeugs von Washington drückte in einem Interview seine Verzweiflung aus. Hamaad Raza, dessen Frau an Bord war. Der von American Airlines durchgeführten Fluges war der nach einem Crash mit einem Hubschrauber in den Potomac-Fluss gestürzt. Raza wartete am Flughafen in Washington und sagte dem Sender WUSA9: „Ich bete nur, dass sie gerade jetzt, in diesem Moment, jemand aus dem Fluss zieht.“

Nahe dem Ronald-Reagan-Airport (DCA) war eine Passagiermaschine mit 64 Menschen an Bord beim Landeanflug mit einem US-Militärhubschrauber kollidiert. Dazu wurden auch die letzten dramatischen Funksprüche enthüllt. Viele Tote werden befürchtet. Feuerwehrboote sind im Einsatz, Rettungskräfte durchsuchen sowohl das Wasser als auch das Ufergebiet. 

Flugzeug kollidiert mit Helikopter in Washington: Ehemann empfing eine Nachricht seiner Frau

Raza habe kurz vor der erwarteten Landung noch eine Nachricht von seiner Frau erhalten. „Sie schrieb mir, dass sie in 20 Minuten landen würden“, sagte er. Als er jedoch versuchte zu antworten, wurden seine Nachrichten nicht zugestellt. „Da wurde mir klar, dass etwas nicht stimmen könnte.“

Dass überhaupt jemand den Unfall überlebt hat, scheint derzeit kaum noch möglich. „Wir glauben derzeit nicht, dass es Überlebende gibt“, sagte Feuerwehrchef John Donnelly am Donnerstagnachmittag (MEZ) bei einer Pressekonferenz auf dem Flughafen Reagan National. Inzwischen seien 27 Tote aus dem Flugzeug und ein Toter aus dem Hubschrauber geborgen worden.

Flugzeugunglück in Washington: Beobachter finden das Verhalten des Reporters „grausam“

Ein Video, das in den sozialen Medien kursiert, hielt Razas emotionalen Appell fest: „Ich bete nur, dass sie gerade jetzt jemand aus dem Fluss zieht.“ Dabei kritisieren Beobachter das Verhalten des Reporters, der den betroffenen Ehemann darum bat, die womöglich letzte Nachricht seiner Frau sehen zu dürfen. Raza stimmt zu und hält das Handy mit der Nachricht in die Kamera.

„Den Mann zu bitten, ihm die letzte SMS zu zeigen, die er von seiner Frau erhalten hat, ist so unangemessen. Was hätte der arme Kerl auch sagen sollen?“, schreib ein X-User. Ein anderer nannte das Verhalten des Reporters „grausam“. Weitere Nutzer sprechen von „schamloser Berichterstattung.“ „Das ist schrecklich und die Presse ist widerlich“, schreibt ein anderer User. Viele Nutzer drücken Mitgefühl für den Mann aus. „Das bricht einem das Herz. Aber lasst den Mann doch trauern“, schreibt ein User.

Dieser Mann wartete am Flughafen in Washington auf Nachrichten seiner Frau, die in der Unglücksmaschine saß.

300 Rettungskräfte am Unglücksort in Washington im Einsatz

Die Temperaturen erschweren die Arbeiten und die Lage am Wrack - in den vergangenen Tagen lagen sie weit unter dem Gefrierpunkt, erst zu Wochenbeginn wurde es merklich wärmer. Das Wasser des Flusses ist immer noch klirrend kalt und an einigen Stellen gefroren. In kaltem Wasser können Menschen nicht lange überleben.

Die Arbeit für die Rettungskräfte gestaltet sich nach Schilderung von Bürgermeisterin Muriel Bowser und Feuerwehrchef John Donnelly in der Dunkelheit und im sehr kalten Flusswasser extrem schwierig. Laut Donnelly waren rund 300 Rettungskräfte am Unglücksort im Einsatz. Die Rettungsarbeiten könnten sich noch Tage hinziehen. 

Hubschrauber bei Flugzeugunglück in Washington war wohl auf Übungsflug unterwegs

Auf der Plattform X verbreitete sich kurz nach dem Unglück ein Video, auf dem ein großer Feuerball am dunklen Himmel zu sehen war. Auch aus der Ferne sieht die Szene zwischen dem Hauptstadtflughafen und der nahegelegenen Stadt Alexandria im Bundesstaat Virginia dramatisch aus. Im ganzen Großraum Washingtons sind Sirenen zu hören.

