VonMoritz Bletzingerschließen
Eine zwei Kilometer lange Schlammlawine wälzt durch einen Ort in Italien. Das Dorf ist buchstäblich in zwei geteilt. Und die Lage könnte sich verschärfen.
Modena – Italien versinkt im Regen. Ein Zyklon peitscht aktuell über den Stiefelstaat und bringt schier unglaubliche Mengen Niederschlag mit sich. Örtlich fielen bis zu 350 Liter Regen pro Quadratmeter. Und das hatte bereits verheerende Folgen.
Italien-Unwetter lösen Riesen-Mure: Zwei-Kilometer-Erdrutsch walzt durch Ortschaft
In der Nähe von Modena in der italienischen Region Emilia-Romagna verursachten die heftigen Oster-Unwetter in der Nacht auf Mittwoch (16. April) einen Erdrutsch mit einer Länge von zwei Kilometern.
Mitten durch die Ortschaft Boccassuolo bewegte sich die Schlammlawine hangabwärts und beschädigte mehrere Wohngebäude. Wegen eines Evakuierungsbefehls waren sie glücklicherweise leer. Außerdem verlegte das Geröll zwei Gemeindestraßen und zerstörte eine Brücke.
„Die Lage ist dramatisch“: Italien-Dorf von Erdrutsch entzweit – Dutzende Menschen isoliert
„Die Lage ist dramatisch“, erklärt Modenas Provinzpräsident Fabio Braglia in einem offiziellen Statement. „Derzeit ist die Stadt Boccassuolo in zwei Teile geteilt und viele Familien sind teilweise isoliert. Das ist eine enorme Belastung für Kinder und Jugendliche, Schüler, Familien, ältere Menschen sowie mehrere Unternehmen in der Region. Viele Häuser sind jetzt ohne Wasser, da der Erdrutsch die Aquäduktrohre weggerissen hat, für die wir Notlösungen suchen.“ Die Situation sei zu groß, um sie alleine zu bewältigen, Braglia ersucht Hilfe von übergeordneten Behörden.
Zur Dokumentation der Katastrophe hat die Provinzverwaltung ein aus der Luft aufgenommenes Video veröffentlicht. Darin wird deutlich, welche Ausmaße der Erdrutsch hatte. Es ist deutlich zu erkennen, wie ein grauer Korridor die Landschaft durchschneidet.
Italien droht noch tagelang Dauerregen – Bürgermeister äußert Befürchtung
Und die Gefahr ist nicht vorbei. „Die Lage ist weiterhin äußerst kritisch und bestätigt unsere Befürchtung, dass die Erdrutschfront mit anhaltender und beeindruckender Geschwindigkeit vorrückt“, sagt Braglia. Es seit notwendig, eine schnelle Lösung zu finden. Vor allem, weil die Wettervorhersage für die nächsten Tage in Italien nicht besser aussieht. Bis Karfreitag soll es unaufhörlich weiterregnen. Wie schlimm ein solcher Erdrutsch enden kann, zeigte das Unwetter-Drama vom vergangenen August in Neapel.
Menschen, die sich aktuell im Italien-Urlaub befinden, sollten „im Zweifel lieber abreisen“, mahnt Meteorologe Dominik Jung. Die Regenmengen könnten vor allem auf Campingplätzen oder in Hanglagen schnell lebensgefährliche Situationen auslösen. In Boccassuolo ist es schon passiert. (moe)
Rubriklistenbild: © Screenshot/Provincia Modena

