Wetter-Phänomen wiederholt sich

Winter-Schock in Adria-Region: Unglaubliche Eisschollen-Bilder mitten im Hochsommer

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Unweit der Grenze zu Slowenien geht im Nordosten Italiens ein heftiger Hagelschauer nieder. Die anschließenden Bilder gleichen einer Winterlandschaft; und das im Hochsommer.

München/Udine – Im Gegensatz zu den Überschwemmungen in Österreich, Slowenien und Kroatien ist das Urlaubsland Italien bislang von unwetterartigen Regenschauern verschont geblieben.

Unwetter in Italien: An der Adria gehen heftige Hagelschauer nieder

Während am Montag (7. August) auch die kroatische Hauptstadt Zagreb wegen der Wassermassen aus den Bergen bangen musste, kämpften italienische Feuerwehrleute stattdessen auf der Mittelmeerinsel Sardinien mit großflächigen Waldbränden. Ein Wetter-Kontrast der Extreme.

Aber: Auch der Nordosten Italiens erlebte am Wochenende heftigen Niederschlag, jedoch in Form von Hagel. Laut der österreichischen Kronen Zeitung waren die Gebiete Reana del Rojale, Tricesimo, Tarcento, Remanzacco, Moruzzo und Campoformido in der Region Friaul-Julisch Venetien am stärksten betroffen.

Und das unweit der Grenze zum von schweren Überflutungen heimgesuchten Slowenien sowie der mit Erdrutschen und Murenabgängen ringenden Steiermark Österreichs. Konkret: Aus Tricesimo, das nur wenige Kilometer nördlich der italienischen Adria-Stadt Udine (rund 100.000 Einwohner) liegt, machten am Sonntag (6. August) Videos die Runde, wie sich regelrecht Bäche mit Hagelkörnern den Weg eine Straße hinunterbahnen.

Unwetter in Italien: Riesige Hagel-Mengen bei Udine sehen aus wie Schnee

Die gehärteten Wassermassen sehen dabei aus wie Schnee im Winter und teils wie regelrechte Eisschollen, die man sonst nur von gefrorenen Seen kennt.

Erst am Wochenende gab es ähnliche Bilder aus Deutschland: Das Wetterphänomen war im baden-württembergischen Reutlingen südlich von Stuttgart zu beobachten, wo riesige Hagelmassen mit Schneepflügen beseitigt werden mussten und zwischenzeitlich Teile der Innenstadt lahmlegten.

Unwetter in Italien: Bilder von Adria-Orten und dem schwäbischen Reutlingen gleichen einander

Einwohner Tricesimos mussten Videos bei Twitter zufolge indes Einfahrten mit Schaufeln von den zusammengeschmolzenen Hagelkörnern befreien. Sie kamen wohl vergleichsweise glimpflich davon. Große Schäden wurden keine gemeldet. Ende Mai hatte anhaltender Starkregen in der ebenfalls norditalienischen Emilia-Romagna noch für schwere Überschwemmungen gesorgt, mit vielen Verletzten und stark beschädigten Gebäuden in den Dörfern sowie Kleinstädten.

Übrigens: Im Fall des schwäbischen Reutlingen ordneten die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) das Unwetter als „nicht außergewöhnlich“ ein. Dass es eine Stadt wie Reutlingen treffe, „ist nicht alltäglich“, meinten die Experten. Dass der Hagel sich stellenweise bis zu 30 Zentimeter sammeln konnte, habe an der dicht bebauten Stadt gelegen.

Unwetter in Italien: Heftige Hagelschauer wiederholen sich zwischen Mailand und Udine

Auf Wiesen und Äckern würden solche Regen- und Hagelmassen dagegen schneller abfließen, hieß es vom DWD weiter. Dasselbe gilt wohl für das italienische Tricesimo bei Udine. Es ist kein italienisches Einzelbeispiel: Auch in der lombardischen Großstadt Mailand war es laut Kronen Zeitung unlängst zu heftigen Hagelschauern gekommen, sodass die Körner für kurze Zeit in den Straßen zurückblieben als wären sie Schneemassen. (pm)

Rubriklistenbild: © Screenshot Facebbok@keane.ewers

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