Sieben Todesopfer

Nach dramatischem Toskana-Unwetter: Videos zeigen riesige Wellen – Sturmflut bedroht Italien-Region

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  • Kilian Bäuml
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    Sandra Sporer

Der Sturm Ciarán hat in Italien für mehrere Todesopfer gesorgt. Die Schäden sind immens und werden auf eine halbe Milliarde Euro geschätzt.

Update vom 06. November, 08.28 Uhr: Die Schäden durch die verheerenden Unwetter in Italien und vor allem in der Toskana sind immens. Das stellt sich nun mehr und mehr heraus. Mittlerweile rechnet der Präsident der Region, Eugenio Giani, mit einem Schaden von einer halben Milliarde Euro. Dies basiert auf den von den Bürgermeistern vorgelegten Berichten. Alleine in der Gemeinde Campi sind demnach 300 Millionen Euro Schaden entstanden, berichtet die italienische Nachrichtenagentur ANSA.

Nach den verheerenden Unwettern in der Toskana, haben nun die Aufräumarbeiten begonnen.

Nach verheerenden Unwettern in Italien: „Wir Toskaner geben nicht auf“

Dennoch wird man weiter abwarten müssen, bis das Wasser zurückgegangen ist, um den gesamten Schaden feststellen zu können. Zudem kommt hinzu, dass Massen an Müll aus den überfluteten Häusern beseitigt werden müssen. Schätzungen zufolge handelt es sich dabei um 150.000 Tonnen, alleine in der Region Florenz-Prato-Pistoia. Dennoch findet Giani positive Worte an die Bevölkerung: „Wir haben auf die schwerste Unwetterkatastrophe der letzten Jahre mit einer Stärke und Entschlossenheit reagiert, die uns alle wirklich stolz macht. Wir sind mehr als nur eine Region, wir sind eine großartige Gemeinschaft, wir Toskaner geben nicht auf!“, so der Präsident auf X.

Update vom 05. November, 11.28 Uhr: In der Nacht auf Sonntag wurde die Toskana erneut von starken Regenfällen und Stürmen heimgesucht. Über 16.000 Haushalte blieben ohne Strom. Zusätzlich wurden etwa 1.200 Menschen aus einem Gebiet nahe Florenz präventiv evakuiert. Dies teilte Eugenio Giani, der Präsident der populären Urlaubsregion, am Morgen mit.

Seit Donnerstagabend wütet das Unwetter in der Gegend. Mindestens sieben Menschen haben dabei ihr Leben verloren. Besonders betroffen von den heftigen Unwettern waren die Provinzen Prato und Pistoia. Der Fluss Bisenzio und einige kleinere Bäche traten über die Ufer. Ganze Ortschaften wurden überschwemmt.

Inzwischen haben in den Gemeinden, in denen das Wasser zurückgegangen ist, die Aufräumarbeiten begonnen. „Unsere Toskana ist zwar verwundet, aber wir sind bereits am Wiederaufbau. Forza!“, postete Giani auf Facebook.

Auch in anderen Regionen Nord- und Mittelitaliens verursachten die Unwetter Probleme. In Venetien, der Lombardei, der Emilia-Romagna und Ligurien gab es starke Regenfälle und Stürme. Videos zeigten, wie die Orte der Cinque Terre an der italienischen Riviera in Ligurien von massiven und hohen Wellen getroffen wurden. Laut Medienberichten drang das Wasser der Wellen teilweise sogar in die historischen Stadtkerne vor. Ligurien kann es sogar noch schlimmer treffen. Noch immer gilt die Sturmwarnung.

„Wir erneuern den an die Bürger gerichteten Appell mit Nachdruck, ein auf größtmögliche Vorsicht ausgerichtetes Verhalten beizubehalten“, bitten der Präsident der Region Ligurien, Giovanni Toti, und der Stadtrat für Katastrophenschutz, Giacomo Giampedrone. Videos zeigen, wie sich zahlreiche Menschen leichtsinnig den riesigen Wellen nähern, um Fotos und Videos zu machen. Beide erwarten noch am Sonntag Sturmfluten an den Küsten Liguriens.

In Venedig mussten die Flutschutztore (“Mose“) erneut aktiviert werden. Dies diente dazu, die Stadt in der Lagune vor Hochwasser zu schützen.

Update vom 05. November, 06.59 Uhr: Nach den schweren Unwettern in Italien gehen die Aufräumarbeiten in den betroffenen Gebieten im Norden und Zentrum des Mittelmeerlandes weiter. Besonders die Gegenden nördlich und westlich von Florenz in der beliebten Urlaubsregion Toskana wurden von den heftigen Regenfällen getroffen. Dort kamen sieben Menschen ums Leben, eine Person wird vermisst. Die vorläufigen Schäden beliefen sich auf ungefähr 300 Millionen Euro, sagte der Präsident der Region Toskana, Eugenio Giani, am Samstag. Dies sei allerdings eine erste und sicher unvollständige Schätzung.

