Subtropisches West-Nil-Fieber in Italien: Urlaubsregion „muss Maßnahmen intensivieren“
Raffaele Donini, Stadtrat für Gesundheitspolitik in Bologna, sagte auf der Webseite der Region Emilia-Romagna: „Wir müssen die Kontroll- und Präventionsmaßnahmen intensivieren“. Die Region erweitert ihre Präventionsmaßnahmen, insbesondere in den Städten Bologna, Modena und Reggio Emilia. Dort wurde ein hoher Anstieg der Infektionszahlen des West-Nil-Virus festgestellt. Laut dem italienischen Höheren Institut für Gesundheit ISS wurden seit Anfang Mai insgesamt 52 Fälle bestätigt (Stand: 7. August).
Umfangreiche Desinfektionsmaßnahmen werden bis zum 30. September in den genannten Städten durchgeführt. Krankenhäuser und soziale Einrichtungen sind besonders betroffen, aber auch Veranstaltungen, bei denen sich abends viele Menschen im Freien aufhalten. Dies ist auf die Aktivität der Culex-Mücke am Abend und in der Nacht zurückzuführen, die das Virus überträgt. Donini führt dies auf eine erhöhte Anzahl von Fällen in den tiefer gelegenen Gebieten von Bologna, Reggio Emilia und Modena zurück.
West-Nil-Virus breitet sich in Italien aus – Urlaubsregionen betroffen
Neben der Region Emilia-Romagna wurde das Virus in acht weiteren Regionen nachgewiesen. Dazu gehören die Lombardei, Venetien, Friaul-Julisch-Venetien, Abruzzen, Kampanien, Apulien und Sardinien. Das West-Nil-Fieber ist eine Infektionskrankheit, die durch das West-Nil-Virus, ein Arbovirus, verursacht wird, so das Mario Negri Pharmacological Research Institute IRCCS. Zu dieser Virus-Gruppe gehören auch die Erreger des Dengue-Fiebers und des Oropouche-Fiebers. In der Regel tragen Mücken das Virus, nachdem sie einen infizierten Vogel gestochen haben.
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Ausbreitung des West-Nil-Fiebers in Italien: Das sind die Symptome
Folgende Symptome können laut dem Robert-Koch-Institut auf das Virus hindeuten:
Fieber
Schüttelfrost
Kopf- und Rückenschmerzen
Abgeschlagenheit
Lymphknotenschwellungen
Hautausschlag
Einige Patienten können eine gutartige Meningitis entwickeln. In den meisten Fällen verläuft die Infektion jedoch mild. Es gibt keine Impfung. Experten sind der Meinung, dass der Klimawandel die Ausbreitung solcher Krankheiten begünstigt. Durch höhere Temperaturen vermehren sich die Mücken und verbreiten das Virus schneller. Das Oropuche-Fieber hat auch schon Deutschland erreicht. Zwei Urlauber hatten sich mit dem Virus infiziert. (vk)