Bilder zeigen Moment des Flugzeug-Unglücks in Washington – Weltmeister-Duo stirbt

Aufnahmen zeigen die Momente vor der Kollision des Helikopters mit dem Passagierflugzeug in Washington: Der Hubschrauber fliegt geradewegs in Richtung des Flugzeuges, bis er mit diesem zusammenkracht.
Aufnahmen zeigen die Momente vor der Kollision des Helikopters mit dem Passagierflugzeug in Washington: Der Hubschrauber fliegt geradewegs in Richtung des Flugzeuges, bis er mit diesem zusammenkracht. © Eli Zusman/X/Screenshot
Mitarbeiter des Amerikanischen Roten Kreuzes treffen am Ronald Reagan Washington National Airport ein, um bei der Rettung nach dem Flugezugabsturz zu helfen.
Mitarbeiter des Amerikanischen Roten Kreuzes treffen am Ronald Reagan Washington National Airport ein, um bei der Rettung nach dem Flugezugabsturz zu helfen. © Julio Cortez/dpa
Videos auf X zeigen, wie der Hubschrauber in das Flugzeug kracht und dieses in Flammen aufgeht.
Videos auf X zeigen, wie der Hubschrauber in das Flugzeug kracht und dieses in Flammen aufgeht. © Eli Zusman/X/Screenshot
Ein Boot arbeitet nach dem Crash auf dem Potomac River. Der Fluss gleiche aktuell einem „großen schwarzen Fleck“, erklärt Feuerwehrchef John Donnelly.
Ein Boot arbeitet nach dem Crash auf dem Potomac River. Der Fluss gleiche aktuell einem „großen schwarzen Fleck“, erklärt Feuerwehrchef John Donnelly. © Alex Brandon/dpa
Zahlreiche Boote sind am frühen Morgen an den Such- und Rettungsmaßnahmen auf dem Potomac River im Einsatz.
Zahlreiche Boote sind am frühen Morgen an den Such- und Rettungsmaßnahmen auf dem Potomac River im Einsatz. © Mark Schiefelbein/picture alliance/dpa
Wenige Stunden später dann die dramatische Nachricht von Feuerwehrchef John Donnelly: Die Rettungsaktion ging zu einer reinen Bergungsaktion über – das heißt, dass keine Überlebenden erwartet werden.
Wenige Stunden später dann die dramatische Nachricht von Feuerwehrchef John Donnelly: Die Rettungsaktion ging zu einer reinen Bergungsaktion über – das heißt, dass keine Überlebenden erwartet werden. © Mark Schiefelbein/picture alliance/dpa/AP
Der Ronald Reagan Washington National Airport wurde nach dem Absturz der Passagiermaschine gesperrt. „Alle Starts und Landungen wurden am DCA gestoppt“, teilte der Flughafen auf der Plattform X mit.
Der Ronald Reagan Washington National Airport wurde nach dem Absturz der Passagiermaschine gesperrt. „Alle Starts und Landungen wurden am DCA gestoppt“, teilte der Flughafen auf der Plattform X mit. © Bonnie Cash/imago
Auch ein Hubschrauber ist nach dem schweren Crash in Washington im Einsatz. Mit einem Scheinwerfer sucht er den Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport ab.
Auch ein Hubschrauber ist nach dem schweren Crash in Washington im Einsatz. Mit einem Scheinwerfer sucht er den Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport ab. © Alex Brandon/dpa
Rettungskräfte arbeiten auf dem Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport. Es wird von zahlreichen Toten ausgegangen.
Rettungskräfte arbeiten auf dem Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport. Es wird von zahlreichen Toten ausgegangen. © Julio Cortez/dpa
Ein Mitglied des National Transportation Safety Board (NTSB) bewacht eine Tür des Ronald Reagan Washington National Airport, nachdem dieser wegen des Unglücks gesperrt werden musste.
Ein Mitglied des National Transportation Safety Board (NTSB) bewacht eine Tür des Ronald Reagan Washington National Airport, nachdem dieser wegen des Unglücks gesperrt werden musste. © Julio Cortez/dpa
Medienberichten zufolge haben Einsatzkräfte bereits mehrere Leichen aus dem Fluss geborgen.
Medienberichten zufolge haben Einsatzkräfte bereits mehrere Leichen aus dem Fluss geborgen. © Alex Brandon/dpa
Evgenia Shishkova und Vadim Naumow sind beim Flugzeugunglück in Washington gestorben.
Evgenia Shishkova und Vadim Naumow sind beim Flugzeugunglück in Washington vermutlich unter den Opfern.  © Imago/Montage
Flugzeugabsturz über US-Hauptstadt Washington
Nach dem Flugzeugunglück in Washington haben die Rettungskräfte keine Hoffnung mehr, noch Überlebende zu finden. © Hu Yousong/XinHua/dpa
USA, Arlington: Ein Hubschrauber der US-Park Police überfliegt den Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport.
