Flug 8243

„Verkleidung neben mir weggerissen“: So schildern Überlebende den Flugzeugabsturz in Kasachstan

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Wie durch ein Wunder überleben 29 Menschen den Flugzeugabsturz in Kasachstan. Jetzt sprechen einige von ihnen über das Erlebte.

Aktau – Nach dem Flugzeugabsturz des Fluges 8243 der Fluggesellschaft Azerbaijan Airline in Kasachstan laufen die Ermittlungen nach der Ursache noch immer auf Hochtouren. Neusten Berichten zufolge könnte eine russische Rakete für den Absturz der Maschine des Typs Embraer 190 verantwortlich gewesen sein. Unterdessen haben sich nun erstmals Überlebende des Flugzeugabsturzes zu Wort gemeldet. Insgesamt haben 29 der 67 Menschen das Unglück wie durch ein Wunder überlebt.

„Es gab zwei Schläge, große Schläge auf das Flugzeug“: Überlebende berichten vom Flugzeugabsturz

Beim russischen Staatssender RT beschreiben Überlebende des Flugzeugabsturzes in Kasachstan nun die dramatischen Szenen vor dem Aufprall der Maschine, bei dem mindestens 38 Menschen ums Leben gekommen sind. „Es gab zwei Schläge, große Schläge auf das Flugzeug“, berichtet der Überlebende Zaur Mamedov über den Moment, in dem das Flugzeug von etwas beschossen worden sein könnte. Dann seien alle „panisch“ gewesen, erzählt er weiter.

Wie durch ein Wunder überlebten 29 Menschen den Flugzeugabsturz von Kasachstan.

Die Crew von Flug 8243 habe zwar versucht, die Passagiere zu beruhigen und gesagt, „dass wir landen werden“, doch „wir haben auf den Tod gewartet“, beschreibt der Überlebende weiter.

„Verkleidung neben mir weggerissen“: Überlebender schildert Szenen vor Flugzeugabsturz in Kasachstan

Auch ein weiterer Überlebender berichtet auf Social Media, dass es eine Explosion gegeben habe. „Ich würde nicht sagen, dass es im Inneren des Flugzeugs war. Dort, wo ich saß, wurde die Verkleidung neben mir weggerissen“, erzählt Subhonkul Rahimow. Die Crew habe ihre „Pflicht von ganzem Herzen erfüllt“, bekräftigt der Überlebende außerdem. Sie habe den Passagieren gezeigt, wie sie sich zu verhalten haben, nachdem die Masken von der Decke gefallen waren.

Rätsel um Ursache: Ermittlungen zu Flugzeugabsturz in Kasachstan laufen weiter

Flug 8243 der Fluggesellschaft Azerbaijan Airline war am ersten Weihnachtsfeiertag im aserbaidschanischen Baku gestartet und sollte nach Grosny in der russischen Kaukasusrepublik Tschetschenien fliegen. Im Nordkaukasus soll an diesem Morgen auch die russische Flugabwehr in Betrieb gewesen sein, um ukrainische Drohnen abzufangen. Inzwischen hält auch die USA einen Fehlschuss der russischen Flugwehr als Ursache für den Flugzeugabsturz in Kasachstan für möglich. Die israelische Fluggesellschaft El Al hat darauf reagiert und streicht sämtliche Flüge nach Moskau in dieser Woche. Grund seien „die Entwicklungen im russischen Luftraum“, hieß es laut einem Bericht des Deutschlandfunks in einer Mitteilung der Airline

Laut CNN sei inzwischen der zweite Flugschreiber der Maschine geborgen worden. Möglicherweise liefert dessen Auswertung weitere Hinweise auf die Ursache für den Flugzeugabsturz in Kasachstan. Beim Aufprall der Maschine war der vordere Teil des Flugzeugs explodiert, Videos vom Absturz zeigten einen großen Feuerball. Der hintere Teil blieb dabei weitgehend intakt – so konnten sich die 29 Überlebenden teilweise selbst aus dem Wrack der Maschine befreien.

