VonRichard Stroblschließen
Regen und starker Wind sorgen in Nord-Italien für große Probleme. Erdrutsche haben mehrere Straßen getroffen. Zudem wird vor „extremen Lawinen“ gewarnt.
Mailand - Die Wetter-Lage teilt Italien aktuell in zwei extreme Bereiche. Während im Süden die Sonne scheint, sorgt in Nord-Italien eine Unwetter-Welle für Gefahr und Verwüstung. Auch am Ostermontag sorgt das schlechte Wetter für Straßensperrungen und zahlreiche Feuerwehr-Einsätze.
So ging im Nordosten Italiens ein Erdrutsch auf die Autobahn A23 ab, die auch „Alpen-Adria-Autobahn“ genannt wird. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa ereignete sich der Abgang am Montagmorgen nahe der Gemeinde Amaro (Udine). Die Straße musste in beide Richtungen gesperrt werden. Starke Regenfälle führten dem Bericht nach dazu, dass sich mehrere Steinbrocken lösten und auf die Straße fielen. Drei Fahrzeuge wurden blockiert, allerdings keines von Steinbrocken getroffen. Verletzt wurde niemand. Die Feuerwehr arbeitet daran, die Straße wieder von den Steinen zu befreien.
#Udine, dalle 6.45 #vigilidelfuoco impegnati sull'autostrada #A23, al km 64, per una frana dopo la galleria Campiolo: i detriti hanno invaso la carreggiata, nessun veicolo colpito dai massi. Intervento in corso, autostrada chiusa in entrambe le direzioni [#1aprile 9:30] pic.twitter.com/ujtPbbsFNf
— Vigili del Fuoco (@vigilidelfuoco) April 1, 2024
Wetter-Alarm in Italien: Erdrutsche treffen mehrere Straßen
Bereits am Sonntagabend ging auch auf der Staatsstraße 350, die das Trient mit der Provinz Vicenza verbindet, ebenfalls ein Erdrutsch ab. Bereits am Nachmittag hatte ein erster Erdrutsch die Straße getroffen. Im Abstand von wenigen Stunden fiel zunächst ein riesiger Felsbrocken zwischen Carbonare und Lastebasse auf die Straße. Am Abend folgte eine weitere Lawine aus Stein und Erde, berichtet die Zeitung La Stampa. Die aktuelle Lage erinnert an Vorfälle aus dem Winter. So war etwa ein 30-Tonnen-Fels auf eine Grundschule gestürzt.
Auch im Piemont sorgt das Wetter für Probleme auf den Straßen. Wegen starken Schneefalls wurde die Staatsstraße 659 auf 20 Kilometern in beide Richtungen auf der Höhe von Premia gesperrt. Nach einem Erdrutsch ist zudem die Staatsstraße 21 zwischen Aisone und Vinadio gesperrt. Zudem ist im Gebiet von Iselle, einer Stadt an der Grenze zur Schweiz eine Lawine abgegangen, wie die Ansa berichtet. In Villadossala wurden Überschwemmungen gemeldet.
Italien von Unwetter getroffen: Gemeinden in Ligurien isoliert
In Ligurien sorgen starker Wind und Regen für gelben Wetter-Alarm. Im Hinterland Genuas sind nach einem Erdrutsch drei Weiler schon seit Freitag komplett isoliert, berichtet die Stampa weiter. Knapp 400 Menschen sind betroffen.
#Genova, frana sulla SS 45: esclusa dai #vigilidelfuoco l'eventuale presenza di persone coinvolte nel cedimento. In atto verifiche con tecnici di @StradeAnas [#29marzo 16:00] https://t.co/ryEejFKVtu
— Vigili del Fuoco (@vigilidelfuoco) March 29, 2024
Hinzu kommt Saharastaub. Dieser färbte den Schnee in den Alpen vielerorts gelb. In Rom ist die Staub-Belastung so hoch, dass die Bürger dazu aufgerufen wurden, nicht mit dem Auto zu fahren. So soll die Feinstaubbelastung reduziert werden, berichtet der Il Messaggero. Zudem wird darum gebeten, sich nicht mit dem Fahrrad fortzubewegen, und lieber auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.
Auch am Ostermontag ist im Alpenraum weiterhin die Gefahr von Erdrutschen und Lawinen gegeben. Im Piemont warnt die regionale Umweltschutzbehörde ARPA, dass „große, sehr große und örtlich extreme Lawinen erwartet“ werden. Besonders betroffen sei der nördliche Sektor der Region, wo die Gefahrenstufe 5 (sehr stark) erreicht worden sei. Die Gefahr sei so hoch, da der Schnee durch die starken Regenfälle in Bewegung geraten könne. Lawinen könnten dadurch über weite Strecken abgehen und Straßen und andere Infrastruktur treffen - auch in Bereichen, die unter der Schneefallgrenze liegen.
Schon in den letzten Tagen hatte das Wetter in Nord-Italien für große Probleme gesorgt. So wurde etwa ein Skigebiet evakuiert.
Rubriklistenbild: © Collage: Vigili del Fuoco

