15 Kilometer langer Magma-Tunnel unter der Stadt: Island wappnet sich für Vulkanausbruch
VonMartina Lippl
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Island rüstet sich für einen Vulkanausbruch. Erdbeben auf der Halbinsel Reykjanes halten weiter an. Gewaltige Baumaßnahmen zum Schutz vor Lava laufen an.
Reykjavík – Experten beobachten die Lage auf Island ganz genau. Seit Tagen herrscht auf der Halbinsel Reykjanes Ausnahmezustand. Es droht ein Vulkanausbruch. Unter der Stadt Grindavík befindet sich ein 15 Kilometer langer Magma-Tunnel. Noch sind keine glühenden Lavaströme an der Oberfläche zu sehen. Doch das Magma arbeitet sich vor. Für den Ernstfall lassen Behörden jetzt einen Schutzwall bauen.
Vulkanausbruch droht auf Island: Schutzwall soll Lavaströme abwehren
„Eine Eruption ist innerhalb weniger Tage möglich“, teilt das isländische Wetteramt am Donnerstag (16. November) mit. Das Magma befindet sich etwa 800 Meter unter der Erdoberfläche, heißt es im aktuellen Update. Rund 1200 Erdbeben sind laut den Behörden seit Mitternacht bis 14 Uhr Ortszeit am Donnerstag registriert worden, so das isländische Wetteramt mit. Keines davon über der Stärke drei. Von Entspannung ist jedoch keine Rede, im Gegenteil. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit.
Magma arbeitet sich weiter zur Erdoberfläche vor
„Aufgrund der Entspannung ist es wahrscheinlich, dass das Magma einen leichten Weg an die Oberfläche findet“, zitiert der Sender RUV das Wetteramt. Bevor die Eruption beginnt, könne nicht davon ausgegangen werden, dass Eruptionsturbulenzen auf den Messgeräten sichtbar sein werden.
Vulkanausbruch nach Erdbeben auf Island – Bilder vom Naturspektakel
Einer der größten Bulldozer des Landes ist inzwischen in Svartsengi angekommen, wie isländische Medien berichten. Offenbar handelt es sich um einen Caterpillar D11. Diese Raupe zählt laut Kennern zu den Giganten. Mit einer Länge von zehn Metern und fünf Metern Höhe ist der Bulldozer einer der größten der Welt.
Vulkanausbruch auf Island
Grindavík liegt rund 40 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Reykjavik.
Die Fischerstadt (3700 Einwohner) auf der Halbinsel Reykjanes wurde in der Nacht auf Samstag (11. November 2023) evakuiert. Der Katastrophenschutz-Alarm war am Freitag (10. November 2023) ausgerufen worden.
Unter Grindavík verläuft ein etwa 15 Kilometer langer Magma-Tunnel hindurch bis zum Meeresboden.
Lavaströme bei Blauer Lagune und Kraftwerk soll Schutzmauer stoppen
Jetzt kommt der Riese beim Bau einer Schutzmauer vor Lavaströmen um das geothermische Kraftwerk in Svartsengi zum Einsatz. Bis zu acht Metern Höhe sei der Verteidigungswall geplant, ist auf der Plattform X zu erfahren. Das Kraftwerk befindet sich in unmittelbarer Nähe der „Blaue Lagune“. Die Touristenattraktion bleibt bis zum 30. November geschlossen. (ml)