Neue Einschränkungen

Verbot von Großgruppen: Venedig legt im Kampf gegen Massentourismus nach

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Venedig gehört zu den beliebtesten Städten in Italien. Mit einer neuen Verordnung will die Stadt den Massentourismus einschränken.

Venedig – Wer im Sommer eine Gruppenreise nach Venedig plant, muss eine neue Regel beachten. Denn die Stadt verbietet künftig von Reiseführern begleitete Touristengruppen mit mehr als 25 Menschen. Seit längerem hat Venedig dem Massentourismus den Kampf angesagt. Die beschlossenen Maßnahmen treten am 1. Juni 2024 in Kraft und sollen die Stadt schützen. Auch für die Silvesternacht wurden die Bestimmungen verschärft.

Venedig: Große Tourimusgruppen werden ab 2024 verboten

Die neue Verordnung beschloss der Gemeinderat am Samstag (30. Dezember) in seiner letzten Sitzung in diesem Jahr. Damit will Venedig den Massentourismus und seine negativen Auswirkungen auf die norditalienische Lagunenstadt einschränken. Zudem sehen die Beschlüsse das Verbot von Lautsprechern bei Führungen vor, um die Menschen im Stadtzentrum sowie auf den Inseln Murano, Burano und Torcello vor Lärm und Belästigung zu schützen.

Touristen überqueren eine Brücke in Venedig. Von Reiseführern begleitete Touristengruppen mit mehr als 25 Menschen werden ab 2024 verboten.

Venedig, das eines der bekanntesten Reiseziele der Welt ist, hat seit geraumer Zeit Probleme mit dem Massentourismus. Die Altstadt mit dem berühmten Markusplatz, der Rialto-Brücke und den vielen Kanälen hat nicht einmal mehr als 50.000 ständige Einwohner. In der Hauptsaison sind an manchen Tagen mehr als doppelt so viele Touristen zu Gast. Volle Gassen und Menschenmassen prägen dann das Bild von Venedig. Bereits im September beschloss die Stadt einen Eintrittspreis für Tagesbesucher in Höhe von fünf Euro einzuführen. Diesen müssen Touristen ab April 2024 bezahlen.

Venedig: Tourismusgruppen eingeschränkt – Scharfe Regeln für Silvester

Die Beschränkung von Reisegruppen auf maximal 25 Menschen sowie das Lautsprecherverbot trage zu einem nachhaltigen Tourismus bei, sagte Venedigs Stadträtin für Sicherheit, Elisabetta Pesce, laut Mitteilung. So soll ein besseres Gleichgewicht zwischen den Menschen, die wirklich in der Stadt leben, und denen, die sie nur als Touristen besuchen, geschaffen werden. Die Gruppen dürfen künftig auch nicht mehr länger in engen Gassen oder auf Brücken anhalten.

Am Samstag unterzeichnete der Bürgermeister von Venedig, Luigi Brugnaro, auch eine Verordnung, die die Stadt in der Silvesternacht schützen soll. Geschäfte, Lokale und Stände dürfen vom 31. Dezember bis zum 1. Januar 2024, 6 Uhr, keine Getränke in Glasflaschen, verschlossenen Dosen und Plastikflaschen verkaufen oder ausschenken, wie der Standard unter Berufung auf die Nachrichtenagentur APA berichtete. Getränke aller Art dürfen auf den Straßen nicht konsumiert werden. Bei Verstoß droht ein Bußgeld zwischen 25 und 500 Euro. (dpa/vk)

Rubriklistenbild: © Filippo Carlot/IMAGO

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