USA, Arlington: Ein Hubschrauber der US-Park Police überfliegt den Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport.  © Carolyn Kaster/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Nach dem tödlichen Flugzeugunglück in der US-Hauptstadt Washington soll der Flughafen noch heute wieder öffnen. „Es ist sicher“, sagte Jack Potter von der Flughafenbehörde der Metropolregion Washington. Die Bergungsarbeiten, die auf dem Gelände durchgeführt würden, fänden im Wasser statt. Daher werde der Flugverkehr am Vormittag um 11.00 Uhr (Ortszeit) wieder aufgenommen.
Nach dem tödlichen Flugzeugunglück in der US-Hauptstadt Washington soll der Flughafen noch heute wieder öffnen. „Es ist sicher“, sagte Jack Potter von der Flughafenbehörde der Metropolregion Washington. Die Bergungsarbeiten, die auf dem Gelände durchgeführt würden, fänden im Wasser statt. Daher werde der Flugverkehr am Vormittag um 11.00 Uhr (Ortszeit) wieder aufgenommen.  © ANDREW CABALLERO-REYNOLDS / AFP
Flugzeugabsturz über US-Hauptstadt Washington
Nach Angaben von US-Verkehrsminister Sean Duffy gab es vor dem Flugzeugabsturz in Washington keine Abweichung von Standardprozedere im Flugverkehr rund um den Airport. © Mark Schiefelbein/AP/dpa
American-Airlines CEO Robert Isom bei einer Pressekonferenz in Washington: In einer Videoerklärung sprach er den Angehörigen den Opfer bereits zuvor sein „tiefstes Mitgefühl“ aus.
American-Airlines CEO Robert Isom bei einer Pressekonferenz in Washington: In einer Videoerklärung sprach er den Angehörigen den Opfer bereits zuvor sein „tiefstes Mitgefühl“ aus. © Mark Schiefelbein/picture alliance/dpa/AP
Ein tragisches Bild, das wohl in die Luftfahrtgeschichte der USA eingehen wird: Das Wrack des abgestürzten Flugzeugs vor dem Kapitol in Washington.
Ein tragisches Bild, das wohl in die Luftfahrtgeschichte der USA eingehen wird: Das Wrack des abgestürzten Flugzeugs vor dem Kapitol in Washington. © Carolyn Kaster/picture alliance/dpa/AP
Passierte in diesem Tower des Reagan National Airport die fatale Panne?
Passierte in diesem Tower des Reagan National Airport die fatale Panne? Neue US-Berichte legen einen Fehler bei den Fluglotsen nahe. © Oliver Contreras / AFP
Auf diesem von der US-Küstenwache zur Verfügung gestellten Bild sind Wrackteile im Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport zu sehen.
Auf diesem von der US-Küstenwache zur Verfügung gestellten Bild sind Wrackteile im Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport zu sehen. © Petty Officer 2nd Class Taylor B/U.S. Coast Guard/AP/dpa
Nach dem Flugzeugabsturz in Washington laufen die Bergungsarbeiten weiter. Noch immer sind nicht alle Leichen geborgen.
Nach dem Flugzeugabsturz in Washington laufen die Bergungsarbeiten auch am 1. Februar weiter. Noch immer sind nicht alle Leichen geborgen. © Alex Brandon//dpa
Flugzeugabsturz über US-Hauptstadt Washington
Die US-Luftfahrtbehörde nimmt die Hubschrauberrouten in Washington ins Visier. Ermittler haben nun Unstimmigkeiten bei den Angaben zur Flughöhe der beteiligten Maschinen entdeckt. Die Unfallermittlungsbehörde NTSB erklärte, dass laut Flugschreiberdaten die Passagiermaschine beim Zusammenprall eine Höhe von 325 Fuß, also etwa 99 Metern, erreicht habe, mit einer möglichen Abweichung von 25 Fuß, also 7,6 Metern. Daten aus dem Kontrollturm zeigten hingegen, dass der Militärhubschrauber sich auf einer Höhe von 200 Fuß, etwa 61 Metern, befunden habe. Wie es zu dieser Diskrepanz bei den Flughöhenangaben gekommen sei, sei bisher unklar.  © Petty Officer 1st Class Brandon/U.S. Coast Guard/AP/dpa
Jo Ellis ist nicht tot und war nicht am Steuer des Helikopters, der über dem Potomac River mit einem Flugzeug kollidierte.
Jo Ellis ist nicht tot und war nicht am Steuer des Helikopters, der über dem Potomac River mit einem Flugzeug kollidierte. Die Trans-Pilotin wurde fälschlicherweise für den Absturz in Washington verantwortlich gemacht. Nun äußert sich die angeblich tote Soldatin in einem Video. © Screenshot/ZUMA Press Wire/Imago
DC AA Flight 5342 Army Helicopter Crash: 67 Dead washington dc absturz
Ein Flugzeug startet, dahinter zu sehen die Absturzstelle eines American-Airlines-Flugzeugs und eines Black-Hawk-Hubschraubers der US-Armee, die am 30. Januar 2025 in Washington zusammenstießen.  © IMAGO/Carol Guzy / ZUMA Press Wire

Laut Luftfahrtbehörde FAA handelte es sich bei dem Passagierflugzeug um eine Maschine des Typs Bombardier CRJ700 von American Airlines, die in der Stadt Wichita im Bundesstaat Kansas gestartet war. Der Hubschrauber war nach Angaben des Pentagons ein UH-60-Hubschrauber, ein Modell aus einer Familie militärischer Mehrzweckhubschrauber. Dem Pentagon zufolge war der Hubschrauber auf einem Übungsflug. (cgsc mit dpa)

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