Im Gespräch bei IPPEN.MEDIA

Wahl von Papst-Nachfolger: Vatikan-Experte legt sich auf Konklave-Dauer fest

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Vom 7. Mai an schaut die Welt wieder nach Rom. Nach der Beerdigung von Papst Franziskus ist die große Frage: Wer wird sein Nachfolger? Das Konklave steht an.

Rom – Wer nimmt Platz auf dem Heiligen Stuhl ein? Dieser Frage widmen sich 133 wahlberechtigte Kardinäle im Vatikan. Die Spekulationen um die Nachfolge von Papst Franziskus sind groß. Als einer der Top-Favoriten gilt der Italiener Pietro Parolin. Das Konklave beginnt am 7. Mai. Völlig von der Öffentlichkeit abgeschottet, finden sie sich in der Sixtinischen Kapelle zusammen. Fraglich bleibt nur: wie lange brauchen die Kardinäle, um zu ihrer finalen Wahl zu kommen?

Konklave-Dauer: Papst-Experte legt sich fest

Blicken wir zurück ins Jahr 1286. Im Herbst begann damals die bis heute längste Papst-Wahl. Nach zwei Jahren, neun Monaten und zwei Tagen stand Gregor X. als neuer Pontifex fest. Mit einer so langen Wahl rechnet heute niemand. „Erfahrungsgemäß dauert das Konklave maximal eine Woche. Das wird auch diesmal nicht anders sein“, sagt Papst-Experte Andreas Englisch im Gespräch mit IPPEN.MEDIA.

„Die letzten Konklaven haben drei, vier, maximal fünf Tage gedauert. In den Versammlungen der Kardinäle, dem sogenannten Vorkonklave, wird bereits geklärt, welches Profil der neue Papst haben soll“, führt Dr. Nino Galetti von der Konrad-Adenauer-Stiftung aus. Er legt sich im Gespräch mit unserer Redaktion fest: „Daher rechne ich mit einem kurzen Konklave von maximal drei Tagen.“

Konklaven im Überblick: So lange dauerte die Wahl der letzten fünf Päpste

  • Papst Franziskus: Fünf Wahlgänge (12. bis 13. März 2013)
  • Papst Benedik XVI.: Vier Wahlgänge (18. bis 19. April 2005)
  • Papst Johannes Paul II: Acht Wahlgänge (14. bis 16. Oktober 1978)
  • Papst Johannes Paul I: Vier Wahlgänge (25. bis 26. August 1978)
  • Papst Paul VI.: Sechs Wahlgänge (19. bis 21. Juni 1963)
Kardinäle verfolgen am 12.03.2013 im Petersdom im Vatikan die Wahl-Messe „Pro Eligendo Romano Pontifice“. (Archivbild)

Wie läuft das Konklave ab? – „Nicht wie in einem Parlament“

„Als Katholiken glauben wir, dass der Heilige Geist die Kardinäle im Konklave bei ihrer Entscheidung leitet. Daher ist das Konklave ein geistlicher Akt, bei dem die Kardinäle gemeinsam beten und ihre Stimme abgeben“, erklärt Dr. Galetti im Gespräch mit IPPEN.MEDIA.

Im Gespräch mit IPPEN.MEDIA: Dr. Nino Galetti.

„Es ist nicht wie in einem Parlament, wo um die beste Lösung gestritten und gerungen wird“, widerlegt er eine Vorstellung, die möglicherweise viele Menschen haben. „Diskutiert wird gleichwohl: an der Cafèbar oder während der Mahlzeiten“, ergänzt der Vatikan-Experte.

Ablauf und Regeln des Konklaves: Neuer Papst benötigt eine Zweidrittelmehrheit

Der erste Wahlgang des Konklaves in der Sixtinischen Kapelle findet am Nachmittag des 7. Mai statt. Der weitere Rhythmus an den folgenden Tagen besteht dann aus zwei Wahlgängen am Vormittag und zwei Wahlgängen am Nachmittag.

  • Der neue Papst benötigt eine Zweidrittelmehrheit.
  • Nach 35 erfolglosen Wahlgängen ist eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen möglich.
  • Zieht sich das Konklave, dann können Ruhetage eingelegt werden.

Auf den Stimmzettel schreibt jeder Kardinal „möglichst in verstellter, aber deutlicher Schrift“ unter den Satz „Eligo in Summum Pontificem“ („Ich wähle als obersten Brückenbauer“) einen Namen und wirft ihn in die Wahlurne. Die Namen werden dann in der Auszählung vorgelesen und Strichlisten erstellt. Anschließend werden alle abgegebenen Zettel auf einer Schnur aufgefädelt und verbrannt. Mithilfe von zwei gusseisernen Öfen und Chemikalien wird schwarzer oder weißer Rauch erzeugt. Weißer Rauch symbolisiert: Wir haben einen neuen Papst. (mbr/dpa)

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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