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Sonja Thomaser
Nils Thomas Hinsberger
Christian Stör
Paula Völkner- Simon Schröder
Stephanie Munk
Felix Busjaeger
Ein Flugzeugunglück mit 38 Toten: Aserbaidschan macht Vorwürfe, Kasachstan verspricht objektive Ermittlungen, Russland weicht bislang aus. Ein Zusammenhang zum Ukraine-Krieg könnte bestehen.
Update vom 29. Dezember, 15.05 Uhr: Nach dem Absturz der aserbaidschanischen Passagiermaschine mit 67 Menschen an Bord fordert Präsident Ilham Alijew in Baku ein klares Schuldeingeständnis von Russland. Die Maschine sei im russischen Luftraum über der tschetschenischen Stadt Grosny vom Boden aus beschossen worden, sagte Alijew im Interview des aserbaidschanischen Staatsfernsehens AzTV. Er gehe aber nicht davon aus, dass die russische Flugabwehr die Embraer habe absichtlich treffen wollen. Bestimmte russische Kreise hätten aber versucht, die Absturzursache zu vertuschen.
„Es ist klar, dass die endgültige Version erst nach Auswertung der Blackbox bekannt wird“, sagte er. Aber schon jetzt ergäben die Fakten ein Bild. Demnach verlor das Flugzeug im Raum Grosny die Steuerungsfähigkeit, weil am Boden auch radioelektronische Mittel eingesetzt worden seien. „Das ist die erste Beschädigung, die dem Flugzeug zugefügt wurde.“ Danach habe direktes Feuer die Maschine getroffen.
Alijew fordert klares Schuldeingeständnis von Russland
„Leider haben wir von Russland in den ersten drei Tagen nichts als idiotische Versionen gehört“, sagte Alijew weiter. Neben einem klaren Schuldeingeständnis forderte er von Russland die Bestrafung der Verantwortlichen und Schadensersatz – auch nach der Entschuldigung von Kremlchef Wladimir Putin vom Vortag.
„Eines der Dinge, die uns frustriert und überrascht haben, war, dass die russischen Beamten die Version von der Explosion eines Gasballons verbreiteten“, sagte er. „Mit anderen Worten, dies zeigte offen, dass die russische Seite das Thema vertuschen wollte, und das gereicht natürlich niemandem zur Ehre.“
Alijew nahm in Baku auf dem Flughafen Abschied von den Opfern der Katastrophe, darunter auch drei Besatzungsmitgliedern. Er lobte den Mut und die Professionalität der Piloten, die das Flugzeug nach Kasachstan zur Notlandung gesteuert hatten.
Kreml: Putin und Alijew hätten ausführlich Fragen rund um den Absturz besprochen
Update vom 29. Dezember, 13.28 Uhr: Die russische Luftabwehr sei beim Landeversuch der Maschine im russischen Grosny aktiv gewesen, sagte Putin am Samstag in einem Telefonat mit seinem aserbaidschanischen Kollegen Ilham Alijew. Er äußerte sich jedoch nicht explizit dazu, ob russische Luftabwehrraketen das Flugzeug trafen, was von vielen Experten vermutet wird. Alijew selbst sprach von „externer physischer und technischer Einwirkung“ auf das Flugzeug.
Die aserbaidschanische Passagiermaschine habe mehrmals versucht, in Grosny zu landen, sagte Putin nach Kreml-Angaben in dem Telefonat. Die tschetschenische Stadt sei zu diesem Zeitpunkt „von ukrainischen Kampfdrohnen angegriffen“ worden – „und die russische Luftverteidigung wehrte diese Angriffe ab“.
Der Kreml teilte weiter mit, Putin und Alijew hätten ausführlich Fragen rund um den Absturz mit 38 Toten besprochen. Russland arbeite eng mit Aserbaidschan und Kasachstan, wo die Maschine schließlich abstürzte, zusammen.
Selenskyj will „Wahrheit über den Absturz des Flugzeugs der Azerbaidschan Airlines herausfinden“
Update vom 28. Dezember, 20.17 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den ukrainischen Geheimdienst angeordnet, Aserbaidschan alle Informationen über den Absturz des Flugzeugs von Aserbaidschan Airlines zu übermitteln. „Ich habe keinen Zweifel daran, dass es möglich ist, die volle Wahrheit über den Absturz des Flugzeugs der Azerbaidschan Airlines herauszufinden, und dass Russland nicht in der Lage sein wird, etwas zu verbergen“, sagte Selenskyj in seiner Abendansprache.
