VonJohannes Welteschließen
Heftige Unwetter sorgen weiterhin in Norditalien für laufende Einsätze der Rettungsmannschaften. In Südtirol haben Felsstürze zwei Straßen blockiert. Auch Touristenattraktionen sind betroffen.
Bozen/Trient – Heftige Regenfälle halten in den italienischen Alpen die Rettungsmannschaften in Trab und behindern den Verkehr. Westlich von Meran hat ein Steinschlag die Straße vom Vinschgau ins Schnalstal verschüttet. Es gab zwar keine Verletzten, aber laut Land Südtirol ist die Straße beim Ort Neuratheis bis auf Weiteres gesperrt.
Felsstürze in Südtirol: Straße zu Touristendestination blockiert – auch Ötzi-Museum betroffen
Das bedeutet: Der Ort Kartaus mit seinen Hotels und Pensionen, der Vernagt-Stausee und das Ötzimuseum war bis Mittwochvormittag gesperrt. Ansonsten wird sie zeitweise geöffnet, die Öffnungszeiten veröffentlicht die Gemeinde Schnals auf ihrer Homepage.
Wie es weitergeht, ist unklar: „Wir hoffen, falls es die Wetterbedingungen heute noch zulassen, sofort einen Erkundungsflug machen zu können, damit wir uns gemeinsam mit den Geologen ein genaueres Bild von der Lage verschaffen können. Momentan können wir keine Prognose machen“, sagt Philipp Sicher, Direktor des Straßendienstes. Die Mitarbeiter des Straßendienstes und die Geologen seien vor Ort im Einsatz.
Bei Meran blockieren Felsmassen die Straße zu einer Seilbahn
Auch im Meraner Nachbarort Partschins kam es zu einem Steinschlag auf die Tablanderstraße. Hier wurde durch glücklichen Zufall niemand von den tonnenschweren Gesteinsmassen getroffen. Die Straße ist aber seit Sonntag unpassierbar. „Es droht große Gefahr durch nachrutschende Gesteinsmassen“, heißt es bei der örtlichen Feuerwehr. Auf Anweisung des verantwortlichen Geologen bleibt die Straße bis auf Widerruf gesperrt. Über fünf Kubikmeter Material blockieren die Straße. Vier Höfe, eine Seilbahn-Bergstation und ein Gasthaus von der Außenwelt abgeschnitten.
Am Dienstag hatte im Etschtal südlich von Rovereto nach heftigen Regenfällen ein Gebirgsbach die Brennerbahnlinie unterspült. Die zweigleisige Strecke war stundenlang nur eingleisig befahrbar, es gab Verspätungen und Zugausfälle auch beim Verkehr aus Deutschland nach Italien. Entgegen Auskünften der ÖBB vom Dienstag, dass die Strecke wieder frei wäre, gab es auch am Mittwoch Verspätungen im Eurocity von München nach Bologna von 80 Minuten.
Vorige Woche hatte bereits der Großraum Mailand mit schweren Unwettern zu kämpfen. Auf den Bergen liegt noch enorm viel Schnee, weshalb der Giro d‘Italia nicht über das Stillfser Joch fahren kann.