38 Tote, Rätsel um Ursache, Russland-Verdacht: Bilder zum Flugzeugabsturz in Kasachstan

Trümmerfeld in Kasachstan: Hier stürzte am 25. Dezember ein Passagierflugzeug ab. Zahlreiche Menschen kamen ums Leben.
Trümmerfeld in Kasachstan: Hier stürzte am 25. Dezember ein Passagierflugzeug ab. Zahlreiche Menschen kamen ums Leben. © dpa/AP | Uncredited
Die Maschine aus Aserbaidschan befand sich auf dem Weg in Richtung Tschetschenien. Über Kasachstan stürzte die Maschine dann ab, explodierte am Boden. 38 Menschen kamen dabei ums Leben.
Die Maschine aus Aserbaidschan befand sich auf dem Weg in Richtung Tschetschenien. Über Kasachstan stürzte die Maschine dann ab, explodierte am Boden. 38 Menschen kamen dabei ums Leben. © dpa/AP | Azamat Sarsenbayev
Die undatierte Aufnahme aus Google Earth zeigt den Flughafen von Aktau am Kaspischen Meer. In der Nähe des Flughafens ist das Passagierflugzeug von Azerbaijan Airlines abgestürzt.
Die undatierte Aufnahme aus Google Earth zeigt den Flughafen von Aktau am Kaspischen Meer. In der Nähe des Flughafens ist das Passagierflugzeug von Azerbaijan Airlines abgestürzt. © dpa/Google 2024/Airbus | -
Insgesamt befanden sich 67 Personen in der Passagiermaschine, als diese abstürzte. 38 Menschen starben, die anderen Insassen überlebten. Das Auswärtige Amt meldete, dass auch zwei Menschen mit Wohnsitz in Deutschland an Bord waren und überlebten.
Insgesamt befanden sich 67 Personen in der Passagiermaschine, als diese abstürzte. 38 Menschen starben, die anderen Insassen überlebten. Das Auswärtige Amt meldete, dass auch zwei Menschen mit Wohnsitz in Deutschland an Bord waren und überlebten. © dpa/XinHua | Isa Tazhenbayev
Das Wrack des Flugzeugs vom Typ Embraer 190 liegt auf einer Grünfläche. Der vordere Teil der Maschine wurde bei dem Aufprall stark zerstört.
Das Wrack des Flugzeugs vom Typ Embraer 190 liegt auf einer Grünfläche. Der vordere Teil der Maschine wurde bei dem Aufprall stark zerstört. © dpa/The Administration of Mangystau Region/AP | Uncredited
Einsatzkräfte eilten sofort zum Absturzort, fanden dort ein gigantisches Trümmerfeld vor. Zahlreiche Überlebende wurden dennoch aus dem Wrack geholt und medizinisch versorgt.
Einsatzkräfte eilten sofort zum Absturzort, fanden dort ein gigantisches Trümmerfeld vor. Zahlreiche Überlebende wurden dennoch aus dem Wrack geholt und medizinisch versorgt. © Azamat Sarsenbayev / dpa / AP
Die Suche nach der Absturzursache läuft. Brisant: Auf diesem Foto sind kleine, runde Beschädigungen am Heck zu sehen.
Die Suche nach der Absturzursache läuft. Brisant: Auf diesem Foto sind kleine, runde Beschädigungen am Heck zu sehen. Aus Aserbaidschan vermutet man mittlerweile „Einwirkung von außen“ als Ursache für den Absturz. Es wird spekuliert, ob Teile einer russischen Rakete das Flugzeug trafen. © dpa/The Administration of Mangystau Region/AP | Uncredited
Das Flugzeug aus Aserbaidschan wurde bei dem Absturz nahezu komplett zerstört.
Das Flugzeug aus Aserbaidschan wurde bei dem Absturz nahezu komplett zerstört. Der Verdacht, dass Russland etwas mit dem Absturz zu tun haben könnte, kam später auf. Aus Russland verwies man lediglich darauf, dass die Maschine wegen angeblichen Drohnenbeschusses aus der Ukraine nicht am eigentlichen Zielort Grosny landen konnte. © dpa/The Administration of Mangystau Region/AP | Uncredited
Nach dem Absturz der Maschine äußerten sich auch Experten zur möglichen Absturzursache.
Nach dem Absturz der Maschine äußerten sich auch Experten zur möglichen Absturzursache. Offensichtlich hätten Geschosse in Form würfelförmiger Schrapnelle das Flugzeug durchlöchert, sagte etwa Oberst Markus Reisner, Ukraine-Experte des österreichischen Bundesheers, im ORF-Radio.  © dpa/AP | Azamat Sarsenbayev
Eine Nahaufnahme zeigt die zahlreichen Löcher, die sich in den Teilen des abgestürzten Flugzeuges befinden. Wegen dieser Löcher kam etwa auch der Verdacht auf, Teile einer russischen Rakete könnten das Flugzeug getroffen und zum Absturz gebracht haben.