Die Ukraine werde jede erforderliche Hilfe zur Aufklärung des Absturzes leisten, so der Präsident weiter. „Und wir rufen in dieser Situation zur Unterstützung Aserbaidschans auf. Und jedes Land sollte Druck auf Russland ausüben, damit die Lügen über diese Katastrophe aufhören – dieselben Lügen wie über MH-17, über die über der Region Donezk abgeschossene Boeing.“
Putins zweifelhafte Entschuldigung nach dem Flugzeugabsturz in Kasachstan
Update vom 28. Dezember, 17.00 Uhr: Wladimir Putin hat sich zwar für den Flugzeugabsturz in Kasachstan entschuldigt – ein Schuldeingeständnis ist die Erklärung des Kreml-Chefs allerdings nicht. Denn in einer Mitteilung des Kreml ist lediglich zu lesen, dass Putin sich „für den tragischen Vorfall im russischen Luftraum“ entschuldige. Wie auch die britische BBC bemerkt, enthält diese Mitteilung keinerlei Informationen darüber, wie es zu dem Absturz der Maschine kam.
38 Tote, Rätsel um Ursache, Russland-Verdacht: Bilder zum Flugzeugabsturz in Kasachstan




Aktuell wird vermutet, dass das Flugzeug bei einem Landeversuch in Tschetschenien unter Beschuss durch die russische Luftabwehr geriet. Putin ließ diesen Verdacht bei seiner Entschuldigung bei Aserbaidschan allerdings unerwähnt.
Update vom 28. Dezember, 15.23 Uhr: EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas forderte etwa zeitgleich mit den Äußerungen des russischen Präsidenten am Samstag eine rasche, unabhängige internationale Untersuchung. Berichte, dass russisches Feuer das Flugzeug der Azerbaijan Airlines verursacht haben könnte, erinnerten stark an den Flug MH17, schrieb die EU-Außenbeauftragte auf der Plattform X. Die Boeing der Malaysia Airlines wurde am 17. Juli 2014 über dem Donbass-Gebiet von einer russischen Luftabwehrrakete abgeschossen. Alle 298 Menschen an Bord starben.
Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte diesen Vergleich am Freitag in einem Post auf der Plattform X gezogen. Am Samstag erklärte Selenskyj nun, er habe ebenso wie Putin mit dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev gesprochen und sein Beileid ausgedrückt. Russland müsse Erklärungen geben und damit aufhören, Desinformationen zu verbreiten. Fotos und Videos zeigten eindeutig den Schaden am Flugzeugrumpf, der stark darauf hindeute, dass die Maschine von einer Flugabwehrrakete getroffen worden sei.
Russland kündigt nach Flugzeugabsturz Ermittlungen an: „Zivile und militärische Spezialisten befragt“
Update vom 28. Dezember, 14.57 Uhr: In einer Mitteilung des Kreml heißt es laut dpa-Bericht zu dem Flugzeugabsturz über Kasachstan, russische Ermittler hätten ein Verfahren wegen Verstoßes gegen die Regeln für die Sicherheit des Flugverkehrs eingeleitet. „Die ersten Ermittlungsmaßnahmen sind im Gange, und es werden zivile und militärische Spezialisten befragt.“
Zudem seien zwei Mitarbeiter der aserbaidschanischen Generalstaatsanwaltschaft in Grosny, wo sie mit Vertretern der russischen Seite zusammenarbeiteten. Auch an der Absturzstelle in der Nähe von Aktau gingen die Arbeiten der Ermittler aus Russland, Aserbaidschan und Kasachstan weiter, hieß es.
Erklärung aus Russland nach Flugzeugabsturz: Putin äußert sich nicht deutlich zu Vorwürfen
Update vom 28. Dezember, 14.25 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin erklärte im Rahmen seiner Entschuldigung an den aserbaidschanischen Präsidenten auch, dass zu dem Zeitpunkt des Absturzes der Passagiermaschine in Kasachstan die russische Flugabwehr im Einsatz gegen ukrainische Drohnenangriffe war. Dass die Flugabwehr das Flugzeug mit einer Rakete getroffen habe, sagte Putin in dieser Deutlichkeit allerdings nicht. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur.
