Sturmböen, Überschwemmungen und Erdrutsche

Schwere Alpen-Unwetter: Auswärtiges Amt mit Eil-Hinweis an Urlauber

  • schließen

In Italien und der Schweiz toben die Unwetter. Jetzt reagiert das Auswärtige Amt in Deutschland mit einer Eilmeldung und dringenden Hinweisen.

Berlin – Jetzt reagiert das Auswärtige Amt aus Deutschland auf die schweren Unwetter in den Alpen. Wer die Seite für Reise- und Sicherheitshinweise zu Urlaub in Italien, Frankreich oder der Schweiz öffnet, sieht jetzt eine rote Eilmeldung.

Alpen-Unwetter: Auswärtiges Amt mit Eil-Hinweis zu Italien, Frankreich und der Schweiz

„In den französischen und Schweizer Alpen sowie in der Region Piemont und dem Aosta-Tal (Italien, Anm. d. Red.) werden für die kommenden Tage bis Ostermontag hohe Niederschlagsmengen, Gewitter, Unwetter sowie in den Alpen ab 1.500 m Schneefälle erwartet“, warnt das Auswärtige Amt. Pässe, Tunnel und Passstraßen könnten aufgrund der vorhergesagten Niederschläge unpassierbar oder gesperrt werden.

Sturzfluten, Erdrutsche und jetzt noch Schnee – Bilder zeigen heftiges Ausmaß des Italien-Unwetters