Eine Nahaufnahme zeigt die zahlreichen Löcher, die sich in den Teilen des abgestürzten Flugzeuges befinden. Wegen dieser Löcher kam etwa auch der Verdacht auf, Teile einer russischen Rakete könnten das Flugzeug getroffen und zum Absturz gebracht haben. © IMAGO xx 266457 x eyepress125299
Auf diesem vom Pressedienst des kasachischen Katastrophenschutzministeriums zur Verfügung gestellten Foto arbeiten Rettungskräfte am Wrack der Embraer 190 der Azerbaijan Airlines in der Nähe des Flughafens von Aktau.
Auf diesem vom Pressedienst des kasachischen Katastrophenschutzministeriums zur Verfügung gestellten Foto arbeiten Rettungskräfte am Wrack der Embraer 190 der Azerbaijan Airlines in der Nähe des Flughafens von Aktau. © dpa/Kazakhstan‘s Emergency Ministry/AP | Uncredited
Rettungskräfte im Großeinsatz. Nach dem Flugzeubasturz in Kasachstan blieb von einem Großteil der Maschine nur noch Schutt und Asche übrig. Zahlreiche Menschen verloren ihr Leben.
Rettungskräfte im Großeinsatz. Nach dem Flugzeubasturz in Kasachstan blieb von einem Großteil der Maschine nur noch Schutt und Asche übrig. Zahlreiche Menschen verloren ihr Leben. © IMAGO / SNA
Auch bis tief in die Nacht gingen die Untersuchungen an der Absturzstelle weiter. Hier untersuchen Einsatzkräfte das Heck des Flugzeuges, an dem sich zahlreiche kleine Löcher befanden. Diese nährten den Verdacht, der Absturz sei durch äußere Einflüsse herbeigeführt worden.
Auch bis tief in die Nacht gingen die Untersuchungen an der Absturzstelle weiter. Hier untersuchen Einsatzkräfte das Heck des Flugzeuges, an dem sich zahlreiche kleine Löcher befanden. Diese nährten den Verdacht, der Absturz sei durch äußere Einflüsse herbeigeführt worden. © dpa/Kazakhstan‘s Emergency Ministry/AP | Uncredited
Dramatischer Einblick: Ein Videostandbild zeigt, wie sich eine Rettungskraft durch den nicht explodierten Teil der abgestürzten Passagiermaschine kämpft.
Dramatischer Einblick: Ein Videostandbild zeigt, wie sich eine Rettungskraft durch den nicht explodierten Teil der abgestürzten Passagiermaschine kämpft. © IMAGO / SNA
Mitglieder einer Untersuchungskommission und örtliche Beamte verschafften sich einen Überblick an der Absturzstelle, während die Suche nach der Ursache des Dramas läuft.
Mitglieder einer Untersuchungskommission und örtliche Beamte verschafften sich einen Überblick an der Absturzstelle, während die Suche nach der Ursache des Dramas läuft. © dpa/The Administration of Mangystau Region/AP | Uncredited
Auch der Pressedienst des russischen Katastrophenschutzministeriums stellte Aufnahmen vom Unglücksort zur Verfügung. Hier tragen Rettungskräfte eine verletzte Person in ein Flugzeug.
Auch der Pressedienst des russischen Katastrophenschutzministeriums stellte Aufnahmen vom Unglücksort zur Verfügung. Hier tragen Rettungskräfte eine verletzte Person in ein Flugzeug.  © dpa/Russian Emergency Ministry Press Service/AP | Uncredited
Unter den Insassen der abgestürzten Maschine befanden sich auch zahlreiche russische Staatsbürger. Hier warten Rettungswagen am internationalen Flughafen Rusland-Schukowski darauf, ausgeflogene Verletzte zu versorgen und in Krankenhäuser zu bringen.
Unter den Insassen der abgestürzten Maschine befanden sich auch zahlreiche russische Staatsbürger. Hier warten Rettungswagen am internationalen Flughafen Rusland-Schukowski darauf, ausgeflogene Verletzte zu versorgen und in Krankenhäuser zu bringen. © IMAGO/Alexei Shtokal/ ITAR-TASS
Nach dem Absturz der Maschine aus Aserbaidschan in Kasachstan machten sich Helfer sofort an die Rettungsmaßnahmen. Zahlreiche Menschen konnten verletzt geborgen und medizinisch versorgt werden.
Nach dem Absturz der Maschine aus Aserbaidschan in Kasachstan machten sich Helfer sofort an die Rettungsmaßnahmen. Zahlreiche Menschen konnten verletzt geborgen und medizinisch versorgt werden. © dpa/Russian Emergency Ministry Press Service/AP | Uncredited