Putin „sprach den Familien der Opfer erneut sein tiefes und aufrichtiges Beileid aus und wünschte den Verletzten eine baldige Genesung“, teilte der Kreml weiter mit. In dem Gespräch sei festgestellt worden, dass das aserbaidschanische Passagierflugzeug wiederholt versuchte, auf dem Flughafen von Grosny zu landen. „Gleichzeitig wurden Grosny, Mosdok und Wladikawkas von ukrainischen Kampfdrohnen angegriffen, wobei die russische Luftabwehr diese Angriffe abwehrte“, teilte der Kreml mit.
Putin entschuldigt sich nach Flugzeugabsturz in Kasachstan – „Tragischer Vorfall im russischen Luftraum“
Update vom 28. Dezember, 14.08 Uhr: Nach dem Absturz der Passagiermaschine in Kasachstan mit 38 Toten hat sich Kremlchef Wladimir Putin bei dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev für den Vorfall entschuldigt. „Wladimir Putin entschuldigte sich dafür, dass sich der tragische Vorfall im russischen Luftraum ereignete“, teilte der Kreml in Moskau nach einem Telefonat der beiden mit.
Flugzeugabsturz über Kasachstan: Verdacht fällt auf Russland
Update vom 28. Dezember, 10.05 Uhr: Der Verdacht steht im Raum: Hat die russische Flugabwehr versehentlich das Flugzeug in Kasachstan abgeschossen? Die US-Politik sieht jedenfalls Anzeichen dafür: „Wir haben einige frühe Hinweise gesehen, die darauf hindeuten könnten, dass der Jet von einem russischen Flugabwehrsystem zum Absturz gebracht wurde“, sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby.
Update vom 28. Dezember, 6.05 Uhr: Nach dem Absturz des Passagierflugzeugs in Kasachstan mit 38 Toten erhöht Aserbaidschan den Druck auf Russland, bei der Aufklärung des Unglücks mitzuwirken. Erstmals sprach die Regierung in Baku davon, die aserbaidschanische Maschine sei im russischen Luftraum über Grosny von einer Waffe getroffen worden. Schäden am Wrack und Zeugenaussagen legten nahe, dass das Flugzeug von außen beschädigt worden sei. Zu der Zeit bekämpfte russische Flugabwehr im Nordkaukasus ukrainische Drohnen.
Flugzeugabsturz in Kasachstan erinnert Piloten an den Abschuss des Malaysia-Airline-Flugs 17
Update vom 27. Dezember, 22.25 Uhr: Während die Ermittlungen im Falle des Flugzeugabsturzes über Kasachstan andauern, äußern sich auch Experten zu möglichen Ursachen. Gegenüber NPR sagte der ehemalige Pilot und Luftfahrtexperte, John Cox, dass Aufnahmen des Absturzes darauf hindeuten würden, dass Besatzungsmitglieder „um die Kontrolle des Flugzeugs kämpften und nur begrenzte Kontrolle hatten“. Weiter würden die Aufnahmen, die Einschusslöcher im Heckbereich des Flugzeugs zeigen, „auf die Möglichkeit einer Explosion einer Flugabwehrrakete in der Nähe des Flugzeugs“ hindeuten.
Wie bereits der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Freitag in einem Post auf X, erklärte auch Cox, der Absturz erinnere ihn an den russischen Abschuss einer Boeing 777 der Malaysian Air im Jahr 2014.
Nach Fluchzeugabsturz über Kasachstan: Selenskyj zieht Vergleich zu russischem Abschuss des Flugs MH17
Update vom 27. Dezember, 19.49 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zieht mit Blick auf den Flugzeugabsturz über Kasachstan einen Vergleich mit dem Abschuss des Flugs MH17 der Malaysia Airlines durch eine russische Rakete im Jahr 2014. Auf der Plattform X schrieb Selenskyj am Freitag: „Wenn Russland beschließt, Lügen zu verbreiten, wie es das im Fall MH17 getan hat, müssen wir allen internationalen Druck auf Moskau bündeln, um die Wahrheit ans Licht zu bringen und die Verantwortlichen zur Verantwortung zu ziehen.“
Die Maschine MH17 war im Jahr 2014 über der Ukraine und auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur von einer russischen Abwehrrakete getroffen worden. 298 Menschen kamen ums Leben.