Italien Wetterkarte hat es in sich. Besonders Piemonte, im Norden, dürfte von starken Regenfällen am 17. April getroffen werden. Schon der Mittwoch (16. April) stellte Feuerwehren und Rettungsdienste vor große Herausforderungen.
Italien Wetterkarte hat es in sich. Besonders Piemonte, im Norden, dürfte von starken Regenfällen am 17. April getroffen werden. Schon der Mittwoch (16. April) stellte Feuerwehren und Rettungsdienste vor große Herausforderungen. © Protezione Civile
Erdrutsch bei Unwetter in Italien: Das Dorf Boccassuolo wurde in zwei geteilt.
Erdrutsch bei Unwetter in Italien: Das Dorf Boccassuolo wurde in zwei geteilt. © Screenshot/Provincia Modena
Feuerwehr teilt Bilder von Unwetter in Italien.
Unwetter in Italien: Die Feuerwehr teilt Bilder aus den betroffenen Regionen. Der Meteorologe Dominik Jung rät sogar: „Im Zweifel lieber frühzeitig abreisen“ – besonders für Campingurlauber in Flussnähe oder in Hanglagen könnte es gefährlich werden. ©  Vigili del Fuoco / X
Italiens Feuerwehren sind im Dauereinsatz, sprechen am 16. April (Mittwoch) von Einsätzen wegen Überschwemmungen, Wasserschäden und Erdrutschen. Aufgrund zweier Erdrutsche in Villadossola und Beura Cardezza mussten 30 Personen vorsorglich aus den umliegenden Häusern evakuiert werden.
Italiens Feuerwehren sind im Dauereinsatz, sprechen am 16. April (Mittwoch) von Einsätzen wegen Überschwemmungen, Wasserschäden und Erdrutschen. Aufgrund zweier Erdrutsche in Villadossola und Beura Cardezza mussten 30 Personen vorsorglich aus den umliegenden Häusern evakuiert werden.  © Vigili del Fuoco / X
Italien erwartet heftigen Regen – besonderd Norden betroffen.
In Italien herrscht derzeit eine ernste Unwetterlage, besonders in den nördlichen Regionen des Landes. Mehrere Tiefdruckgebiete sorgen für massive Niederschläge, die zu Überschwemmungen, Erdrutschen und gefährlichen Wetterlagen führen können. © Marco Ottico / pictures alliance
Unwetter in Italien – es droht großflächiges Hochwasser.
Für viele Regionen gilt aktuell die Warnstufe Orange oder Gelb der italienischen Zivilschutzbehörde. Besonders kritisch ist die Lage in der Region zwischen Turin und Mailand sowie in der Po-Ebene, wo großflächiges Hochwasser droht. © IMAGO/Alessandro Di Marco
Bis zu 500 Liter Regen pro Quadratmeter in Italien.
Wetterexperten rechnen mit extremen Regenmengen: In nur 48 Stunden könnten über 20 Zentimeter Niederschlag fallen In Spitzen werden 400 bis 500 Liter pro Quadratmeter erwartet. Meteorologen warnen sogar vor lebensbedrohlichen Unwettern. © IMAGO/Alessandro Di Marco
Italien von schweren Unwettern heimgesucht – noch keine Entwarnung.
Die intensive Niederschlagsphase soll noch bis mindestens Donnerstag (17. April) anhalten. Für Freitag (18. April) wird eine leichte Wetterberuhigung erwartet, doch auch am Wochenende bleibt die Lage unbeständig. © IMAGO/Alessandro Di Marco
Unwetter treffen Italien: Im Piemont traf ein Erdrutsch eine Straße in Donato. Feuerwehrleute greifen vor Ort ein.
Unwetter treffen Italien: Im Piemont traf ein Erdrutsch eine Straße in Donato. Feuerwehrleute greifen vor Ort ein.  © Screenshot
Dieses Video aus Valsesien im Piemont zeigt eine Lawine, die in Richtung Tal rauscht. Ein Gemisch aus Schnee, Wasser und Schlamm.
Ein Video aus Valsesien im Piemont zeigt eine Lawine, die in Richtung Tal rauscht. Ein Gemisch aus Schnee, Wasser und Schlamm. © Andrea Vuolo - Meteo in Piemonte
In der Region Piemont wurden die Einsatzkräfte am Donnerstag auf über 400 Personen aufgestockt.
In der Region Piemont wurden die Einsatzkräfte am Donnerstag auf über 400 Personen aufgestockt.  © Vigili del Fuoco
Zahlreiche Straßen in der Region wurden von Erdrutschen verlegt, einige Gemeinden sind isoliert oder bereits evakuiert.
Zahlreiche Straßen in der Region wurden von Erdrutschen verlegt, einige Gemeinden sind isoliert oder bereits evakuiert. © Vigili del Fuoco
Verstärkung wurde außerdem in die Toskana geschickt. Zwischen Biella, Verbiana und Turin dürfte die Lage kritisch bleiben.
Verstärkung wurde außerdem in die Toskana geschickt. Zwischen Biella, Verbiana und Turin dürfte die Lage kritisch bleiben. © Vigili del Fuoco
Bilder der Feuerwehr zeigen hier einen Einsatz bei Villar Dora. Bäume halten den starken Winden nicht Stand.
Bilder der Feuerwehr zeigen hier einen Einsatz bei Villar Dora. Bäume halten den starken Winden nicht Stand. © Vigili del Fuoco
Auch in der Lombardei führen die Unwetter zu großen Verkehrsbehinderungen.
Auch in der Lombardei führen die Unwetter zu großen Verkehrsbehinderungen.  © Vigili del Fuoco
Über 500 Einsätze wegen Überschwemmungen, Wasserschäden oder umgestürzten Bäumen zählte die Feuerwehr in der Lombardei in nur 24 Stunden.
Über 500 Einsätze wegen Überschwemmungen, Wasserschäden oder umgestürzten Bäumen zählte die Feuerwehr in der Lombardei in nur 24 Stunden. © Vigili del Fuoco
Auch die Schweizer Alpen wurden von Unwettern heimgesucht. Feuerwehrleute entfernen einen Baum, der unter der Schneelast in der Stadt Sierre zusammengebrochen ist. Die Situation ist so gefährlich, dass selbst Schulen und Supermärkte regional geschlossen bleiben.
Auch die Schweizer Alpen wurden von Unwettern heimgesucht. Feuerwehrleute entfernen einen Baum, der unter der Schneelast in der Stadt Sierre zusammengebrochen ist. Die Situation ist so gefährlich, dass selbst Schulen und Supermärkte regional geschlossen bleiben. © afp
Der komplett eingeschneite Piazza Chanoux in der Innenstadt von Aosta.
Der komplett eingeschneite Piazza Chanoux in der Innenstadt von Aosta. © Screenshot
80 Zentimeter Neuschnee wurden in höheren Lagen des Piemont verzeichnet.
80 Zentimeter Neuschnee wurden in höheren Lagen des Piemont verzeichnet. © Screenshot
Bereits Mitte März 2025 waren Teile Italiens von schweren Unwettern getroffen worden. Unter anderem Florenz.
Bereits Mitte März 2025 waren Teile Italiens von schweren Unwettern getroffen worden. Unter anderem Florenz. © IMAGO/IPA/ABACA