Blick in ein Flugzeug des russischen Katastrophenschutzministeriums.
Blick in ein Flugzeug des russischen Katastrophenschutzministeriums. Mit diesem Flugzeug sollen verletzte russische Staatsbürger nach dem Absturz der Maschine in Kasachstan nach Russland gebracht worden sein. © IMAGO/Russia Emergency Ministry
Verwundete Passagiere des in der Nähe der kasachischen Stadt Aktau abgestürzten Passagierflugzeugs der aserbaidschanischen Fluggesellschaft werden auf dem internationalen Flughafen Heydar Aliyev außerhalb von Baku, Aserbaidschan, aus einem medizinisch ausgerüsteten Flugzeug transportiert.
Verwundete Passagiere des in der Nähe der kasachischen Stadt Aktau abgestürzten Passagierflugzeugs der aserbaidschanischen Fluggesellschaft werden auf dem internationalen Flughafen Heydar Aliyev außerhalb von Baku, Aserbaidschan, aus einem medizinisch ausgerüsteten Flugzeug transportiert. © dpa/AP | Uncredited
Arbeiter tragen auf dem internationalen Flughafen Heydar Aliyev außerhalb von Baku, Aserbaidschan, einen Sarg mit der Leiche eines Opfers aus einem medizinisch ausgerüsteten Flugzeug.
Arbeiter tragen auf dem internationalen Flughafen Heydar Aliyev außerhalb von Baku, Aserbaidschan, einen Sarg mit der Leiche eines Opfers aus einem medizinisch ausgerüsteten Flugzeug. © dpa/AP | Uncredited
Szenen der Trauer in Aserbaidschan. Dieses Videostandbild entstand bei Trauerfeierlichkeiten für ein Todesopfer des Flugzeugabsturzes. Männer begraben einen 26-Jährigen, der bei dem Absturz ums Leben kam.
Szenen der Trauer in Aserbaidschan. Dieses Videostandbild entstand bei Trauerfeierlichkeiten für ein Todesopfer des Flugzeugabsturzes. Männer begraben einen 26-Jährigen, der bei dem Absturz ums Leben kam. © dpa/ITV/AP | Uncredited
Die aserbaidschanische Nationalflagge weht auf Halbmast zum Gedenken an die Opfer der Embraer 190 der Azerbaijan Airlines, die in der Nähe des kasachischen Flughafens Aktau abgestürzt ist.
Die aserbaidschanische Nationalflagge weht auf Halbmast zum Gedenken an die Opfer der Embraer 190 der Azerbaijan Airlines, die in der Nähe des kasachischen Flughafens Aktau abgestürzt ist.  © dpa/AP | Aziz Karimov
Die öffentlichen Anteilnahme am Absturz-Drama der aserbaidschanischen Maschine in Kasachstan ist gigantisch. In Kasachstans Hauptstadt Astana etwa wurde eine Gedenkstätte an die Opfer vor der aserbaidschanischen Botschaft eingerichtet. Zahlreiche Personen legten Blumen nieder.
Die öffentlichen Anteilnahme am Absturz-Drama der aserbaidschanischen Maschine in Kasachstan ist gigantisch. In Kasachstans Hauptstadt Astana etwa wurde eine Gedenkstätte an die Opfer vor der aserbaidschanischen Botschaft eingerichtet. Zahlreiche Personen legten Blumen nieder. © IMAGO/Andrei Gryaznov/ ITAR-TASS
Auch in Russland trauert man nach dem Absturz.
Auch in Russland trauert man nach dem Absturz. Hier eine Szene aus St. Petersburg. Menschen legen Blumen nieder und trauern vor Bildern von Personen, die beim Flugzeugabsturz in Kasachstan ihr Leben verloren. © dpa/AP | Dmitri Lovetsky
Der Gouverneur von St. Petersburg, Alexander Beglow, legt am Konsulat von Aserbaidschan einen Blumenstrauß zum Gedenken an die Opfer des Flugzeug-Dramas nieder.
Der Gouverneur von St. Petersburg, Alexander Beglow, legt am Konsulat von Aserbaidschan einen Blumenstrauß zum Gedenken an die Opfer des Flugzeug-Dramas nieder. © dpa/AP | Dmitri Lovetsky

Deutsches Mädchen wohl unter den Überlebenden des Flugzeugabsturzes in Kasachstan

Die kasachische Nachrichtenagentur Tengrinews veröffentlichte eine komplette Passagierliste, auf der auch die Staatsangehörigkeit fast aller Insassen aufgeführt wird. Darunter ein elfjähriges Mädchen aus Deutschland – das auch angibt, in Deutschland zu wohnen. Das auswärtige Amt gehe diesen Berichten aktuell mit Hochdruck nach, hieß es kürzlich aus dem Ministerium. (nmr)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Isa Tazhenbayev

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