Selenskyj erhob in seinem Post ebenso den Vorwurf, dass Russland für den Absturz des Flugzeugs über Kasachstan verantwortlich sei. „Wir können sehen, wie die klaren visuellen Beweise an der Absturzstelle auf Russlands Verantwortung für die Tragödie hinweisen“, heißt es in dem Post.
Flugzeugabsturz in Kasachstan: Aserbaidschan spricht erstmals von Waffeneinsatz – Ermittlungen dauern an
Update vom 27. Dezember, 18.31 Uhr: Die aserbaidschanische Regierung spricht erstmals öffentlich von einem Waffeneinsatz gegen das in Kasachstan abgestürzte Passagierflugzeug. „Die Ermittlungen werden klären, mit welcher Art Waffe die Einwirkung von außen geschah“, sagte Verkehrsminister Rashad Nabiyev nach Angaben der staatlichen aserbaidschanischen Nachrichtenagentur Azertag in Baku.
Schäden am Wrack und Zeugenaussagen legten nahe, dass das Flugzeug von außen beschädigt worden sei. Dies sei über dem ursprünglichen Zielflughafen Grosny in Russland geschehen. „Demnach gab es ein Explosionsgeräusch außen, und dann wurde das Flugzeug von etwas getroffen.“ Zu der Zeit am Mittwochmorgen, als das Flugzeug beschädigt wurde, bekämpfte russische Flugabwehr in der Region ukrainische Drohnen. Nabiyev sagte nicht, wer nach Erkenntnissen der Regierung geschossen habe.
Danach sei das Flugzeug über den russischen Flughafen Machatschkala geflogen, sagte der Minister. Die Ermittlungen müssten klären, ob dort eine Notlandung genehmigt oder abgelehnt werden sei. Die Maschine der Fluggesellschaft Azerbaijan Airlines mit 67 Menschen an Bord flog trotz ihrer Schäden über das Kaspische Meer. Bei der versuchten Landung in Aktau in Kasachstan stürzte sie ab, 38 Menschen wurden getötet.
Zu klären sei, warum die Positionsbestimmung des Flugzeugs per Satellit (GPS) gestört worden sei, sagte Nabiyev. Nach Angaben aus Kasachstan seien die dortigen Behörden von der russischen Flugleitung in Rostow darüber informiert worden, dass in der Maschine eine Gasflasche explodiert sei. „Wir denken, dass die Genauigkeit dieser Information mit Priorität überprüft werden muss. Denn die Information kam von einer beteiligten Seite.“ Er verwies erneut darauf, dass Zeugen eine Explosion außerhalb der Maschine wahrgenommen hätten.
Nach Flugzeug-Absturz über Kasachstan: Aserbaidschan lehnt Hilfen aus russischer Region Tschetschenien ab
Update vom 27. Dezember, 17.54 Uhr: Aserbaidschan lehnt nach einem Medienbericht angebotene Hilfen der russischen Region Tschetschenien für Opfer des Flugzeugabsturzes ab. „Weder der Staat noch die Bürger werden solche Hilfe annehmen“, zitierte das aserbaidschanische Portal Day.az einen nicht genannten Vertreter der Führung in Baku.
Das am Mittwoch in Kasachstan abgestürzte aserbaidschanische Passagierflugzeug hätte eigentlich in Grosny, Hauptstadt der russischen Teilrepublik Tschetschenien, landen sollen. Beim Landeanflug wurde die Maschine beschädigt, wobei Aserbaidschan, aber auch andere Länder einen unbeabsichtigten Treffer durch die russische Flugabwehr vermuten.
Update vom 27. Dezember, 15.39 Uhr: Auch gegenüber CBS News äußerte sich ein US-Beamter anonym, dass alle Anzeichen auf einen versehentlichen russischen Abschuss der Passagiermaschine deuten. Flugsicherheitsexperte Robert Sumwalt sagte gegenüber CBS News weiter: „Es sieht auf alle Fälle nicht nach einem Flugschlag aus.“ Weiter erklärte er: „Vögel fliegen nicht in der Höhe, in der der erste Schaden an diesem Flugzeug auftrat.“
Ukraine-Experte äußerte sich über Flugzeugabsturz: „Würfelförmige Schrapnelle“ durchlöcherten Flugzeug
Update vom 27. Dezember, 15.39 Uhr: Für Ukraine-Experte Oberst Markus Reisner vom österreichischen Bundesheer sprechen die vorliegenden Bilder und Daten für einen Abschuss durch Flugabwehr. Offensichtlich hätten würfelförmige Schrapnelle das Flugzeug durchlöchert, sagte Reisner im ORF-Radio. Es habe sich wohl nicht um einen direkten Treffer, sondern um einen Nahtreffer gehandelt, sagte Reisner. Dabei wird nicht das Ziel selbst getroffen, sondern das Geschoss explodiert in nächster Umgebung. Reisner ging von einem unabsichtlichen Treffer aus, keinem gezielten Abschuss.
