Polizisten werden zu Helden

Lawine in Südalpen: Schneemassen reißen 14-jähriges Mädchen 60 Meter den Hang hinunter

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Extremes Unwetter hält Italien und Alpenregionen in Atem. Nun traf eine Lawine in den Dolomiten zwei Skifahrer. Darunter eine 14-Jährige, die 60 Meter tief den Hang hinuntergerissen wurde.

Misurina – Starker Regenfall und Unwetter sorgen in einigen Alpen-Gebieten seit Wochen für extreme und teils lebensbedrohliche Situationen. Erst vor wenigen Wochen starb ein Münchner in Südtirol durch eine Lawine, im Norden Italiens müssen Gemeinde und Bewohner gegen heftige Erdrutsche und Gerölllawinen ankämpfen. Am Vormittag des 2. April löste sich erneut eine Lawine, traf sechs Personen in der Region Venetien im Nordosten Italiens. Ein 14-jähriges Mädchen musste mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus transportiert werden.

In den Südalpen in Italien wurde eine 14-Jährige von einer Lawine erfasst. (Symbolbild)

Zwei Skifahrer in Südalpen von Lawine erwischt: Mädchen wird 60 Meter lang mitgerissen

Wie italienische Medien berichten, waren zwei Erwachsene und fünf Jugendliche am vergangenen Dienstag auf dem Weg zum Gipfel des Hochtals Forcella della Neve in den Belluneser Alpen. Die Lawine löste sich im Gebiet der Gemeinde Auronzo nahe Misurina und traf zwei Skisportler. Das italienische Mädchen, das sich rund 20 Meter unterhalb der restlichen Gruppe befand, wurde von der Lawine etwa 60 Meter den Hang hinuntergerissen.

Ein zweiter Skifahrer, der wohl zum Skiurlaub in den Dolomiten gewesen war, wurde etwas weiter unten am Hang ebenfalls von der Schneemasse überrascht und getroffen. Insgesamt sollen rund 50 Skifahrer in der Gegend um Forcella della Neve die winterlichen Bedingungen genutzt haben. Das Gebiet in den Dolomiten ist auch für Wanderer ein beliebtes Ausflugsziel.

Lawine trifft Gruppe von Skifahrern – Rettung in Südalpen zufälligerweise ganz in der Nähe

Die Lawine wurde glücklicherweise schnell von einem anderen Skifahrer registriert, der sofort Rettungskräfte alarmierte. Ein Hubschrauber der Bergrettung samt einer 50 Meter langen Seilwinde landete mit medizinischem Personal, Hunden und einer Lawinenhundeführerin auf 2.400 Metern Höhe.

Das Mädchen konnte jedoch schon vor Eintreffen des Hubschraubers aus der Schneemasse geborgen werden. In der Nähe des Lawinenunglücks in den Südalpen trainierten den italienischen Medienberichten zufolge gerade Polizisten aus der Gemeinde Auronzo. Die Rettungskräfte konnten die 14-Jährige, die rund fünf Minuten unter der Lawine begraben war, befreien. Die Retter bargen auch den zweiten Skifahrer. Dieser sei vom Bauch abwärts unter der Schneedecke begraben gewesen und blieb unverletzt. In Tirol wurde vor kurzem ein Skilehrer zum Lebensretter für drei Kinder.

Das 14-jährige Mädchen aus Italien habe den Rettern von Rückenschmerzen erzählt. Um andere Verletzungen auszuschließen, wurde sie nach einer Bergung mit der Seilwinde in ein naheliegendes Krankenhaus gebracht. Die restlichen Skifahrer am Forcella della Neve, die alle unverletzt blieben, wurden später von einem weiteren Rettungshubschrauber abgeholt.

„Gesunder Menschenverstand“: Venetiens Präsident wird mit Warnung an Alpen-Besucher deutlich

Der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, bedankte sich laut der italienische Zeitung Il Resto del Carlino bei den Rettungskräften für ihre Arbeit. Darüber hinaus forderte er Skisportler in der Region zu „gesundem Menschenverstand“ auf: Momentan sei es besonders wichtig, sich verantwortungsbewusst über die Situation und das Wetter in den Alpen zu informieren. Dies würde zum Schutz aller beitragen – auch der Rettungskräfte, „die gerufen werden, um die Leichtsinnigkeit oder Unvorbereitetheit anderer in Gefahrensituationen auszugleichen.“

Wie die italienische Zeitung berichtet, wurde für das Gebiet in den Dolomiten eine starke Lawinengefahr gemeldet. Lawinen seien aufgrund des hohen Niederschlags und Schneefalls der vergangenen Tage zu erwarten gewesen. Aufgrund des Lawinen-Alarms wurde in Italien kürzlich sogar Ausgangssperre für ein ganzes Tal verhängt. (nbe)

Rubriklistenbild: © Valentin Flauraud/dpa

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