Am Samstag war in vielen Gemeinden das Wasser nach den Überschwemmungen zurückgegangen. In einigen Orten steht das Wasser jedoch unverändert hoch. Insbesondere die Ortschaften, durch die der über die Ufer getretene Fluss Bisenzio fließt, kämpfen weiter gegen die gewaltigen Wassermassen. „Das Wasser kam von allen Seiten“, sagte ein Mann aus einem betroffenen Ort im italienischen Fernsehen. Tausende Haushalte in der Region hatten sogar keinen Strom. Italien erlebte in diesem Jahr schon mehrfach starke Unwetter, die noch jahrelange Folgen haben werden.

Das Gebiet unweit von Florenz gleicht aus der Luft gesehen einer Seenlandschaft. Ganze Straßenzüge und Felder sind überschwemmt. Binnen weniger Minuten soll Sturmtief „Ciaran“ 155 Millimeter Regen gebracht haben.

Erstmeldung vom 04. Oktober. 15.31 Uhr: Rom – Die Aufräumarbeiten nach dem Sturm Ciarán in Italien dauern weiterhin an. Schlamm und Wassermassen haben zahlreiche Häuser verwüstet. In der Toskana forderte der Sturm sechs Menschenleben. Die Stromversorgung in weiten Teilen der Region ist zudem nach wie vor unterbrochen. Dass die Region so schlimm getroffen wurde, liegt daran, dass das dortige Wetterwarnsystem versagt hatte. Die Unwetterlage ist jedoch noch nicht vorbei. Zwar ist Ciarán inzwischen weitergezogen, aber ein neuer Sturm ist bereits im Anmarsch.

Neuer Sturm bringt weitere Unwetter und erhöhte Erdbeben- und Überschwemmungsgefahr

Die Wetterprognose stimmt Experten besorgt. Die Böden seien durch die Regenfälle in den vergangenen Tagen gesättigt, heißt es in einer dpa-Meldung. Bei erneuten Regenfällen besteht deshalb ein erhöhtes Risiko weiterer Erdrutsche und Überschwemmungen. Dabei belaufen sich die entstandenen Schäden bereits auf 300 Millionen Euro, so Eugenio Giani, der Präsident der Region Toskana. Dies sei jedoch eine erste, unvollständige Schätzung.

In den Gegenden, in denen das Wasser bereits zurückgegangen ist, laufen die Aufräumarbeiten. Die riesigen Mengen an Schlamm müssen von den Straßen geschaufelt und die beschädigten Gebäude aufgeräumt werden. Laut dpa stapelten sich in den Gemeinden Prato, Montemurlo und Quarrata an den Straßenrändern durchweichte Möbel und andere, zerstörte Gegenstände.

Nach Unwetter kämpfen viele Orte in Italien weiterhin mit Überschwemmungen

Die Gemeinden, die durch den Fluss Bisenzio überflutet sind, kämpfen nach wie vor mit den Wassermassen. „Das Wasser kam von allen Seiten, von hier, von da, man konnte es nicht aufhalten. Wir haben alles verloren“, berichtet ein Mann aus der Gemeinde Campi Bisenzio im italienischen Fernsehen von den durch Ciarán verursachten Überschwemmungen.

Und die nächsten Regenfälle zeichnen sich bereits ab. Schon für den Samstagnachmittag sagt das Portal ilmeteo.it weitere Schauer an. Diese halten auch am Sonntag an, wenngleich sich die Lage dann bereits etwas entspannen soll.

Der Sturm Ciarán ist inzwischen weitergezogen. Die nächsten schweren Unwetter stehen Italien aber bereits bevor.

Grund für die anhaltend prekäre Wetterlage sind zwei Tiefdruckgebiete. Zum einen das Tief Gordian, das sich über den Südalpen gebildet hat, und zum anderen der Sturm Domingos, der von seinem Ursprung über dem Atlantik Richtung Europa unterwegs ist. Laut wetter.de könnte es in Teilen zu Niederschlägen von mehr als 100 Litern je Quadratmeter kommen. Auch Orkanböen mit Geschwindigkeiten zwischen 140 und 160 km/h soll es geben.

Unwetter erwartet: Deutschland bekommt die Ausläufer der neuen Turbulenzen ebenfalls zu spüren

Wie Italien, wird auch Deutschland laut wetter.de nicht gänzlich von der Wetterlage verschont bleiben. Zwar trifft es uns nicht so schlimm wie Italien, dennoch solle man die Wetterlage nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Denn auch hierzulande sowie über ganz Europa wütete der Orkan Ciarán. Deutschland erlebt folglich ebenfalls die zweite Unwetterlage innerhalb kurzer Zeit. Einen verfrühten Wintereinbruch, wie zuvor prognostiziert, wird es zunächst jedoch nicht geben. Anders im Nachbarland Österreich. Dort schneite es bis zu 60 cm Neuschnee. (sp/kiba/dpa)

Rubriklistenbild: © Dpa/Adriano Conte

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