Während eines ukrainischen Drohnenangriffs könne es aufseiten der russischen Kräfte „sehr chaotisch und auch hektisch“ zugegangen sein. Möglicherweise habe das Zusammenspiel der diversen Luftverteidigungssysteme nicht perfekt funktioniert. „Ein System war nicht zu 100 Prozent eingebunden“, sagte Reisner.
Absturz der Passagiermaschine durch „Einwirkungen von außen“ – Auswärtiges Amt äußert sich über Absturz
Update vom 27. Dezember, 15.16 Uhr: Das Auswärtige Amt in Berlin hat sich zum Flugzeugabsturz in Kasachstan geäußert. Zwei der überlebenden Passagiere sollen demnach aus Deutschland kommen. Die Gedanken seien bei den getöteten Passagieren und ihren Angehörigen, den Verletzten wünsche man rasche Genesung, hieß es weiter. „Es ist zentral, dass die Absturzursache jetzt rasch und unvoreingenommen ermittelt wird.“
Update vom 27. Dezember, 14.25 Uhr: Der Absturz der aserbaidschanischen Passagiermaschine in Kasachstan ist nach ersten Erkenntnissen der Fluggesellschaft durch „Einwirkung von außen“ verursacht worden. Nach ersten Untersuchungsergebnissen habe „physische und technische Einwirkung von außen“ den Crash verursacht, bei dem am Mittwoch 38 Menschen ums Leben kamen, erklärte Azerbaijan Airlines am Freitag im Onlinedienst Telegram. Medienberichten zufolge gehen die Behörden in Aserbaidschan davon aus, dass die Maschine von einer russischen Boden-Luft-Rakete getroffen wurde.
Russland äußert sich über den Flugzeugabsturz: „Situation war sehr kompliziert“
Update vom 27. Dezember, 13.51 Uhr: Während Kiew in Russland den Verantwortlichen für den Flugzeugabsturz in Kasachstan sieht, weist Russland diese von sich und beschuldigt indirekt die Ukraine. Moskauer Angaben zufolge konnte das Flugzeug aus Sicherheitsgründen nicht an seinem Zielort in Grosny landen. „Die Situation an diesem Tag und während dieser Stunden im Bereich des Flughafens von Grosny war sehr kompliziert“, sagte der Chef der russischen Luftfahrtbehörde Rosawiazija, Dmitri Jadrow. „Ukrainische Kampfdrohnen führten zu diesem Zeitpunkt terroristische Angriffe auf die zivile Infrastruktur in den Gebieten Grosny und Wladikawkas.“
Jadrow äußerte sich nicht zu den Spekulationen, ob die Maschine womöglich durch eine ukrainische Drohne oder den Einsatz einer russischen Flugabwehrrakete beschädigt wurde und dann abstürzte. Er sagte zudem, dass in Grosny zur Zeit des Geschehens dichter Nebel geherrscht habe. Der Pilot der Maschine habe zwei Landeversuche unternommen – ohne Erfolg. Er sei dann Richtung Kasachstan abgedreht.
Update vom 27. Dezember, 13.31 Uhr: Auch die Ukraine sieht die Schuld des Absturzes der aserbaidschanischen Maschine bei Russland. Der Kreml hatte seinerseits betont, man wolle die Untersuchung des Flugzeugvorfalls abwarten. In Kiew hingegen findet man, Moskau müsse für den „Abschuss“ der Maschine zur Verantwortung gezogen werden, wie Andrij Jermak, Chef der ukrainischen Präsidialverwaltung auf Telegram mitteilte.