Von Außenwelt abgeschnitten: Erdrutsch isoliert Italien-Tal, Schneemengen einen Alpen-Hotspot

Im Alpenraum sind aktuell zahlreiche Orte von der Außenwelt abgeschnitten. Bei den Italien-Unwettern wurde ein ganzes Tal durch Erdrutsche isoliert. In der Schweiz traf es den Ferienort Zermatt, wo über Ostern besonders traditionell viele Urlauber erwartet werden. Zum Touristenhotspot in den Alpen gab es plötzlich überhaupt keine Reisemöglichkeiten mehr, es fiel zu viel Schnee und die Lawinengefahr stieg enorm.

Dass Straßen plötzlich unpassierbar werden, mussten Italien-Urlauber aus der Schweiz auf der Rückreise leidlich erfahren. Am Grossen St. Bernhard steckten sie plötzlich fest, saßen mehrere Stunden im Eingang des Tunnels. Erdrutsche hatten die Rückreise nach Italien unmöglich gemacht, die Weiterfahrt war wegen der Schweizer Schneemengen und damit einhergehenden Lawinenstufe zu gefährlich.

Auswärtiges Amt mahnt vor allem in Italien zur Vorsicht

Jetzt warnt das Auswärtige insbesondere zur Vorsicht in Italien: „Vor allem im Piemont und der Lombardei werden des Weiteren Sturmböen, Überschwemmungen und Erdrutsche erwartet.“

Über Ostern dürften die Unwetter anhalten, sich ab Karfreitag (18. April) jedoch immerhin abschwächen und etwas verlagern. Italien wird in zwei Hälften geteilt, schreibt die Zeitung La Repubblica. Denn neue Unwetter können im Nordwesten, der Toskana, in Umbrien, dem Latium sowie auf Sardinien nicht ausgeschlossen werden. Im Rest des Landes wird hingegen sonniges Wetter erwartet. Der Unwetter-Fahrplan laut aktuellen Vorhersagen:

  • Donnerstag, 17. April: Extrem schlechtes Wetter im Norden mit starkem Wind. Schlechtes Wetter an der Tyrrhenischen Küsten und auf Sardinien.
  • Freitag, 18. April: Erste Besserung im Norden, Nordosten bleibt instabil. Vereinzelte Schauer im Zentrum, Besserung im Süden.
  • Samstag, 19. April: Viele Wolken im Norden, leichterer Regen in den Alpen und im Piemont. Zentrum und Süden sonnig.
  • Sonntag, 20. April: Schauer und Regen im Zentrum. Mögliche Besserung im Norden.

Für Urlauber in der Schweiz, Frankreich und Italien rät das Auswärtige Amt, sich bei Wetterdiensten und dem Zivilschutz zu informieren. „Beachten Sie stets Verbote, Hinweisschilder und Warnungen sowie die Anweisungen lokaler Behörden.“

Rubriklistenbild: © Screenshots

Kommentare