VonNadja Orthschließen
Einige Regionen Italiens sollten sich auf Regen und Gewitter in den kommenden Tagen einstellen. Dies ist zum Teil auf die Unwetter in Spanien zurückzuführen.
Rom - Nachdem schwere Unwetter vor knapp einer Woche große Verwüstungen in Spanien angerichtet haben, wandern Gewitter in den kommenden Tagen auch Richtung Italien. Das beliebte Urlaubsland soll zwar dank eines Hochdruckgebiets deutlich besser geschützt sein als Spanien, wo infolge der schweren Stürme mehr als 200 Menschen ums Leben kamen. Mit Regen und möglichen Gewitter muss laut Meteorologen gebietsweise trotzdem gerechnet werden, vor allem im äußersten Süden des Landes sowie auf zwei Inseln im Mittelmeer.
Grundsätzlich ist das Wetter in den meisten Regionen Italiens gerade sonnig und trocken, berichtet unter anderem der italienische Wetterdienst 3BMeteo. Dafür sei eine starke Antizyklone über Mitteleuropa verantwortlich, ein wandelndes Hochdruckgebiet, das derzeit Regen und schlechtes Wetter von Italien fern hält. Dieses schütze einerseits von schweren Stürmen, führe andererseits aber auch zu unterdurchschnittlich viel Regen zu dieser Zeit.
Süden Italiens steht Regen und mögliche Gewitter bevor - auch Unwetter aus Spanien hat einen Effekt
In den kommenden Tagen soll schließlich Bewegung in die Luftmassen über Italien kommen: Zwar bleibe das schützende Hochdruckgebiet erst einmal bestehen, es verschiebe sich aber leicht Richtung Osten. „Dies ist auf die Wirkung eines Atlantiktrogs zurückzuführen, der es geschafft hat, kühlere und instabile Strömungen zwischen Spanien und Frankreich zu infiltrieren, der aber dazu bestimmt ist, den Kampf gegen das Hochdruckgebiet zu verlieren“, erklärt 3BMeteo.
Der einzige nennenswerte Effekt sei die Erneuerung einer Tiefdruckzirkulation im Mittelmeerraum, die in den nächsten Tagen versuchen wird, Italien zu erreichen. Ein Tiefdruckgebiet bedeutet immer kalte Luft sowie möglichen Regen und Gewitter.
Schwere Stürme wie in Spanien bleiben sehr wahrscheinlich aus. Trotzdem müsse auf den großen Inseln Sardinien und Sizilien sowie im äußersten Süden des Urlaubslandes mit Regen, Schauern und einzelnen Gewittern gerechnet werden. Die italienische Regierung hat bereits für Mittwoch, den 6. November, die gelbe Warnstufe auf Teilen Siziliens ausgerufen.
Gewitter an Küsten Italiens könnten laut Meteorologen „heikle Situation“ hervorrufen
Der italienische Wetterdienst MeteoLive rechnet vor allem zwischen Donnerstag (7. November) und Dienstag (12. November) in Abständen mit „Gewittern an den Küsten und Regenschauern im angrenzenden Binnenland“. Dies sei „immer eine sehr heikle Situation“, schreibt das Portal weiter. Wenn sich Gewitter vom Meer aus auf die Küste zubewegen, seien auf schmalen Landstreifen Überschwemmungen und Blitze möglich.
Laut dem offiziellen europäischen GFS-Wettermodell soll es sich voraussichtlich um „leicht/mäßige Gewitter“ handeln. Sollten die Regenschauer im Süden Italiens überschaubar bleiben, könnte das einigen Regionen sogar guttun. Besonders Sizilien ächzte diesen Sommer unter extremer Trockenheit und Dürre, sodass vorübergehend der Notstand ausgerufen wurde.
Laut Einschätzungen von 3BMeteo sind die Gewitter-Risiken nach dem Wochenende noch nicht vorbei. So könnte ein Kaltluftkern aus Russland ebenfalls Richtung Italien ziehen und das Wetter weiter aufwirbeln. Ob es dazu wirklich kommt, müsste erst die Wetter-Entwicklung in den nächsten Tagen zeigen.
Erst Ende Oktober wurde Norditalien von gewaltigen Stürmen heimgesucht. Starkregen sorgte auch in der Urlaubsregion Sorrent für Chaos und sorgte in Städten für regelrechte Wasserfälle. (nz)
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