Kreml weist Anschuldigungen vorerst zurück – keine Entschuldigung von seitens Russland
Update vom 27. Dezember, 12.45 Uhr: Nach dem Absturz des aserbaidschanischen Passagierflugzeugs in Kasachstan will Russland zunächst nicht auf die Schuldvorwürfe aus Baku eingehen. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte jetzt kühl, dass die aserbaidschanischen Äußerungen in Moskau bekannt seien. Demnach gab es auch Forderungen in Baku, Moskau solle sich dafür entschuldigen, dass die Maschine von der russischen Flugabwehr erfasst worden und dadurch abgestürzt sei. Peskow lehnte das ab und forderte erneut, die Ermittlungsergebnisse abzuwarten.
„Eine Untersuchung dieses Flugzeugvorfalls ist im Gange. Und bis die Schlussfolgerungen der Untersuchung vorliegen, halten wir uns nicht für berechtigt, Urteile zu fällen – und werden dies auch nicht tun“, sagte Peskow. Solche Ergebnisse könnten nur von den russischen Luftfahrtbehörden kommen, die den Fall untersuchten.
Update vom 27. Dezember, 12.33 Uhr: Nach dem Absturz des aserbaidschanischen Passagierflugzeugs in Kasachstan mit 67 Menschen an Bord stellt die Fluggesellschaft Azerbaijan Airlines ihre Verbindungen in sieben russischen Städte ein. Von diesem Samstag an werde es keine Flüge mehr nach Sotschi, Wolgograd, Ufa, Samara, Mineralnye Wody, Grosny und Machatschkala geben, teilte das Unternehmen der aserbaidschanischen Nachrichtenagentur Turan zufolge in Baku mit. Zuvor hatte die russische Luftfahrtbehörde an einigen Flughäfen im Land erneut aus Sicherheitsgründen vorübergehend keine Starts und Landungen erlaubt.
Schwere Anschuldigungen gegen Russland: Manipulation der GPS-Daten bei Flugzeugabsturz
Update vom 27. Dezember, 11.27 Uhr: Nach dem Flugzeugabsturz in Kasachstan gibt es weitere schwere Anschuldigungen gegen Russland. Der Pilot der Maschine der Azerbaijan Airlines hatte sich offenbar an drei russische Flughäfen wegen einer Notlandung gewandt. Alle drei Flughäfen hätten eine Notlandung des beschädigten Passagierflugzeugs jedoch abgelehnt, wie das britische Nachrichtenportal LBC berichtet.
Laut Informationen der Azeri Times soll Russland weiter versucht haben, die GPS-Daten des Flugzeugs so zu manipulieren, dass die Maschine über dem Kaspischen Meer abstürzt, um mögliche Beweise für einen Angriff zu verschleiern. Bereits kurz nach dem Absturz des Flugzeugs gab es Spekulationen über einen versehentlichen Abschuss des Flugzeugs durch die russische Luftverteidigung. Mittlerweile haben sich auch Überlebende des Flugzeugunglücks zu Wort gemeldet. Was genau der Grund für den Absturz der Maschine war, ist noch nicht final bestätigt.
Aufklärung des Flugzeugabsturzes läuft: zweiter Flugschreiber gefunden – Anschuldigungen gegen Russland
Update vom 27. Dezember, 9.17 Uhr: Auch der zweite Flugschreiber der verunglückten aserbaidschanischen Maschine ist laut Informationen von CNN geborgen worden. Nach wie vor deuten erste Anzeichen darauf hin, dass das Passagierflugzeug fälschlicherweise von Russland als ukrainische Drohne oder ähnliches identifiziert worden war. Eine Kommission mit Vertretern aus Russland, Kasachstan und Aserbaidschan soll den Unfall nun aufklären. Der stellvertretende Premierminister von Kasachstan, Qanat Bosymbajew, betonte dabei, dass Russland und Aserbaidschan keine forensischen Untersuchungen am Wrack der Maschine durchführen dürfen.
Update vom 27. Dezember, 7.02 Uhr: Nach dem Absturz eines aserbaidschanischen Passagierflugzeugs über Kasachstan folgt die Reaktion einer ersten Airline: Die israelische Fluggesellschaft El Al streicht sämtliche Flüge nach Moskau in dieser Woche. Grund seien „die Entwicklungen im russischen Luftraum“, hieß es laut einem Bericht des Deutschlandfunks in einer Mitteilung der Airline. Kommende Woche solle die Situation neu analysiert werden. Es verdichteten sich Hinweise, dass das Flugzeug aus Aserbaidschan von einer russischen Flugabwehrrakete im Zuge des Ukraine-Kriegs abgeschossen worden war.
