Schon wieder Dürre-Alarm in Italien: Drohnen-Aufnahmen zeigen historisch niedrigen Wasserstand
VonUlrike Hagen
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Der Pegel des Lago Maggiore, dem zweitgrößten See Italiens, sinkt immer weiter. Fähren und Schiffe können in dem Urlaubsparadies wohl bald nicht mehr verkehren.
Verbania – Das Extrem-Wetter hält Europas Süden weiter in Atem. Viele beliebte Urlaubsländer leiden diesen Sommer unter Rekordhitze. Angesichts der Temperaturen von über 40 Grad rief Italien die höchste Hitzewarnstufe aus. Die anhaltende Dürre lässt auch die Wasserstände von Flüssen und Seen auf historische Stände sinken. Drohnen-Aufnahmen vom Lago Maggiore zeigen die besorgniserregenden Zustände im Urlaubsparadies.
Im Video: Drohnen-Aufnahmen zeigen ausgetrocknetes Urlaubsparadies – Dürre-Alarm in Italien
„Seit Mai sinkt der Pegel täglich um zwei, drei oder gar vier Zentimeter“, erklärt Silvia Marchionini, Bürgermeisterin der Stadt Verbania am Lago Maggiore, gegenüber Rai. Der Pegel des Lago Maggiore, dem zweitgrößten See in Italien, ist derzeit so niedrig wie noch nie. Sollte es nicht bald regnen, können Fähren und Schiffe nicht mehr fahren. „In einer Woche besteht die Gefahr, dass die Schifffahrt auf dem Lago Maggiore teilweise eingestellt wird“, so Marchionini.
Dürre in Italien: Alarm wegen historisch niedrigem Wasserstand des Lago Maggiore
„Der Pegel des Sees sinkt immer weiter, in den letzten zwei Monaten um zwei Meter. Sollte der Pegel um weitere 25 Zentimeter sinken, werden einige Fähren nicht mehr fahren können“, warnt die Bürgermeisterin. Ein trockener See bedeute, dass Boote nicht ankommen, die Werften wirtschaftliche Einbußen und Arbeitsplatzverluste hinnehmen müssen, das natürliche Ökosystem des Sees geschädigt werde und weniger Touristen kommen.
Anhaltende Dürre am Lago Maggiore: Niedriger Wasserstand legt Leiche frei
In ganz Italien, auch dem Gardasee, herrscht bereits seit Anfang des Jahres Wassermangel – die Situation ist teilweise noch schlimmer als im vergangenen Jahr. Die Politikerin beklagt: „Das Problem ist, dass es vorhersehbar war und niemand etwas unternommen hat“, und fügt hinzu: „Der Tourismus kommt immer an letzter Stelle. Wasserkraftwerke und Reisbauern stehen an erster Stelle. Okay, aber ist es nach elf Jahren noch möglich, den Pegel des Lago Maggiore als Experiment zu verwalten? Worauf warten wir noch, um etwas zu unternehmen?“
Der fast 65 Kilometer lange Lago Maggiore, dessen Fläche zu über 80 Prozent zu Italien gehört, ist eines der schönsten und am besten erreichbaren Segelreviere in Europa. Das Risiko, dass auf dem Lago Maggiore nicht mehr gesegelt werden kann, wird immer größer. Es wäre das erste Mal in der Geschichte.
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Die anhaltende Dürre am Lago Maggiore führte sogar schon dazu, dass die sterblichen Überreste eines Mannes an die Oberfläche gelangten. Die Trockenheit legte am See eine Leiche frei. Es handelte sich um einen Toten, der seit 19 Jahren vermisst wurde.