Flugzeugabsturz in Kasachstan: USA schließen Abschuss durch Russland nicht aus
Update vom 27. Dezember, 6.08 Uhr: Auch die USA schließen einen Fehlschuss der russischen Flugabwehr als Ursache für den Absturz des Flugzeugs in Kasachstan nicht aus. Erste Hinweise deuten laut einem US-Regierungsvertreter auf einen Abschuss durch Russland hin, berichteten unter anderem die US-Sender CNN und ABC News. Es sei denkbar, dass schlecht ausgebildete russische Einheiten bei der Abwehr von Drohnen der Ukraine das Ziel verwechselt hätten, sagte der Beamte demnach.
Flugzeugabsturz in Kasachstan: Aserbaidschan nennt Flugabwehrrakete aus Russland als Ursache
Update vom 26. Dezember, 14.42 Uhr: Aserbaidschanische Regierungsvertreter haben am Donnerstag gegenüber Euronews angegeben, dass eine russische Flugabwehrrakete für den Absturz des Flugzeugs verantwortlich sei. Die Rakete soll während Drohnenaktivitäten über der russischen Stadt Grosny im Einsatz gewesen und nahe dem Flugzeug detoniert sein. In dem Zusammenhang soll Schrapnell das Flugzeug von Azerbaijan Airlines getroffen haben. Anschließend wurde der Maschine angeblich die Erlaubnis für eine Notlandung auf einem russischen Flughafen verweigert.
Russland und Kasachstan wollen Spekulationen über Absturz eindämmen
Update vom 26. Dezember, 13.37 Uhr: Die Ursache für den Flugzeugabsturz in Kasachstan ist weiterhin unklar. Russland und die kasachische Regierung versuchen indes, die Spekulationen einzudämmen. Der Kreml forderte die Öffentlichkeit auf, die Ergebnisse der Untersuchung abzuwarten. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, die Untersuchung der Absturzursache sei im Gange. Er fügte hinzu, es wäre falsch, vor Abschluss der Untersuchung Spekulationen anzustellen.
Dennoch gehen die Spekulationen über die Ursache des Flugzeugabsturzes in Kasachstan weiter. Russische Medien mutmaßen, das Flugzeug könnte von der russischen Luftabwehr abgeschossen worden sein, die es für eine ukrainische Drohne hielt. Mehrere Bilder des Wracks hatten Löcher am Rumpf des Flugzeugs gezeigt. Einige Beobachter waren der Meinung, dass diese Löcher Schäden ähnelten, die durch Angriffe oder eine Granatsplitterexplosionen verursacht werden.
Ursache für Flugzeugabsturz in Kasachstan unklar: Videos sorgen für Verdacht
Erstmeldung: Aktau/Baku – Was passierte mit Flug J2-8243 und wieso stürzte das Flugzeug der Azerbaijan Airlines ab? Mindestens 38 Menschen starben bei dem Flugzeugabsturz in Kasachstan. Die Ursache ist bislang unklar, die Ermittlungen vor Ort laufen. Bergungstrupps hatten am Mittwochabend am Unglücksort bei Aktau an der Küste des Kaspischen Meeres in den Trümmern der Maschine die Flugschreiber geborgen. Gegenwärtig kursieren zur Ursache des Flugzeugabsturzes mehrere Spekulationen. Diese reichen von Vogelschlag bis hin zu Beschuss durch russische Flugabwehr. Kasachstans Vize-Regierungschef Qanat Aldabergenuly Bosymbajew forderte inzwischen, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen.
Ursache für Flugzeugabsturz in Kasachstan: Spekulationen über Zusammenhang mit Ukraine-Krieg
Die Spekulationen über die Ursache des Flugzeugabsturzes in Kasachstan werden indes durch eine Vielzahl von Videos angeheizt, die das Flugzeug aus geringer Höhe an der Küste des Kaspischen Meeres zeigen sollen. Nach Berichten von Augenzeugen flog die Maschine zwei weite Kreise, ehe sie beim Versuch eines dritten Kreises auf dem Boden aufschlug. Offizielle Stimmen der Airline nannten als möglichen Grund für den Absturz in Kasachstan einen Vogelschwarm. Gegenüber der ARD-Tagesschau sagte der Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt, dass ein solches Szenario allerdings unwahrscheinlich sei.
„Das Flugzeug war extrem schwer beschädigt, schwer steuerbar. Und das ist nichts, was zum Beispiel durch einen Vogelschwarm erzeugt wird, da fallen die Triebwerke aus, aber das Flugzeug bleibt steuerbar“, sagte Großbongardt über die Theorien zur Ursache des Flugzeugabsturzes in Kasachstan.
Flugzeug stürzt in Kasachstan ab: Ursache noch unklar – Russische Luftabwehr als Auslöser?
Ob es gegenwärtig einen Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg gibt, ist bislang unklar. Russische Militärblogger spekulieren aktuell, ob das Flugzeug über dem Nordkaukasus in Zonen geraten sein könnte, in denen am Mittwochmorgen ukrainische Drohnen bekämpft worden seien. Zu einem möglichen Einsatz der Luftabwehr gab es jedoch keine offizielle Mitteilung des russischen Verteidigungsministeriums.
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew vertrat der Leiter des Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation, Andrij Kowalenko, die Ansicht, die Maschine sei auf ihrem Weg ins russische Grosny von der russischen Flugabwehr beschossen und beschädigt worden. Einen Beweis für seine Behauptungen erbrachte er nicht.
Auffällige Löcher am Rumpf entdeckt: Ursache für Flugzeugabsturz in Kasachstan?
Mehrere Medien aus der Region berichteten ebenfalls über einen möglichen Einsatz der russischen Luftabwehrsysteme im Zusammenhang mit der Suche nach der Ursache für den Flugzeugabsturz in Kasachstan. Laut dem unabhängigen russischen Medienunternehmen Meduza sind auf Aufnahmen des Flugzeugs die Spuren des Einschlags einer großen Boden-Luft-Rakete im Heckbereich zu sehen. Ähnlich aussehende Löcher im Rumpf sind Berichten zufolge auf zahlreichen Bildern und Videos von Militär- und Zivilflugzeugen zu sehen, die von Boden-Luft-Raketen abgeschossen wurden.
Das Portal Mediazona berichtet zudem, dass Überlebende eine Explosion gehört haben wollen. Das Flugzeug drehte daraufhin um und überquerte das Kaspische Meer in Richtung Kasachstan. Unabhängig konnten die Angaben nicht überprüft werden. Teilweise stammen sie aus Telegram-Kanälen. „Scheint eher kein Vogelschlag gewesen zu sein“, schrieb auch der Militärexperte Carlo Masala im Zusammenhang mit der Frage der Ursache für den Flugzeugabsturz in Kasachstan auf X. Wie ntv berichtet, sind viele russische Abwehrraketen dafür bekannt, in einer Entfernung von 30 bis 90 Metern vom Ziel zu explodieren. Schrapnelle aus dem Gefechtskopf der Rakete treffen dann Rumpf, Tragflächen und Triebwerke des Ziels und sollen es zum Absturz bringen.
Suche nach Absturzursache: Viele Möglichkeiten für Löcher im Rumpf
Woher die Löcher am Flugzeug tatsächlich stammen und ob sie im Zusammenhang mit der Ursache für den Flugzeugabsturz in Kasachstan stehen, ist bislang unklar. Wie etwa Aerotelegraph berichtet, könnten sie nicht nur von einer Rakete stammen, sondern auch durch Gewehrbeschuss, einer potenziellen Explosion in der Kabine oder Geröll beim Aufprall entstanden sein. Berichtet wird zudem, dass das Flugzeug über dem Kaspischen Meer den Transpondercode 7700 abgesandt hat. Dieser steht für einen Luftnotfall.
Der Internet-Flugzeugtracker Flightradar24 analysierte, dass die beschädigte Maschine die letzten 74 Minuten nur beschränkt steuerbar über das Kaspische Meer geflogen sei. Kasachstans Vize-Regierungschef Bosymbajew kündigte indes an, dass die Ergebnisse der Untersuchungen zur Absturzursache nach Abschluss der Arbeiten „selbstverständlich“ veröffentlicht werden. (fbu/dpa)
Rubriklistenbild: © dpa/Kazakhstan Emergency Ministry Press Service//dpa/Alexei Danichev







